Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Was vertuscht der Iran in seinem Atomprogramm?

In einem Artikel vom 7. April in Newsweek warnten Lord Alex Carlile of Berriew, Abgeordneter des britischen Oberhauses von den Liberalen, sowie Giulio Maria Terzi, früherer italienischer Außenminister, davor, dass jegliches Abkommen mit Teheran in Sachen Atomprogramm von den Ergebnissen der Inspektion der Anlage Lavizan- 3, Parchin und anderer suspekter Anlagen des iranischen Atomprogramms abhängig gemacht werden sollte.

Die Autoren hofften, dass „Frankreich, der US Kongreß und andere beteiligte Gruppen die Rolle der IAEA weiterhin fördern und dass eine sofortige Inspektion der Anlage Lavizan-3 schnell deutlich macht, was an den Vorwürfen dran ist.“

 „So lange Teheran diese Forderungen nicht erfüllt, so lange ist der Glaube an eine zivile und friedliche Natur des iranischen Atomprogramms eine Illusion und so lange werden Teherans Wege zum Bau der Bombe nicht effektiv blockiert.“, sagten sie. 

Hier der Vollständige Text des Artikels in Newsweek

Was vertuscht der Iran in seinem Atomprogramm?

Von Alex Carlile and Giulio Maria Terzi 

Am 23. März betonte Yukiya Amano, der Vorsitzende der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), erneut, dass seine Organisation wenig Fortschritte darin gemacht hat, die militärischen Dimensionen des iranischen Atomprogramms zu ergründen, weil der Iran generell dazu nicht bereit sein. Anfang des Monats rief Amano den Iran ebenfalls auf, Kontrollen suspekter Anlagen zu genehmigen, um die offenen Fragen über die Möglichkeiten des Iran zum Bau von Kernwaffen zu überprüfen. 

Behrouz Kamalvandi, der Sprecher für Atomfragen in der islamischen Republik, lehnte Amanos Bitten scharf ab und wies darauf hin, dass die IAEA nicht mehr zu erwarten habe, als die Dinge, die im Atomwaffensperrvertrag fest gehalten sind und das dies nichts mit den Forderungen der sechs Weltmächte zu tun hat. 

All das lässt den Eindruck nicht kleiner werden, dass Teheran etwas zu verbergen hat. 

Irans geheimes Atomwaffenprogramm und seine Fortschritte zum Bau von Kernwaffen sind eine ernste Bedrohung für den Westen und der gesamten internationalen Gemeinschaft. Im Kern ging es bei den Verhandlungen zwischen Teheran und den P5+1 um zwei Ziele: Wie kann man die herrschende iranische Theokratie als führenden Sponsor des Terrorismus dazu bringen, auf Atomwaffen zu verzichten und wie kann man alle Wege zum Bau dieser Bombe verhindern. 

In dem über zwei Jahrzehnte gehenden Weg des iranischen Regimes zum Ausbau seines Kernwaffenprogramms ging es vor allem immer um die militärischen Aspekte, die hinter ihm stehen. Ein Ignorieren dieser Tatsache hat katastrophale strategische Konsequenzen. Der Westen kann das Risiko nicht eingehen, sich nur auf das Wort aus Teheran zu verlassen und in einem endgültigen Abkommen müssen solche Kontrollmechanismen auch klar festgelegt werden. 

Was die ganze Sache noch dringender und gefährlicher macht, ist die Veröffentlichung von detailliertem und speziellem Material über die Existenz eines Parallelsystems – vor allem in der geheimen Anlage „Lavizan-3“ in Teheran – durch den Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) auf einer Pressekonferenz am 25.Februar. Laut der vorgelegten Informationen des iranischen Widerstandes hat Teheran auf dieser Anlage jahrelang geheim Uran angereichert und fortgeschrittene Zentrifugen dabei eingesetzt.

Doch es ist eigentlich die Aufgabe der IAEA, als Augen und Ohren der internationalen Gemeinschaft in Atomfragen, diese Dinge heraus zu finden. Doch auch die Quellen des iranischen Widerstandes sind mehr als ernst zu nehmen. 

Denn der NWRI hat bereits zuvor einige der geheimsten Dimensionen des iranischen Atomwaffenprogramms aufgedeckt. Zu ihnen gehörte die Analge in Natanz und die Schwerwasseranlage in Arak, der Bau und das Testen von Zentrifugen durch Kalay-e Elektrik, die Lashkar-Abad Laseranlage, die Anlage von Lavizan-Shian, die Untergrundanalage von Fordo und die Strukturen der Organisation für innovative Forschung und Entwicklung, welche für die Koordination des iranischen militärischen Atomprogramms zuständig ist.  

Diese Ansammlung von Beweisen, dass der Iran weite Teile des Atomprogramms von der internationalen Gemeinschaft versteckt hält, macht die Forderungen der IAEA sinnvoll und es erklärt auch die aggressive Reaktion des Regimes gegenüber einer Ausweitung der Kooperation.  

Doch die P5+1 scheint diesen Ansatz nicht ganz zu teilen, wobei man schon darauf hinweisen muss, dass es große Unterschiede innerhalb der beteiligten Nationen in der Betrachtung gibt. Vor allem die US Regierung scheint verzweifelt einen Abschluß zu suchen und ignoriert Bedenken über das Verhalten des Iran. Sie beschreiben zum Beispiel das Aufdecken verbesserter Zentrifugen als „Fehler“ und nicht als Verletzung des gemeinsamen Aktionsplanes. Frankreich hingegen fordert eine härtere Linie und fordert unter anderem, das Abkommen weniger als 10 Jahre laufen zu lassen.

Frankreich hat die Verhandlungen immer schon distanzierte betrachtet und es nimmt mehr auf die Kritik der IAEA und die aktuellen Enthüllungen des Widerstandes Rücksicht. So bleibt die Hoffnung, das Frankreich, der US Kongreß und andere beteiligte Gruppen die Rolle der IAEA weiterhin fördern und dass eine sofortige Inspektion der Anlage Lavizan-3 schnell deutlich machen soll, was an den Vorwürfen dran ist. 

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass der Iran bereits öfter Beweise und Hinweise zum militärischen Aspekt seines Atomprogramms zu vernichten und zu verschleiern versucht hat. Das macht die Arbeit der IAEA sehr schwierig und eine Weiterführung der Verhandlungen wird wohl weiterhin auch vom Ergebnis der Untersuchung der IAEA abhängig sein. 

Frankreich und andere westliche Verhandlungspartner sollten diesen Punkt immer im Kopf haben. Jedes Abkommen mit Teheran sollte von der Inspektion der Lavizan-3 Anlage, der Anlage in Parchin und anderer suspekter Anlagen abhängen, weil ohne sie die wahre Natur des iranischen Atomprogramms nicht erfasst werden kann. 

So lange Teheran diese Forderungen nicht erfüllt, so lange ist der Glaube an eine zivile und friedliche Natur des iranischen Atomprogramms eine Illusion und so lange werden Teherans Wege zum Bau der Bombe nicht effektiv blockiert. 

Lord Alex Carlile of Berriew ist ein Abgeordneter des britischen Oberhauses von den Liberalen und Mitvorsitzender des britischen parlamentarischen Komitees für einen freien Iran. Giulio Maria Terzi ist ein früherer italienischer Außenminister. 

 

    

 

 

Exit mobile version