Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Iranische Teehausbesitzer ärgern sich über Verbot der Wasserpfeifen

TEHRAN (Agenturen)- Etwa 100 iranische Teehausbesitzer trafen sich am 30. Dezember, um gegen das Verbot von Wasserpfeifen zu demonstrieren, weil es ihr Geschäft schädigen würde, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

"Die Demonstranten versammelten sich vor den Büros ihrer Gewerkschaft in Teheran und forderten die Verwaltung auf, ihnen bei ihrem finanziellen Problem nach dem Verbot von Wasserpfeifen Hilfe zu geben", zitierte IRNA einen Führer der Teehausgewerkschaft.

"Mit mehr als 90 % der Einnahmen durch Wasserpfeifen, hat das Verbot aus den vergangenen Wochen die Einnahmen vieler Shops um die Hälfte geschmälert und sie damit auch ihre Aktivität erheblich eingeschränkt", sagte ein Gewerkschaftsführer namens Alaee.

Der Iran will ein Gesetz durchbringen, dass Rauchen auf öffentlichen Plätzen verbietet. So wie das Zigarettenrauchen wollen die Behörden den Gebrauch der Wasserpfeifen – im Iran bekannt als "Ghalian" und in anderen arabischen Ländern als "Shisha" – ausmerzen.

Alaee fügte hinzu, dass die Behörden etwa 20 Coffee Shops in der Hauptstadt wegen des Angebots von Wasserpfeifen geschlossen hätten.

Der Iran verbot bereits vor vier Jahren aus Hygienegründen Wasserpfeifen in Gaststätten, aber das Verbot wurde regelmäßig umgangen, was sporadische Razzien auf den Plan rief.

Traditionelle Teehäuser – in Persien bekannt als "Ghahve Khaneh" (Kaffeehaus), in den tatsächlich nur Tee serviert wird – sind ein familiäres Element des iranischen Lebens.

Viele Teehäuser in Arbeiterbezirken und sozial schwachen Gebieten bieten kostengünstiges Essen wie die traditionelle "Abgoosht" Suppe und Omelettes neben den Wasserpfeifen an. Üblicherweise sind sie nur Männern vorbehalten.

Die Behörden bestehen darauf, dass der Kampf gegen die Wasserpfeifen nur gesundheitliche Gründe habe, aber er fällt zusammen mit den schwersten moralischen Angriffen seit Jahren, bei denen Tausende Frauen wegen ihres unislamischen Verhaltens und Benehmens verwarnt wurden.

Von der Schließung sind auch Trend Coffeeshops, Büchercafés und Internetcafés betroffen, die die wenigen Orte sind, an denen sich junge Männer und Frauen in der Islamischen Republik treffen können, weil ohnehin die Vermischung der Geschlechter vermieden werden soll. 

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