Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Krise des Aktienmarkts als Folge von Mißwirtschaft und institutionalisierter Korruption

Am Dienstag und Mittwoch versammelten sich hunderte Menschen vor der Teheraner Börse. Sie protestierten gegen die Mitverantwortung des Regimes für den plötzlichen Zusammenbruch des dortigen Aktien-handels, der die Börse zerbrechen ließ.

Der Index des Teheraner Aktienhandels (TEDPIX) sank am Montag um 36 000 Punkte und am Dienstag-Morgen während der Öffnungszeit um weitere 18 000. Dem plötzlichen Sturz war im Sommer ein sprudeln-des Wachstum vorausgegangen.

Der iranische Widerstand und die Ökonomen des Regimes hatten in dieser Angelegenheit bereits Warnungen ausgesprochen. Doch blieben der Präsident des Regimes, Hassan Rouhani, und seine Regierung, die davon wußten, bei ihrem Plan eines Ausgleichs des massiven Haushalts-Defizits.

Die staatliche Tageszeitung „Jahan-e Sanat“ schrieb am 9. Mai 2020: „Die Abnahme der aus dem Öl und den Steuern erzielten Ein-künfte wird zu einem Defizit von etwa 2 Trillionen Rial führen.“ Daher faßte Rouhani den Plan, die Iraner mit Hilfe des Börsenmarktes weiter auszuplündern und sie zum Kauf von Aktien zu ermuntern.

Auch der Höchste Führer des Regimes, Ali Khamenei, unterstützte diesen Plan. Während einer Zusammenkunft mit einer Gruppe von Fabrikanten, Unternehmern und Ökonomen ermutigte er das Publikum, sich der Güter des Landes zu bedienen und an den produktiven Anlagen wie den Kooperativen und dem Aktienhandel teilzunehmen.

Die Ökonomen des Regimes hingegen äußerten sich angesichts der heftigen Zunahme des Aktienhandels alarmiert und prophezeiten dessen baldigen Zusammenbruch. Nachdem einige durch den Verkauf ihres Vermögens und unter Anwendung der Methoden von Rouhanis Regierung in den Aktienhandel investiert hatten, erreichte dessen Index im Juli die erstaunliche Zahl von 2 Millionen Punkten. Doch die Ökonomen prognostizierten seinen alsbaldigen Kollaps.

Mit anderen Worten: Während Iraner die Ersparnisse ihres Lebens verloren, war Rouhanis Regierung in der Lage, das Budget-Defizit weithin auszugleichen. Am 20. Oktober sagte Farhad Dejpasand nach der staatlichen Website „Eghtesad“: „Ich möchte eine gute Nachricht übermitteln: Aufgrund der von der Regierung konzipierten Maßnahmen könnte es uns gelingen, unser Budget-Defizit dadurch auszugleichen, daß wir Bürgschaften verkaufen und Anteile unserer staatlichen Unternehmen abgeben.“

Er fuhr fort: „In der ersten Hälfte dieses Jahres haben wir auf sehr brillante Weise Anteile der Regierung an staatlichen Firmen übertragen und damit etwa 33 Billionen Toman verdient – eine bedeutende Summe.“ So prahlte er mit dem durch die Ausplünderung des Volkes erzielten Gewinn

People’s Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK)
@Mojahedinen

“…as Tuesday’s protests and ongoing protests across the country show, the people’s patience is wearing thin. And the regime knows that stretching its destructive policies too far will result in a violent backlash.” #Iran #IranProtests
Iran: Stock market crash triggers new crisis | People’s Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK)
Reporting by PMOI/MEK Iran, January 20, 2021—Tehran Stock Exchange’s (TSE) main index, TEDPIX, plummeted by more than 36,000 points on Monday, marking the acceleration of a collapse that has followed…
english.mojahedin.org

Es wurde ja vorausgesagt, daß das Regime sich aufgrund seiner wirtschaftlichen Erstickung jeder denkbaren Methode bedienen würde, um zu Geld zu kommen. Doch der Gebrauch von einander widersprechenden Mitteln führte zu schädlichen Wirkungen und verstärkte die inneren Widersprüche der iranischen Wirtschaft.

Am 17. Januar schrieb die staatliche Zeitung „Farasarmayeh“: „Wenn die Regierung annimmt, sie erwarte eine Steigerung der Öleinkünfte und eine Abnahme des Dollarpreises, wie will sie dann den Aktienmarkt vor einem Kollaps retten? Sie befindet sich in einer kritischen Situation: dem Dilemma zwischen der Reduzierung des Dollarkurses und der Steigerung des Börsenindex; dies Dilemma wird von Experten für unlösbar gehalten.“

Die staatliche Website „Roydad“ schrieb: „Fachleute sagen voraus, daß für den Fall einer Fortsetzung der gegenwärtigen Tendenz mit einem schweren Zusammenbruch zu rechnen ist. Einer der Umstände, die gegen ein erneutes Wachstum des Aktienhandels sprechen, besteht in der erwarteten Abnahme des Dollarkurses in der Situation, in der in den USA eine neue Regierung ihr Amt angetreten hat. Es ist nicht möglich, und auch die Äußerungen Rouhanis haben das allgemeine Mißtrauen zunehmen lassen.“

Wirtschaftsexperten des iranischen Regimes empfanden den Zustand des Aktienmarktes als Spekulationsblase, deren Grund nicht in einer Zunahme der Produktion lag, sondern daran, daß öffentliches Eigentum zum Verkauf angeboten wurde.

