Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Iran: Rentner und Krankenschwestern an der Spitze landesweiter Proteste

 

Protestkundgebung von Rentnern der Sozialversicherungsanstalt in Shushtar, Südiran – 12. Oktober 2025

Am Sonntag, dem 12. Oktober 2025, erfasste eine gewaltige Protestwelle den Iran und offenbarte eine Gesellschaft, die durch die systemische Korruption und Misswirtschaft des Regimes an den Rand des Zusammenbruchs getrieben wurde. Von der Hauptstadt Teheran über Industriezentren wie Isfahan und Ahvaz bis hin zu Städten wie Shush, Kermanshah, Yazd und Asaluyeh gingen verschiedenste Teile der iranischen Bevölkerung gleichzeitig auf die Straße. Rentner, Krankenpfleger, Arbeiter im Öl- und Gassektor und Bürger, denen grundlegende Wohnrechte verweigert wurden, vereinten sich in einem gemeinsamen Protest und verwandelten unterschiedliche wirtschaftliche Missstände in einen gemeinsamen politischen Aufschrei gegen das herrschende Establishment.

Der Schrei der Alten: Rentner lehnen das System ab

Höhepunkt des Tages waren die Proteste der Rentner des Landes, einer Generation, die miterlebt hat, wie ihre Ersparnisse und ihre Würde unter der Plünderung des Regimes dahinschwanden. In Shush beschrieben Rentner eine verzweifelte Lage, ihre „Kühlschränke sind leerer denn je “. Ihre Wut beschränkte sich jedoch nicht nur auf ihre leeren Taschen. In Ahvaz versammelten sich Rentner vor dem Gebäude der Sozialversicherung und skandierten Slogans, die die Legitimität des Staates direkt in Frage stellten: „Weder das Parlament noch die Regierung kümmern sich um die Nation. “

Diese Stimmung spiegelte sich in Isfahan wider, wo Rentner der Stahlindustrie erklärten: „Unsere Rechte können wir nur auf der Straße erkämpfen“, eine klare Absage an jede Hoffnung auf Reformen innerhalb des Systems. Auch in Ahvaz nahmen die Proteste eine explizit politische Dimension an, wo die Demonstranten die Freilassung inhaftierter Aktivisten forderten und den wirtschaftlichen Kampf direkt mit den Unterdrückungsmaßnahmen des Regimes verknüpften. Die Botschaft der iranischen Senioren ist nicht länger ein Appell um Hilfe, sondern die Forderung nach grundlegenden Veränderungen.

Der Verrat an systemrelevanten Arbeitskräften: Ein System im Zusammenbruch

Die Funktionstüchtigkeit des Regimes wurde durch Proteste seiner wichtigsten Beschäftigten noch deutlicher. In Kermanshah protestierten Krankenschwestern der Medizinischen Universität gegen die erschreckende zehnmonatige Verzögerung bei der Auszahlung ihrer Löhne und Überstundenzuschläge. Nach zahllosen gebrochenen Versprechen der Behörden drückte eine Krankenschwester ihre Frustration mit den Worten aus: „Wir kämpfen nicht für Privilegien; wir sind für unsere Rechte gekommen.“

In Asaluyeh, dem Zentrum des iranischen Öl- und Gasreichtums, protestierten unterdessen Grünflächenarbeiter in der Sonderwirtschaftszone Pars für ausstehende Löhne, Prämien und ein Ende diskriminierender Verträge. Beobachtern entging nicht die bittere Ironie, dass Arbeiter in einer Region, die dem Regime Milliarden Dollar einbringt, um ihr Überleben kämpfen. Dass die Regierung ihre Versprechen nicht einhält, war auch in Yazd Thema, wo Antragsteller für das nationale Wohnungsbauprojekt gegen jahrelange Verzögerungen und Untätigkeit protestierten.

Die brutale Antwort des Regimes: Kugeln für Brot in Belutschistan

Während die Bürger im Zentrum des Irans lautstark protestierten, zeigte sich das wahre Gesicht des Regimes in den Randgebieten des Landes. Nur einen Tag zuvor, am Samstag, dem 11. Oktober, eröffneten die repressiven Sicherheitskräfte des Regimes in den Provinzen Rask, Sistan und Belutschistan ohne Vorwarnung das Feuer auf einen belutschischen Treibstoffträger. Der Mann, der in einer bewusst in Armut gehaltenen Region sein karges Überleben zu verdienen versuchte, wurde schwer verletzt, bevor die Agenten flohen. Dieser grundlose Gewaltakt ist kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Unterdrückungspolitik gegen die ethnischen Minderheiten des Iran. Er entlarvt ein Regime, das auf Armut nicht mit Hilfe, sondern mit Kugeln reagiert.

Die Ereignisse vom 12. Oktober sind ein klares Urteil gegen ein bankrottes und illegitimes Regime. Die sektorübergreifenden Proteste und die zunehmend radikalen Slogans zeigen, dass die iranische Bevölkerung nicht mehr nur Reformen fordert. Sie identifiziert zu Recht die gesamte herrschende Theokratie unter Ali Khamenei als Ursache ihres Elends. Von den Rentnern in Teheran, die Gerechtigkeit fordern, über die Krankenschwestern in Kermanshah, die ihre Grundrechte einfordern, bis hin zur staatlich sanktionierten Gewalt in Belutschistan – die Botschaft ist unleugbar: Die Geduld der iranischen Bevölkerung ist erschöpft. Diese Proteste sind keine einzelnen Funken der Unzufriedenheit, sondern die Flammen eines landesweiten Aufstands, der täglich stärker wird.

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