Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Arbeiter, Rentner und Hauskäufer protestieren landesweit im Iran

Protest der Opfer des Pardis-Wohnungsbetrugs (8. November 2025)

Am 8. November 2025 brach im Iran eine Welle massiver Proteste aus, die die tiefen Spaltungen innerhalb eines Regimes offenlegte, das nicht einmal die grundlegendsten Bedürfnisse seiner Bevölkerung befriedigen kann. Von der Hauptstadt Teheran bis hin zu Städten wie Kermanshah und Yasuj gingen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten – darunter Bankangestellte im Ruhestand, städtische Angestellte, Krankenschwestern und betrogene Hauskäufer – gemeinsam auf die Straße, um ihrer Wut über die Korruption und den wirtschaftlichen Zusammenbruch Ausdruck zu verleihen. Die Ereignisse dieses Tages zeichnen das düstere Bild eines Staates, dessen Kernfunktionen versagen und den Bürgern keine andere Wahl lässt, als zu protestieren.

Die Säulen des Staates bröckeln

Die Unfähigkeit des Regimes, für seine eigenen Angestellten und ehemaligen Mitarbeiter zu sorgen, trat in Teheran deutlich zutage, wo Angestellte und Rentner der Bank Mellat einen Großprotest abhielten. Ihre lauten Rufe durchdrangen den Lärm der Stadt: „Versprechen genügen, unsere Tische sind leer!“ und „Rentner sterben lieber, als sich demütigen zu lassen!“ Der Protest verdeutlichte eine schwere Krise im Pensionsfonds der Banken – ein klares Zeichen für die Zahlungsunfähigkeit des Regimes und seine Vernachlässigung derjenigen, die dem Staat jahrzehntelang gedient hatten.

Diese Krise beschränkt sich nicht auf den Finanzsektor. Hunderte Kilometer entfernt, im Westen Irans, traten die Fahrer städtischer Baumaschinen in Kermanshah in den Streik und versammelten sich vor dem Büro des Provinzgouverneurs. Ihre Beschwerde war einfach und vernichtend: Sie hatten seit vier Monaten keinen Lohn erhalten. Die Fahrer stellten infrage, wie sie den Auftragnehmern in Zukunft noch vertrauen könnten, und erklärten ihre Notlage mit der jahrelangen Ausbeutung und Misswirtschaft der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Gleichzeitig protestierten in Yasuj, der Hauptstadt der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad, Krankenschwestern und medizinisches Personal aus städtischen Krankenhäusern vor dem Gouverneursbüro. Sie forderten seit Monaten ausstehende Boni und andere überfällige Leistungen und machten damit deutlich, dass selbst die für das Gesundheitswesen unverzichtbaren Arbeitskräfte des Landes inmitten des weitverbreiteten Missmanagements des Regimes vernachlässigt werden.

Ein auf Betrug aufgebautes System

Abgesehen von der Tatsache, dass das Regime seinen Arbeitern die Löhne vorenthält, hat seine Mitschuld an groß angelegtem Betrug vielen Iranern ihre Ersparnisse geraubt. In einem besonders eklatanten Fall versammelten sich Opfer eines massiven Wohnungsbetrugs in Pardis, einer Stadt nahe Teheran, vor dem Justizgebäude und forderten Gerechtigkeit. Diese Bürger hatten Wohnungen in einem großen Wohnbauprojekt im Voraus gekauft und mussten nun feststellen, dass einige Einheiten an mehrere Käufer verkauft worden waren, während andere gar nicht erst gebaut wurden.

Das schwerwiegendste Detail ist die direkte Beteiligung einer staatlichen Institution. Die Opfer berichteten, dass ihnen vor dem Kauf ein staatliches Ingenieurbüro des Wohnungsbauministeriums versichert hatte, die Bauträger seien vertrauenswürdig. Diese staatlich sanktionierte Bestätigung ermöglichte einen Betrug, der rund 400 Familien ruiniert hat. Viele hatten ihre Häuser, Grundstücke und Goldbestände verkauft, um die Anzahlung leisten zu können, und sind nun gezwungen, zur Miete zu wohnen oder sind in Armut in ihre Dörfer zurückgekehrt.

Dieses Muster staatlich gelenkten Verbraucherbetrugs spiegelte sich am selben Tag in einem weiteren Protest in Teheran wider. Kunden der Firma Farda Motor, die Fahrzeuge im Voraus bezahlt hatten, versammelten sich vor dem Ministerium für Industrie, Handel und Bergbau. Sie warfen den Beamten monatelange leere Versprechungen und Untätigkeit vor und brachten ihre Frustration in der Erklärung zum Ausdruck: „Niemand ist zur Rechenschaft zu ziehen, nur Schweigen und Ungerechtigkeit!“

Die Ereignisse vom 8. November 2025 sind mehr als eine Ansammlung vereinzelter Missstände; sie sind eine nationale Anklage gegen ein korruptes und unfähiges Regime. Von Bankrentnern in Teheran bis zu unbezahlten städtischen Fahrern in Kermanshah, von betrogenen Familien bis zu vernachlässigten Krankenschwestern – das iranische Volk teilt das Gefühl des Verrats durch ein herrschendes System, das nicht nur unfähig ist zu regieren, sondern seine Bürger auch aktiv ausbeutet.

Ob ein pensionierter Banker „Unsere Tische sind leer“ ruft oder ein betrogener Bürger „Schweigen und Ungerechtigkeit“ anprangert – die Kernbotschaft ist dieselbe: Das iranische Volk hat jegliches Vertrauen in das bestehende System verloren. Die zunehmende Häufigkeit dieser Proteste in allen Gesellschaftsschichten signalisiert einen tiefgreifenden Wandel. Gefordert werden nicht länger Stückwerkreformen, sondern ein kompletter Regimewechsel.

Exit mobile version