Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Botschaft von Maryam Rajavi an das Parlament des Vereinigten Königreichs: „Frauen – die Kraft der Veränderung“

Am 28. Februar 2017 richtete Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstands, im Hinblick auf den Internationalen Frauentag am 8. März an das Parlament des Vereinigten Königreichs eine Botschaft mit dem Thema „Frauen – die Kraft der Veränderung“. Es folgt der vollständige Text ihrer Ansprache:

Verehrte Mitglieder des Parlaments,

liebe Freunde,

meine Damen und Herren,

ich möchte Ihnen für die Aufmerksamkeit, die Sie anläßlich des Internationalen Frauentages der Lage der Frauen und der Menschenrechte im Iran zuwenden, aufrichtig danken.

Die Aggression, die die Mullahs im Mittleren Osten ausüben, und ihr Atomwaffen- und Raketenprogramm ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich.

Doch wir müssen die Realitäten im Iran unterstreichen, die von vitaler Bedeutung sind:

Es handelt sich um eine tiefe politische und gesellschaftliche Krise in einer Gesellschaft, die bereit ist zum Wandel, und mit einer organisierten Bewegung, in der Frauen eine bedeutende Rolle spielen.

Von der geistlichen Herrschaft werden die Frauen systematisch unterdrückt.

Täglich werden im Durchschnitt 2000 Frauen verhaftet, weil sie die ihnen aufgezwungene Kleiderordnung nicht einhalten.

Nach dem Gesetz müssen Frauen ihren Ehemännern gehorchen; ihnen wird das Recht auf Scheidung nicht zugestanden.

Wenn sie geschieden werden, gehen sie des Rechts auf Fürsorge für ihre Kinder verlustig.

Was das Strafgesetzbuch des Regimes betrifft, so haben die Frauen nur halb so viele Rechte wie die Männer.

Obwohl die Frauen ein großes Potential an Arbeit bedeuten, erreichen sie auf dem Arbeitsmarkt nur 14% der Stellen.

Im September 2016 sagte der Höchste Führer der Mullahs, Ali Khamenei, in einer Erklärung, die Rolle der Frau sei Mutterschaft und Hausfrauenschaft, die des Mannes Vaterschaft und Wirtschaft.

Er forderte Anstrengungen der Regierung zur Steigerung der Geburtenrate.

Es ist eine Tatsache: Durch die Unterdrückung der Frau versklaven die Mullahs die ganze Gesellschaft.

Doch auf der anderen Seite spielen iranische Frauen in dem Widerstand des Volkes gegen die religiöse Diktatur eine bedeutende Rolle.

Heute sind die meisten Schlüsselpositionen der Widerstandsbewegung von Frauen besetzt.

Die Zahl der weiblichen Mitglieder des Nationalen Widerstandsrates des Iran beträgt mehr als 50%.

Zugleich wurden die vierzehn Jahre Ausdauer des iranischen Widerstands in den Lagern Ashraf und Liberty durch weibliche Führung ermöglicht.

Liebe Freunde,

ja – die Frauen bedeuten die Macht zum Wandel im Iran.

Darum erlassen die Mullahs in jedem Jahr neue Gesetze gegen die Frauen, um ihnen weitere Einschränkungen aufzuerlegen und diese zu rechtfertigen.

Die Regierung Hassan Rouhanis behauptete, gemäßigt zu sein.

Doch änderte sie die Gesetze des Regimes durch keine noch so geringfügige Reform.

Während seiner Amtszeit wurden dutzende Frauen hingerichtet.

Angesichts dieser Lage treten wir für die Gleichberechtigung der Frauen vor dem Gesetz ein, im Familienrecht, gegenüber den wirtschaftlichen Chancen sowie für eine gleiche, aktive Teilnahme der Frauen an der politischen Führung.

Wir treten für die Freiheiten der Frau ein – freie Wahl der Kleidung, des Ehegatten sowie das Recht auf Scheidung.

Unglücklicherweise haben die westlichen Regierungen gegen die Unterdrückung der Frauen und die Menschenrechtsverletzungen im Iran nichts getan.

Sie haben das iranische Volk bei seinem Kampf gegen den Paten des islamischen Fundamentalismus im Stich gelassen.

Wenn man den von den Mullahs beherrschten Iran besucht und dabei zu den Menschenrechtsverletzungen, den Massenhinrichtungen und zu der systematischen Mißachtung der Frauenrechte schweigt, legitimiert man diese Menschenrechtsverletzungen.

Die westlichen Regierungen dürfen sich gegen die Tatsache, daß die Mullahs, indem sie den Fundamentalismus unterstützen, dem Daesh ideologisch und politisch den Weg bereiteten, nicht mehr blind stellen.

Seitdem die Mullahs im Iran die Macht übernahmen, wurden immer mehr brutale, unmenschliche Strafen, z. B. die Steinigung von Frauen, legalisiert.

Die westlichen Regierungen dürfen vor der Tatsache, daß die Herrschaft der Mullahs in Teheran in einigen Ländern der Region eine unmenschlich frauenfeindliche Politik begünstigt, nicht mehr die Augen verschließen.

Sie dürfen gegen die Tatsache, daß im Libanon, im Irak, in Syrien und im Jemen eine große Zahl fundamentalistischer Milizen operiert, die ihre Befehle direkt von Khamenei erhalten, nicht ignorieren.

Ich fordere die Weltgemeinschaft, besonders die Frauen Großbritanniens und der beiden Häuser seines Parlaments auf, den Kampf der iranischen Frauen gegen das misogyne Regime zu unterstützen.

Schließlich möchte ich die Gelegenheit benutzen, Mitgliedern des Parlaments des Vereinigten Königreiches, vor allem Baronesse Boothroyd sowie Mitgliedern des Ausschusses des britischen Parlaments für die Freiheit im Iran, meine tiefe Dankbarkeit dafür zu bekunden, daß sie den Widerstand des iranischen Volkes unterstützen.

Ich danke ihnen besonders für ihre Bemühungen um die Sicherheit meiner Schwestern und Brüder in Ashraf und Liberty und ihre Umsiedlung nach Europa.

Vielen Dank Ihnen allen!

 

Quelle:

http://www.maryam-rajavi.com/en/remarks/messages/item/maryam-rajavi-s-message-to-a-meeting-at-uk-parliament-women-the-force-for-change-on-the-occasion-of-the-international-women-s-day-28-february-2017 

 

 

 

 

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