Im März behauptete Rouhani angesichts der zunehmenden Besorgnisse, die die Spekulationsblase in der Börse hervorrief: „Verstopfen Sie Ihr Ohr mit Wolle! Hören Sie nicht auf ihre Äußerungen! Unser Aktienhandel ist gut; sie sind nur verärgert und sagen, er befinde sich weltweit in einem Tumult. Warum nimmt der Aktienhandel im Iran zu? Die Tätigkeit aller Firmen und Ökonomen macht ihn gut.“ Er fuhr fort: „Zum Glück können wir aufgrund unseres Angebotes von Aktien großer Unternehmen hoffen, daß ‚Shasta‘ (die Firma für Investitionen zu sozialer Sicherheit) ihre Anteile am Aktienmarkt bald bekanntgeben wird; auch die Banken werden es bald tun. Unser Aktienmarkt floriert.“

Rouhanis Plan

Im Mai enthüllte der iranische Widerstand, die zu Beginn dieses Jahres getätigten Aktienverkäufe befänden sich seit Anfang März auf einem Höhepunkt. Es wurden mehr als 70 Billionen Anteile an den zur sozialen Sicherheit getätigten Investitionen („Shasta“) an zwei Millionen Menschen in Form von acht Milliarden Anteilen verkauft. Das ergibt 3 600 Anteile in jedem Code Aktienkurses pro Käufer. Diese Anteile betragen 10% des Kapitals der „Shasta

NCRI-FAC
@iran_policy

#Iran’s #StockMarket Bubble What miracle has happened in Iran’s #economy that the #Tehran Stock EXCHANGE has risen by 250 percent compared to the rest of the world?
Iran’s Stock Market Bubble – NCRI
All stock markets across the globe have plunged due to the novel coronavirus, from the Dow Jones to S&P 500, the London Stock Exchange, the Far East,
ncr-iran.org

„Shasta“ ist eine große Holding-Firma; sie besitzt 187 Firmen und 44 000 Arbeitskräfte.

Sie befindet sich im Besitz von Ruheständlern und Leuten, die bei der „Organisation für soziale Sicherheit“ versichert sind. Dabei werden die Mitglieder des Aufsichtsrates und die Direktoren vom Minister für Arbeit und Soziales, d. h.: von der Regierung ernannt.

Die Gruppe „IRISL“, die „RighTel Communications“, die „Oil Industry Investment Company“, die „Tamin Petroleum & Petrochemical Investment Co. Tamin Pharmaceutical Investment Company (JPS)“, die „Taemin Cement“, die „Sadr Taemin Investment Company“, die „Taemin General Industrial Holding Co.“, die „Energy Holding of Social Security Investment Company“ und die „Sabatamin Investment“ – das sind die neun wichtigsten Holdings der „Shasta“.

Die Regierung Rouhanis schuldete der „Shasta“ mehr als 2,5 Trillionen Rials. Dies Unternehmen gehört den Millionen von Arbeitern und Lohnabhängigen, die Premien bezahlen; sie hat mit der Regierung nichts zu tun. Doch hat das Regime auf diesen Fonds immer wieder zugegriffen.

Auch andere Firmen haben ihre Anteile am Aktienmarkt bekannt-gegeben. Eines dieser Unternehmen war „Dehdasht Petrochemical“; es hat in den 12 Jahren seit seiner Gründung ein Wachstum um 4% erlebt. Dabei handelt es sich nur um leeres Gelände mit einigen Ziegelmauern. Die Firma beteiligt sich an der Aktienbörse; ihre Anteile haben von 1 000 auf 7 230 Rial zugenommen, d. h. um das Siebenfache. Was ist geschehen, daß die auf dies öde Land bezogenen Aktien derart an Wert zugenommen haben?

Eine andere der betroffenen Firma ist „Golestan Petrochemical“. Sie existiert nur auf dem Papier. Ihre Anteile wurden jedoch um
2 800 Rial gehandelt. 280 Millionen Rial von dem Geld der Bewohner Golestans sind bisher in dies Papier-Projekt investiert worden.

Schluß

Der unlängst erfolgte Zusammenbruch des iranischen Aktienhandels beweist die vom Regime betriebene Mißwirtschaft und die in ihm institutionalisierte Korruption. Die Behörden bedienen sich jeder möglichen Gelegenheit, um die Iraner auszuplündern und ihre illegitime Tätigkeit im Ausland zu finanzieren.

Während das Regime in der Lage war, das Defizit seines Budgets auszugleichen, haben viele Iraner alles verloren, was sie hatten. Man sagt, es hätten zwei bis drei Millionen Händler ihr Kapital auf dem Aktienmarkt verloren.

Doch die Demonstrationen am Montag und Dienstag haben gezeigt, daß die Leute sich gegen die vom Regime betriebene Mißwirtschaft wehren. Jetzt warnen staatliche Medien vor einem weiteren Aufstand. Am 20. Januar schrieb die staatliche Zeitung „Tabnak“: „Schon wenn wir annehmen, daß zwei Millionen Menschen ihre Ersparnisse verloren haben, könnte es zu einer Revolte kommen.“

„Der Zorn der Gesellschaft,“ so warnte am Dienstag die staatliche Tageszeitung „Ebtekar“, „nimmt allmählich zu. Und wir können nicht voraussagen, was passiert, wenn er explodiert. Wir wissen aber mit Sicherheit, daß dieser aufgestaute Haß sich eines Tages entladen wird und zu einem massiven Schlag [gegen das Regime] führen könnte.“

 

 

 

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