Sehr geehrte Bewohner von Ashraf,
Nach den tödlichen Angriffen im letzten Jahr gegen Ashraf stimme ich mit dem Erzbischof von Canterbury und anderen darin überein, dass wir die Angriffe auf iranische Dissidenten in Camp Ashraf verurteilen.
Ich unterstütze auch die Resolution 704 der Mehrheit des US Repräsentantenhauses, welche Präsident Obama aufruft, „alle notwendigen und nötigen Schritte für die Umsetzung der Abkommen der USA unter dem internationalen Recht und der vertraglichen Verpflichtungen zur Sicherung der physischen Sicherheit und des Schutzes von Camp Ashraf gegen inhumane Behandlung und willkürliche Deportation durch irakische Sicherheitskräfte einzuleiten.“ Die Sicherheit der Bewohner von Ashraf muss durch die US Truppen im Irak gewährleistet sein.
Basierend auf dem internationalen Recht und der Genfer Konventionen sind die Bewohner von Ashraf Zivilisten und „geschützte Personen“. Daher sind Restriktionen und eine ungesetzliche Blockade durch die Regierung des Irak unzulässig und müssen sofort eingestellt werden. Wie der UN Generalsekretär in seinem Bericht am 19.Mai 2010 gegenüber der UNSC sagte, sollen die Bewohner „ungehinderten Zugang zu Waren und humanitären Hilfsangeboten haben“ und sie müssen „vor willkürlicher, gewaltsamer und massenhafter Umsiedlung gegen ihren Willen geschützt werden. Dies wäre ein Verstoß gegen das universell akzeptierte Prinzip des non-refoulment.“
Ich wünsche auch der Exilopposition viel Erfolg bei ihrer großen Kundgebung in diesem Monat in Paris, welche die Rechte der Bewohner von Ashraf und die Bewegung des iranischen Volkes für Demokratie und Freiheit unterstützt, welche trotz mehrerer Niederschlagungen und Todesurteile für die Verwandten von Ashraf und anderen im Iran weiter geht.
Gott schütze euch
Erzbischof Emeritus Desmond M. Tutu
25. Juni 2010