
Politische Gefangene und Häftlinge im ganzen Iran haben ihren Widerstand gegen die zunehmende Anwendung der Todesstrafe durch das Klerikerregime verstärkt. Seit Dienstag, dem 16. Juni 2026, befinden sich Gefangene in 56 Einrichtungen landesweit im Hungerstreik – Teil der 125. Woche der Kampagne „Dienstags Nein zu Hinrichtungen “.
Die Kampagne veröffentlichte eine Erklärung, in der sie den drastischen Anstieg der Justizmorde verurteilte und darauf hinwies, dass das Klerus-Establishment seit Beginn des Jahres 1405 (dem aktuellen iranischen Kalenderjahr) über 177 Menschen hingerichtet hat. Die Gefangenen bezeichnen diese Welle als einen „verzweifelten Versuch, den durch systematische Unterdrückung und wirtschaftliche Not angeheizten Volkszorn einzudämmen“.
Zielscheibe politischer Gefangener
Der Bericht verdeutlicht die prekäre Lage mehrerer politischer Gefangener. Die Todesurteile gegen Ali Fattah und Mohammad Naghizadeh wurden dem Bericht zufolge vom Obersten Gerichtshof bestätigt, und beide wurden in Einzelhaft im Ghezel-Hesar-Gefängnis verlegt. Auch der 23-jährige Peyman Ganji, der während der Proteste im Januar 2026 festgenommen wurde, befindet sich nach seiner Verurteilung zum Tode durch die 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichts in Ghezel Hesar.
Die Mitglieder der Kampagne identifizierten Ghezel Hesar als einen der Hauptorte für staatliche Hinrichtungen und merkten an, dass „viele Todeskandidaten dort festgehalten werden und nach ihrer Verlegung unmittelbar von der Hinrichtung bedroht sind.“
Today marks the 125th week of #NoDeathPenaltyTuesdays campaign. Prisoners in 56 prisons across Iran are on hunger strike, protesting the execution of more than 177 people since March 21 and urging global action to save political prisoners on death row. https://t.co/4Y7WQoCn0g
— IRAN HRM (@IranHrm) June 16, 2026
Internationaler Druck
Die Zunahme der Hinrichtungen hat internationale Kritik hervorgerufen. Amnesty International appellierte kürzlich an die Behörden, die Hinrichtungen von fünf Gefangenen – Alireza Mardasi, Masoud Jamei, Reza Abdali, Farshad Etemadifar und Hassan Mosallavi – sowie aller anderen Todeskandidaten zu stoppen.
In ihrer Erklärung rief die Kampagne „Dienstags Nein zu Hinrichtungen“ Menschenrechtsaktivisten und zivilgesellschaftliche Akteure weltweit zu dringendem Handeln auf. Die Organisatoren betonten den untrennbaren Zusammenhang zwischen Menschenrechten und der staatlichen Pflicht zum Schutz des Lebens und erklärten: „Die Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit und die Wahrung der Menschenwürde sind ohne die Verwirklichung des Rechts auf Leben nicht möglich.“
Die Kampagne schloss mit einem Appell an alle Gegner der Todesstrafe, sich in ihren Bemühungen zur Abschaffung der gegenwärtigen repressiven Strukturen zu vereinen.