Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

94 % der iranischen Jugend umgehen Internet-Zensur

 

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Ein neuer, vernichtender Bericht der Teheraner E-Commerce-Vereinigung enthüllt den katastrophalen Zustand des iranischen Internets und offenbart die Realität technologischer Rückständigkeit und massiven digitalen Widerstands. Die Daten stammen aus dem Iran und zeigen, dass die digitale Unterdrückungspolitik des Regimes nicht nur die Bevölkerung nicht unter Kontrolle gebracht, sondern auch eine ganze Generation gegen die iranische Regierung aufgebracht hat. Der Bericht stuft den Iran hinsichtlich der Internetqualität auf Platz 97 von 100 der weltweit größten Volkswirtschaften ein. Diese Position verdankt der Iran dem Bericht zufolge einer Nutzererfahrung, die mit drei Worten definiert wird: „langsam, störend und eingeschränkt“.

Eine bewusste Politik der digitalen Isolation

Dieser digitale Zusammenbruch ist nicht das Ergebnis technischer Inkompetenz, sondern einer gezielten staatlichen Politik, die darauf abzielt, die Iraner zu isolieren. Dem Bericht zufolge ist die Internetqualität im Iran nur unwesentlich besser als in Ländern wie Kuba, Sudan und Äthiopien. Ein wichtiger Messwert für die Nutzererfahrung, die Round-Trip-Time (RTT), die die Datenlatenz misst, beträgt im Iran durchschnittlich 295 Millisekunden – ein Wert, der das Land auf eine Stufe mit Ländern im aktiven Kriegszustand oder mit stark unterentwickelter Infrastruktur stellt.

Das Regime nutzte den kurzen „Zwölf-Tage-Krieg“ im Juni 2025 als Vorwand für weitere Razzien. Die Daten bestätigen jedoch, dass diese Einschränkungen fester Bestandteil seiner Unterdrückungsstrategie sind. Wichtige moderne Internetprotokolle wie HTTP/3 sind in den meisten Netzwerken weiterhin blockiert, und die allgemeine Qualität hat noch nicht wieder das Niveau vor dem Konflikt erreicht. Diese technischen Daten zeichnen ein klares Bild: Aus Angst vor dem freien Informationsfluss errichtet das Regime gezielt ein digitales Gefängnis, um die Verbindung seiner Bevölkerung zur Außenwelt zu kappen.

Massenhafter digitaler ziviler Ungehorsam

Der Eiserne Vorhang des Regimes wurde mit einem mächtigen und weit verbreiteten Akt zivilen Ungehorsams beantwortet. Der Bericht enthüllt eine erschreckende Statistik: 93,8 Prozent der Iraner unter 30 Jahren nutzen VPNs und andere Tools zur Umgehung der Zensur, um auf das globale Internet zuzugreifen. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert bei bemerkenswerten 86 Prozent.

Dieser massive Widerstand ist eine direkte Reaktion auf die eskalierende Unterdrückung durch das Regime. Der Bericht stellt fest, dass vor den massiven Repressionen im Zusammenhang mit dem Aufstand von 2022 mehr als 62 % der Nutzer solche Tools nicht benötigten. Die nahezu flächendeckende Nutzung von VPNs durch die iranische Jugend ist nicht nur eine technische Notlösung; sie ist ein alltägliches politisches Statement und eine pauschale Ablehnung der Legitimität und Kontrolle des Regimes. Der milliardenschwere staatliche Zensurapparat wurde von genau den Menschen, die er zum Schweigen bringen will, praktisch nutzlos gemacht.

Lebensgrundlagen werden zerstört, Widerstand wird geschürt

Der Krieg des Regimes gegen das Internet ist auch ein Krieg gegen die Lebensgrundlage seiner Bevölkerung. Der Bericht hebt hervor, dass Instagram für 63 % der Internetnutzer nach wie vor die bevorzugte Plattform ist und für über 60 % der Iraner, die ihren Lebensunterhalt über soziale Medien verdienen, die Haupteinnahmequelle darstellt. Dennoch ist die Plattform seit 2022 gesperrt, sodass Unternehmer und kleine Unternehmen auf erfolglose Umgehungstools angewiesen sind, um zu überleben.

Als Reaktion auf diese wirtschaftliche und informationelle Strangulierung greifen die Iraner zunehmend auf unzensierbare Satelliten-Internetdienste wie Starlink zurück , deren Nutzung trotz der Drohungen des Regimes weiterhin steigt. Diese Hinwendung zu alternativen Technologien unterstreicht, dass die Bevölkerung sich nicht abschneiden lässt und aktiv nach Wegen sucht, die staatliche Kontrolle zu umgehen.

Ein Regime im Krieg mit der Zukunft

Die Ergebnisse der Teheraner E-Commerce-Vereinigung zeigen, dass das Regime ein digitales Hinterland geschaffen, sich technologisch isoliert und aus Angst vor der Bevölkerung seine eigene Wirtschaft lahmgelegt hat. Noch wichtiger ist, dass es den Kampf um die Informationskontrolle deutlich verloren hat.

Der tägliche Akt des Widerstands von Millionen junger Iraner, die die digitalen Mauern des Staates umgehen, ist ein klares und anhaltendes Referendum über die Illegitimität des Regimes. Sie haben sich bereits für eine Zukunft in der freien Welt entschieden – eine Zukunft, die das zerfallende Regime nicht bieten kann und aktiv zu verhindern versucht.

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