Genauere Angaben zu den Unterlagen machten die Vertreter nicht. Ihnen zufolge dürfte der internationale Druck auf den Iran im Streit um sein Atomprogramm weiter steigen. Der Islamischen Republik drohen Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat beschließen kann.
Die "New York Times" schrieb am Samstag in ihrer Internet-Ausgabe, US-Geheimdienstmitarbeiter hätten Mitte Juli hochrangige Vertreter der IAEA in Wien zu einem Treffen geladen. Dabei hätten sie ihnen den Inhalt eines gestohlenen iranischen Laptop-Computers vorgeführt: Daten von mehr als 1000 Seiten iranischer Computer-Simulationen und Berichte über Experimente. Die Daten zeigten den US-Teilnehmern zufolge die langen Bemühungen des Iran, einen atomaren Sprengkopf zu bauen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens. Es seien die bislang aussagekräftigsten Beweise dafür, dass der Iran trotz gegenteiliger eigener Bekundung am Bau eines Sprengkopfes für seine Schahab-Rakete arbeite. Diese reicht bis nach Israel.
Die Zeitung berichtete weiter, der Iran wisse nach eigenen Angaben nichts von den Plänen zum Bau solcher Sprengköpfe. "Wir sind sicher, dass es solche Dokumente im Iran nicht gibt", zitierte das Blatt Ali Laridschani, Chefunterhändler des Landes bei den Atomgesprächen.
Schahin Gobadi, ein Sprecher einer iranischen Oppositionsgruppe, sagte seine Gruppe habe den gestohlenen Laptop nicht beschafft. Seine Gruppe hatte die geheimen Atomaktivitäten des Iran im Jahr 2002 enthüllt. Auch seine Gruppe habe Belege dafür, dass der Iran am Bau atomarer Sprengköpfe arbeite, sagte er.