Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Solidaritätswoche mit ASHRAF – Veranstaltung in Berlin unter Motto: ,,ASHRAF das Tor zur Freiheit”

Zur Erinnerung an den 72 Tage dauernden Hungerstreik von Exil-Iranern, Angehörigen der Volksmojahedin (PMOI) und Familienangehörigen von Bewohnern des Camps Ashraf fand am Freitag im Rahmen der Solidaritätswoche mit ASHRAF eine Veranstaltung in Berlin statt.
Unter dem Motto „ASHRAF das Tor zur Freiheit“  kamen ein Jahr nach dem brutalen Überfall irakischer Kräfte auf das Camp Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hungerstreiks, Angehörige der Camp-Bewohner sowie deutsche Mitbürger zu einer Gedenkveranstaltung zusammen.

Mit Standing Ovations drückten die Anwesenden ihre Solidarität mit den Ashraf-Bewohnern und ihre Bewunderung für das heldenhafte Verhalten während des Überfalls und in der Zeit danach aus.

Wolfgang Holzapfel, Vorsitzender der VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V. würdigte in seiner Rede den Widerstand der ASHRAF-Bewohner, wenn auch mit leeren Händen,  gegen die grausamen und verbrecherischen Angriffe der irakischen Kräfte und bezeichnete den Hungerstreik in Berlin als Fortsetzung jenes Widerstands. Er fügte hinzu, dass sich der iranische Widerstand nun in einem völlig anderen Zustand befinde als er letztes Jahr war und die deutsche Regierung solle ihre konservative und zurückhaltende Position im vergangenen Jahr bei der Unterstützung des iranischen Widerstandes aufgeben.

Bernd Häusler, Vizepräsident und Menschenrechtssprecher der Berliner Anwaltskammer sagte in seiner Rede: „Stets beobachten wir im Irak den Einfluss und die Einmischung der politischen Macht in das Justizwesen und die Gerichte, was gleichbedeutend mit dem  Machtmissbrauch ist. Wir waren Zeugen dieses Missbrauchs, als die Urteile der irakischen Gerichte zur Freilassung der 36 von irakischen Kräften als Geisel genommenen PMOI-Mitglieder durch Regierungsbefehle missachtet wurden. Auch jetzt sehen wir, dass eine so genannte Justizbehörde im Irak behauptet, Haftbefehle gegen einige Bewohner von ASHRAF erlassen zu haben. Und wenn man die Sache etwas genauer betrachtet, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Legitimation dieser Institution selbst grundsätzlich in Frage zu stellen ist und dass, diese Institution für die Zeit des Übergangs war und zurzeit keine Legitimation besitzt. Dasselbe Gericht behauptet nur deshalb immer noch aktiv zu sein, um die von Teheran diktierten Befehle ausführen zu können.“  Bernd Häusler warnte davor, dass das iranische Regime bemüht sei, während des Machtvakuums im Irak die Volksmojahedin zu zerschlagen.

Pfarrer Dr. Lorenz Wilkens sagte in seinem Redebeitrag: „ASHRAF leistet Widerstand gegen eine Diktatur. Wenn ich während meines ganzen Lebens etwas über Gott kennen gelernt habe, muss ich sagen, dass Gott auf der Seite des Volks steht und nicht auf der Seite derer, die im Namen Gottes aber mit Grausamkeit regieren. Im Iran wird die Religion von einer Diktatur absolut missbraucht.“  Dr. Wilkens würdigte den erfolgreichen Widerstand der ASHRAF-Bewohner und bat die Anwesenden aufzustehen und für ASHRAF zu beten.

Javad Dabiran vom Büro des Nationalen Widerstandsrats Iran in Berlin rief den Jahrestag des Massakers an politischen Gefangenen in Erinnerung und wies auf das am Tag davor gefällte Todesurteil gegen Jafar Kazemi, den Vater eines ASHRAF- Bewohners hin, der wegen des von Mullahs erfundnen Vergehens „Moharebeh“ (Kriegführung gegen Gott und seinen Propheten) zum Tode verurteilt worden ist, weil sich sein Sohn in ASHRAF befindet. Dabiran betonte die Forderung des iranischen Widerstandes zur Rettung von Jafar Kazemi. In seinem Redebeitrag schilderte Dabiran die gegenwärtige Situation in ASHRAF und fügte hinzu, dass die Belagerung von ASHRAF nach wie vor grausam fortgesetzt werde. Er erläuterte die Auswirkung dieser Belagerung auf die Lebenssituation der ASHRAF-Bewohner insbesondere bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln, medizinischen Diensten und Brennstofflieferung anhand eines Dokumentarfilms.

Javad Asdian, Vorsitzender des iranischen Pen-Vereins im Exil und Mitglied des iranischen Schriftstellerverbandes bekundete seine Solidarität mit dem Widerstand und dem Kampf der ASHRAF-Bewohner und verlas eines seiner schönen Gedichte, das er ASHRAF widmete. Massoud Dousti löste bei den Anwesenden Begeisterung für sein Gedicht aus, das er verlas und Massoud Rajavi widmete.

Frau Bushing, Violinsolistin des Berliner Symphonieorchesters, die an dieser Veranstaltung teilgenommen hatte, sagte: „Die Weltpolitik ist für den Schutz von ASHRAF verantwortlich. Die Szenen des Angriffs auf ASHRAF haben mich aufs Tiefste bewegt“. Frau Bushing spielte zwei musikalische Werke von Johann Sebastian Bach  als Zeichen der Solidarität mit ASHRAF.

Dirk Holzhüter, Menschenrechtsaktivist und Unterstützer der Volksmojahedin sagte in seiner emotionalen Rede: „Viele warfen in den letzten 15 Jahren meiner Mutter, Ingrid Holzhüter, im Parlament vor, die Terroristen unterstützt zu haben; sie setzte aber unbeirrt ihre Unterstützung für Volksmojahedin fort. Aufgrund meiner mehrjährigen Erfahrung mit Volksmojahedin und ASHRAF muss ich sagen: „Vor ASHRAF und dessen Bewohnern, vor dem iranischen Widerstand und vor jedem Anhänger dieses Widerstandes verneige ich mich.“ Dirk Holzhüter setzte sich als Zeichen der Ehre nieder, als einige Familienangehörige von ASHRAF-Bewohnern das Wort ergriffen.

Der Erklärungen jener Menschen, die letztes Jahr am Hungerstreik vor dem deutschen Außenministerium teilgenommen hatten, machten den bewegenden Teil der Veranstaltung aus. Die Mutter einer ASHRAF-Bewohnerin sagte: „Wir sind Familien der ASHRAF-Bewohner. Das Mullah-Regime muss sich von der Absicht jeglichen Angriffs auf ASHRAF verabschieden. Wir sind bis zum letzten Atemzug für ASHRAF da und werden diesen Kampf bis zur Abschaffung der Mullahs fortsetzen.“ Eine andere mutige Iranerin sagte: „Die Blut vergießenden Mullahs müssen wissen, dass sie mit uns zu tun haben; wir werden keinerlei Angriffe auf ASHRAF zulassen.“

Am Schluss überreichte Frau Dr. Greta Tüllmann, Schriftstellerin und Chefredakteurin des Frauen-Magazins Ab40 den einzelnen Teilnehmern des Hungerstreiks im Namen des „Deutschen Solidaritätskomitees für einen Freien Iran“ eine Rose.

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