
Walid Phares, Zweiter Sekretär der Transatlantic Parliamentary Group on Counterterrorism (Transatlantische Parlamentariergruppe gegen Terrorismus), sagte, die Vereinigten Staaten hätten in ihrer Position zum Iran und in ihrer Stellungnahme zum Konflikt im Irak zwei folgenschwere Fehler gemacht.
Der erste Fehler bestehe darin, dass das Pentagon behauptete, im Irak operierten keine regulären iranischen Truppen, und im Gegensatz dazu zugab, dass dort „Regimetruppen“ im Einsatz seien.
Der zweite Fehler sei es gewesen, es für legitim zu erklären, dass iranische Truppen mitten im Irak gegen Gruppen kämpfen, die Widerstand gegen Premierminister Nuri al-Maliki leisten.
Phares zitierte Konteradmiral John Kirby, Pressesekretär des Pentagon, mit folgenden Worten, die er auf einer Pressekonferenz am 8. Juli sagte: „Es bestehen keine Anzeichen, dass der Iran reguläre Truppen auf irakischem Boden einsetzt.
Wir wissen, dass iranische Kräfte – Kräfte der Quds-Miliz – sich im Irak aufhalten. Sie bilden irakische Sicherheitskräfte aus und beraten sie; das Gleiche lassen sie – und das ist kritischer zu sehen – schiitischen Milizen zukommen. Wir wissen auch, dass der Iran Nachschub, Waffen, Munition und sogar Flugzeuge an die irakischen Truppen geliefert hat.“
Phares schreibt auf der amerikanischen politischen Website The Hill: „Doch beide genannten militärischen Einheiten sind reguläre Armeen des Regimes und unterstehen dem Obersten Führer Ayarollah Khamenei.
Die Quds-Truppe ist eine besondere Abteilung der Revolutionären Garden des Irak, sie ist für Operationen außerhalb des Iran verantwortlich.
Und Wahington muss offenbar daran erinnert werden, dass die Quds-Truppe auf unserer Liste der Terrororganisationen steht.
Die US-Regierung darf nicht militärische Operationen von Terrorgruppen legitimieren, weder unter diesen noch unter anderen Umständen.
Es ist schockierend, die Story des Pentagon geht so weit zu behaupten: ‚Der Irak hat das Recht, seine Nachbarn um Hilfe zu bitten.‘ Damit wird die iranische Intervention im Irak indirekt legitimiert.
Diese noch nie dagewesene Stellungnahme ist gegen das Verbot einer iranischen Einmischung im Irak gerichtet, das die Vereinigten Staaten seit 2003 verhängt hatten. Außerdem verletzt sie die in den USA geltenden Leitlinien der Terrorbekämpfung, denn sie lässt die Einstufung der Quds-Truppe als Terrororganisation unberücksichtigt.
Phares bezeichnet die Kommentare des Pentagon als ‚erheblichen Kurswechsel in der Regierung Obama‘, mit dem die militärische Rolle des Iran im Irak akzepiert werde.
Er führt weiter aus, die Iraner hätten in den vergangenen drei Jahren auch die geschwächte Position der USA ausgenutzt, indem sie die Quds-Truppe in den Irak infiltriert hätten, indem sie es mitgetragen hätten, dass Maliki traditionell sunnitische Politiker ausschaltete, indem sie Gegenstände über den Irak nach Syrien geschafft hätten und weiterhin versuchten, die im Widerstand stehenden Emigranten in Camp Libery und Camp Ashraf zu vernichten.
Phares fügte hinzu: „Es zeigt sich, dass Washington im Irak einen Fehler begeht, der dem Fehler, den man in Syrien gemacht hat, entgegengesetzt scheint und unheimlich ähnlich ist. Dort unterstützten die USA die ‚Rebellen‘, die gegen das Assad-Regime kämpften, ohne sie von den Jihadisten zu unterscheiden, und ebneten damit al-Qaeda und ISIS in Syrien den Weg.
Und jetzt heißen sie alle Unterstützer des Maliki-Regimes, die ISIS bekämpfen, willkommen und ebnen damit iranischen Terrormilizen den Weg, im Irak ihr Unwesen zu treiben.“