
Internationales Komitee des Roten Kreuzes: „Das IKRK fährt mit der Beobachtung der Situation der Ashrafpatienten fort. Wir sind in Kontakt mit allen Offiziellen des Camps in dieser Angelegenheit."
Foto: Fatemeh Alizadeh, Krebspatientin in Camp Ashraf
Bericht durch Radio Freies Europa, Persischer Rundfunk (radiofarda)*, 4. April 2009:
Die Volksmodjahedin Iran (PMOI/MEK) sagt, das viele Patienten in Camp Ashraf, eine von ihnen bekam die Diagnose Krebs, dringend operiert werden müssen. In dieser Hinsicht sagte Dr. Javad Ahmadi, einer der Spezialisten in Camp Ashraf:
Dr. Javad Ahmadi: Es ist die irakische Regierung und Herr Muwaffaq al-Rubaie persönlich, der diese inhumane Anweisung gab, in der Ärzten verboten wurde, Camp Ashraf zu betreten, um unsere Patienten zu behandeln.
Warum werden die Patienten nicht außerhalb des Camps verlegt, z.B. in ein Krankenhaus in Bagdad?
Dr. Javad Ahmadi: Wenn es dazu käme, unsere Patienten aus Ashraf zu verlegen, um sie zu behandeln, dann sind wir mit Restriktionen und anderen Problemen, aufgrund terroristischer Bedrohungen, konfrontiert. Als Beispiel solcher terroristischer Bedrohungen kann man erwähnen, dass zwei unserer Kollegen von Personen, die mit dem Regime der Islamischen Republik Iran zusammen arbeiten, entführt wurden. Wir haben keine Informationen über sie. Darum können wir unsere Patienten nicht außerhalb des Camps behandeln lassen.
Wie haben sie in der Vergangenheit die benötigten Medikamente bekommen?
Dr. Javad Ahmadi: In den letzten Jahren haben wir alle Medikamente vom irakischen Ministerium für Gesundheit bekommen, was bedeutet, wenn wir die Medizin bekamen, die wir brauchten, dann haben wir manchmal das 20 oder 30 fache des regulären Preises bezahlen müssen. Es gab viele Probleme.
Zuletzt haben sie sogar die Lieferungen von Medizin nach Ashraf verboten. Ist es für einen Arzt wie mich zu akzeptieren, dass ich gezwungen bin, mit anzusehen, wie Krebspatienten und andere in kritischen Zuständen dringend behandelt und operiert werden müssten? Ist es zu akzeptieren, dass ich mit ansehen muss, wie sie vor meinen Augen sterben?
Haben sie nicht internationale Menschenrechtsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen kontaktiert?
Dr. Javad Ahmadi: Das Problem ist, dass die irakische Regierung den Zugang jeder ausländischen und internationalen Delegation nach Ashraf verboten hat.
In dieser Hinsicht sprach eine der Patientinnen in Camp Ashraf, der Krebs diagnostiziert wurde, mit Radio Farda. Sie sagte:
Fatemeh Alizadeh: Mein Name ist Fatemeh Alizadeh. Vor einigen Monaten bekam ich die Diagnose Krebs und wurde von einem irakischen Arzt behandelt. Sie beobachteten dauerhaft meinen Zustand, um den Krebs von einer Streuung abzuhalten. Ich hatte einen Operationstermin, der für den 3. April angesetzt war und alle Vorbereitungen wurden getroffen. Aber leider wurde den Ärzten der Zugang zu Camp Ashraf untersagt.
Als Antwort auf die Frage: „Haben sie noch Medikamente, die ihre Schmerzen lindern oder nicht, sagte Frau Alizadeh, dass aufgrund des Krebses Medizin nicht ausreicht, um ihre Schmerzen zu kontrollieren.
Fatemeh Alizadeh: Es ist Krebs und diesen muss man mit einer Operation und einer Chemotherapie behandeln.
Wir fragten einen Sprecher des internationalen Roten Kreuzes in Amman, welche Maßnahmen das IKRK durchführen kann, um den Ärzten zu helfen und Medizin in Camp Ashraf zu bringen. Sie sagte:
Das IKRK fährt damit fort, die Situation der Ashrafbewohner zu beobachten und wir sind in Kontakt mit allen Offiziellen im Camp in dieser Angelegenheit. Wir werden weiter in engen Kontakt mit ihnen bleiben in Bezug auf die Situation der Campbewohner.
Der Sprecher des IKRK ergänzte, dass seine internationale Organisation keine direkten medizinischen Ressourcen in das Camp bringen kann. Unter diesen Umständen ist der zufstand und das Schicksal der Patienten in Camp Ashraf weiterhin unklar.
* Dies ist eine deutsche Übersetzung des Berichtes, der in Persisch gesendet wurde.