Der Gipfel der Economic Cooperation Organisation (ECO) in Teheran endete am 11. März. Das Zentralbüro für Internationale Organisationen im Außenministerium des Regimes hatte geheime Richtlinien für die politische Nutzbarkeit dieses Treffens erarbeitet. Das geheime Dokument lautet:
“In Hinblick auf die jüngsten ökonomischen Herausforderungen ist unsere Forderung, die ECO auf einen Pfad zur Einführung bestimmter Reformen zu bringen, so dass wir den Gipfel in Teheran als Ort der neuen Geburtsstunde dieser Organisation ausgeben könnten. Es gibt fünf primäre Gasproduzenten bei der ECO. Die Mitglieder der ECO haben außerdem große Transportkapazitäten, denn sie stehen an einer einmaligen internationalen Schnittstelle. Wir dürfen bei dem Teheran-Gipfel nicht die Ansicht sich festigen lassen, dass die schwere der Krise in den ECO-Ländern größer ist als im Westen. Im Gegenteil, wir müssen verkünden, dass die ECO nur minimalen Schaden bei der Krise genommen hat. Der Westen betont die leer Hälfte der ECO und plant ihre Schwäche heraus zu stellen. Darum müssen wir den Erfolg der ECO auf verschiedensten Gebieten herausstellen.”
Das geheime Dokument des Außenministeriums sah den ECO Gipfel als eine Gelegenheit für das iranische Regime diesen zugunsten seines Atomprogramms auszunutzen. In einem Teil des Berichts heißt es:
“Wir empfehlen, dass verantwortliche Personen ankündigen, dass Irans Interesse an einer atomaren Zusammenarbeit mit Mitgliedern der ECO sehr groß ist. Dieses Thema ist besonders wichtig, da der Präsident auf dem Gipfel im vergangenen Jahr Bereitschaft zur Hilfe für andere ECO-Mitglieder ankündigte.”
Konsequenzen für die ECO
Der Geheimbericht des Außenministeriums des Regimes gesteht den Fehlschlag der ECO ein und kommentiert:
“Mehrere Faktoren trugen zum Scheitern der ECO bei, darunter war das Fehlen ökonomischer Hegemonie der wichtigste. Grenz- und ethnische Unterschiede, innerstaatliche Angelegenheiten, Bürgerkriege und vor allem die Entscheidung der Länder für eine kleine Rolle ECO haben die ECO zum Scheitern verurteilt. Von 500 Mrd Dollern ausländischem Handelsvolumen in den ECO-Ländern gehen bloß vier Prozent auf die Mitglieder selbst, der Rest auf Länder außerhalb der Region. Die Türkei betrachtet die ECO als weniger wichtig, als Europa und die Organisation der Black Sea Economic Coorporation. Gleichzeitig gehört die Abhängigkeit einiger ECO-Mitglieder von außerregionalen Kräften zu den Faktoren, die innerhalb der ECO die Meinungen scheiden.
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Reza Shafa ist ein Experte auf dem Gebiet des Geheimdienstnetzwerks des iranischen Regimes im Iran und außerhalb. Er hat intensive Nachforschungen unter anderem über das iranische Ministerium für Geheimdienst und Sicherheit (MOIS), auch bekannt als VEVEAK, betrieben, sowie über Aufklärungsbüro der Islamischen Revolutionsgardisten (IRGC) und die Qods-Armee. Zur Zeit arbeitet er mit an der Website des NWRI.