Teheran, 27. April 2025 – In einer trotzigen Aktion, die auf persischsprachigen Social-Media Plattformen aufgezeichnet und veröffentlicht wurde, wurde der ehemalige politische Gefangene Hamid Haj Jafar Kashani in der Nord-Kargar Straße in Teheran gewaltsam festgenommen, nachdem er öffentlich „Tod für Khamenei“ gerufen und das Regime der Kleriker verflucht hatte.
Unter der gleißenden Sonne und im Herzen der iranischen Hauptstadt hielt Kashani mutig ein Plakat mit der Aufschrift „Bis die Mullahs begraben sind, wird diese Nation nicht frei sein“ hoch – Slogans, die die stille Wut von Millionen Menschen im Iran widerspiegeln.
Anders als die Sicherheit, die große Menschenmengen während landesweiter Aufstände bieten, war Kashanis gewagter Protest ein Soloakt, ein seltener Moment furchtlosen Widerstands am helllichten Tag. Sein Mut unterstreicht eine wachsende Realität: Tausende Iraner sind zunehmend bereit, Festnahme, Folter und sogar Tod zu riskieren, um für ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu kämpfen und ein Ende der Tyrannei zu fordern, die den Iran seit Jahrzehnten im Griff hat. Kashani, geboren 1982, ist dem Regime schon lange ein Dorn im Auge.
Er wurde 2019 wegen „Propaganda gegen das Regime“und angeblicher Verbindungen zur Oppositionsgruppe Volksmojahedin Iran (MEK/PMOI) verhaftet und verbüßte dreieinhalb brutale Jahre in den Gefängnissen von Rasht, Evin und Groß-Teheran. Nach einem gescheiterten Asylantrag in der Türkei wurde er abgeschoben und erneut unter schwerer Folter inhaftiert. Regimekräfte versuchten wiederholt – und scheiterten –, ihn zu im Fernsehen übertragenen Geständnissen und öffentlichen Anprangerungen der Opposition zu zwingen.
🚨 #BREAKING In Tehran, a man was violently arrested for holding a sign reading "Death to the Principle of Velayat-e Faqih" and chanting "Death to Khamenei." The regime’s brutality shows its desperation to silence any cry for freedom. #Iran pic.twitter.com/3pYqCwYp7V
— SIMAY AZADI TV (@en_simayazadi) April 27, 2025
Der Sozialrat der MEK im Iran hat dringend Kashanis sofortige Freilassung gefordert und warnt angesichts der Berichte über anhaltende Folter vor großer Gefahr für sein Leben.
Kashanis Verfolgung ist Teil eines umfassenderen, unerbittlichen Vorgehens des klerikalen Regimes gegen jede Form friedlichen Widerstands. Seine Geschichte steht stellvertretend für eine neue Protestwelle im Iran – eine Welle, in der individuelle Tapferkeit ein Klima der Angst durchbricht und signalisiert, dass die brutalen Taktiken des Regimes die Forderungen nach Freiheit, Gerechtigkeit und nationaler Würde nicht länger zum Schweigen bringen können.
Die Welt darf nicht wegschauen. Die Proteste im Iran klingen nicht ab – sie entwickeln sich weiter, werden mutiger und fordern globale Solidarität.