Haz.de :Vor dem Landtag in Hannover haben am Freitag mehr als 100 Exil-Iraner gegen das Regime in ihrem Heimatland protestiert. Sie forderten unter anderem Ermittlungen gegen Ayatollah Shahroudi und den Sturz der Mullahs.
Hannover. Mehr als 100 Exil-Iraner haben am Freitag vor dem Landtag gegen das Regime in ihrem Heimatland demonstriert. Mit Plakaten und lautstarken Parolen forderten sie den Sturz der Mullahs. „Wir wollen uns mit dem Bürgeraufstand im Iran solidarisieren“, sagte Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandsrats Iran. Sowohl die Proteste im eigenen Land als auch unter anderem in Deutschland seien „ein deutliches Zeichen, dass das Volk die Mullahs nicht will“, so Dabiran. Die Protestler hielten unter anderem Plakate mit den Botschaften „Ende der religiösen Diktatur“, „Es lebe die Freiheit“ und „Khamenei und Rohani müssen weg“ in die Höhe.
Gleichzeitig kritisierten die Demonstranten die plötzliche Flucht des umstrittenen ehemaligen Obersten Richters des Iran, Ayatollah Shahroudi, am Donnerstag aus der Privatklinik International Neuroscience Institute (INI) in Groß-Buchholz – mutmaßlich, um seiner Festnahme zu entgehen. Während der Amtszeit Shahroudis von 1999 bis 2009 kam es im Iran zu Hinrichtungen Minderjähriger und Steinigungen. Der 69-Jährige wurde in der Privatklinik seit dem 21. Dezember von Landsmann Madji Samii behandelt, seit dem Bekanntwerden wurden zahlreiche Strafanzeigen gegen Shahroudi gestellt. „Wir verurteilen die Flucht Sharoudis vor der Gerechtigkeit“, sagte Dabiran während des Protestes am Landtag. „Das beweist seine Rolle bei den Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Er hofft, dass der Generalbundesanwalt weiter gegen Sharoudi ermittelt.