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Neu veröffentlichte Zahlen bestätigen erneut, dass es bei den Hinrichtungen im Iran nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um das Überleben des Regimes durch Angst und Gewalt. Laut der staatlichen Tageszeitung Ham -Mihan vom 27. August 2025 wurden im Jahr 2024 im Iran mindestens 975 Menschen hingerichtet. Dies ist die höchste Zahl seit 17 Jahren – selbst nach den verwässerten Zahlen des Regimes – und ein Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bericht stellt fest, dass „31 Frauen hingerichtet wurden und vier Hinrichtungen öffentlich vollstreckt wurden“.
Öffentliche Hinrichtungen sind bewusst inszenierte Spektakel. Indem das Regime Bürger – darunter auch Kinder – zwingt, solche Gewalttaten mitzuerleben, will es die Gesellschaft daran erinnern, dass die Macht allein in seinen Händen liegt. In einem von Ham-Mihan dokumentierten Fall „fand am Nachmittag in Isfahan in der Nähe einer Grundschule eine Hinrichtung statt, bei der etwa 200 Jungen der Hinrichtung zusahen.“
Die im Bericht zitierten wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigen die verheerenden Auswirkungen auf Kinder. Eine Studie aus dem Jahr 2006 im Iranian Journal of Psychiatry and Clinical Psychology ergab, dass das Ansehen solcher Szenen mittelschwere bis schwere psychische Störungen verursachen kann, darunter posttraumatische Belastungsstörungen, wiederkehrende Zwangsgedanken und starke physiologische Reaktionen.
Dr. @JavaidRehman: “The #Iranian regime has weaponized the death penalty to exterminate dissent. The international community failed to act in 1988. It must not fail again.” pic.twitter.com/KYKjxTGaL8
— NCRI-FAC (@iran_policy) August 8, 2025
Warnungen aus den eigenen Reihen des Regimes
Selbst regimenahe Psychiater haben vor den zerstörerischen Auswirkungen gewarnt. In einem Brief an die Justiz vom 25. August 2025 warnte Vahid Shariat, Vorsitzender der iranischen Psychiatrievereinigung: „Die öffentliche Vollstreckung von Todesurteilen trägt nicht nur nicht zur Verringerung der Kriminalität bei, sondern erhöht potenziell sogar die Gewalt. Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Morde nach Hinrichtungen sogar steigt. Wir bestehen nachdrücklich darauf, dass diese Praxis beendet wird.“
Auch der Psychiater Amirhossein Jalali Nedoushan betonte: „In einer Gesellschaft, die bereits unter brutaler Gewalt leidet, machen solche Maßnahmen sie noch starrer, hässlicher und unsicherer.“
Normalisierung von Gewalt durch Spektakel
Öffentliche Hinrichtungen traumatisieren Kinder nicht nur , sondern dienen auch dazu, Grausamkeit zu normalisieren. In den letzten Jahren hat das Regime Bürger dazu ermutigt, Fotos mit hingerichteten Gefangenen zu machen, oft unter Aufsicht von Regierungsbeamten. Die Inszenierung des Todes in ein öffentliches Spektakel ist Teil des Versuchs des Regimes, „Gewalt alltäglich zu machen“ und die Gesellschaft zu desensibilisieren. Wenn Kinder Hinrichtungen als Kuriosität oder Unterhaltung betrachten, verschwimmt die moralische Grenze zwischen Leben und Brutalität.
#Iran News in Brief
Stunning confession by former regime insider reveals executions as a tool to silence dissent.
Emadeddin Baqi: "The Judiciary announced the execution of #MohammadGhobadlou and four Kurdish youths, which gained widespread attention due to their political… pic.twitter.com/G5bJ0niKl6— NCRI-FAC (@iran_policy) February 4, 2024
Selbst mit dem Regime verbundene Rechtsexperten räumen ein, dass es im Iran kein Gesetz gibt, das öffentliche Hinrichtungen vorschreibt. Ein Jurist erklärte gegenüber Ham-Mihan: „Es gibt keinen Artikel im iranischen Strafgesetzbuch, der ausdrücklich definiert, dass ein Verbrechen mit öffentlicher Hinrichtung bestraft werden kann. Das zeigt, dass die Wahl der Methode keine juristische, sondern eine politische ist.“
Die bewusste Entscheidung, Hinrichtungen öffentlich durchzuführen, ist eine psychologische Waffe – sie soll die Gesellschaft in einer Zeit terrorisieren, in der Proteste und soziale Forderungen zunehmen.
Der wahre Zweck: Die Unterdrückung einer unruhigen Gesellschaft
Das Regime rechtfertigt Hinrichtungen als Abschreckung, doch das eigentliche Ziel ist der Machterhalt. Durch die Inszenierung von Hinrichtungen auf öffentlichen Plätzen versucht das Regime, die explosive soziale Wut zu unterdrücken und die nächste Welle von Aufständen hinauszuzögern.
Seit 46 Jahren sind alle Präsidenten, Parlamentssprecher, Justizchefs und vor allem der oberste Führer an diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitschuldig.
14th World Day Against the Death Penalty is an excellent opportunity to publicly oppose the use of this inhuman punishment #NoDeathPenalty pic.twitter.com/6O74WNVLcU
— NCRI-FAC (@iran_policy) October 10, 2016
Auf dem Weg zu einer letzten Konfrontation
Die schockierende Zahl der Hinrichtungen im Jahr 2024 und die wissenschaftlichen Belege für ihre zerstörerische Wirkung bestätigen, dass das Regime einen systematischen psychologischen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Hinter diesem Terror verbirgt sich jedoch eine Gesellschaft, die sich nach Leben, Freiheit und Gleichheit sehnt.
Die Todesspektakel des Regimes können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das iranische Volk auf eine entscheidende Konfrontation mit der Tyrannei vorbereitet – eine Konfrontation, die diesen Kreislauf der Unterdrückung und Gewalt ein für alle Mal beenden wird.