
Das Flugzeug, das von Sanaa abdrehte, gehörte dem IRGC und hatte eine Gruppe von Befehlshabern der Houthis an Bord
NWRI – Nach Berichten, die vor kurzem den Iranischen Widerstand erreicht haben, hat Khamenei im vergangenen Juni die terroristische Qods Armee (QF) angewiesen, den Plan zu beschleunigen, in dem vorgesehen ist, Sanaa zu erobern und die Kontrolle des Jemen den Houthis zu übergeben. Dieser Schritt folgte auf die Eskalation der Krise im Irak und der Einnahme von großen Teilen dieses Landes durch ISIS und der Bildung einer internationalen Koalition in diesem Zusammenhang. Khamenei hatte erklärt,
da die USA mit ISIS und dem Irak und zugleich mit den Atomgesprächen beschäftigt seien, würden sie geneigt sein, über die Intervention des iranischen Regimes im Jemen hinwegzusehen, so heißt es in den Berichten. Er hat demnach betont, dass diese Gelegenheit vom Regime genutzt werden könne, um seinen Einflussbereich auf den Jemen auszudehnen und damit von den Problemen, denen es im Irak gegenübersteht, abzulenken.
1. Am 12. Juli 2014 hielt der Brigadegeneral des IRGC Esmail Qa’ani, der stellvertretende Kommandeur der QF, vor einer Gruppe von QF Befehlshabern eine Ansprache und kündigte darin eine neue Phase der Operationen von Ansarullah im Jemen an. Mit diesen Operationen werden wir Saudi Arabien in eine verwundbare Position bringen, führte er aus. Diese Erklärungen wurden in einem geheimen Bulletin des IRGC in Umlauf gebracht und folgten auf eine Reihe von militärischen Operationen und auf das Training der Houthis im Iran, im Jemen und im Libanon.
2. Während Ansarullah in Sanaa eindrang, äußerte der im Außenministerium für Arabien und Afrika zuständige Hossein Abdollahian in Bemerkungen gegenüber einer Gruppe von Beamten des Außenministeriums: „Wir werden bald Zeugen von Siegen im Jemen sein und die Islamische Republik wird mit geringem Aufwand im Jemen große Erfolge erzielen. Der zukünftige Jemen wird die vollständige Unterstützung des Iran genießen“.
3. Auf der Grundlage von Quellen im Inneren des Regimes hat der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) am 12. Oktober 2014 eine Erklärung abgegeben, in der offengelegt wird: „Khamenei hat betont, dass ‚die Achse Irak, Syrien, Libanon und Jemen‘ entscheidend ist ‚für die Islamische Republik des Iran und dass es an dieser Stelle keinerlei Rückzug geben darf‘ … Genau durch diesen Ring ‚können wir den Rest der arabischen Länder umzingeln, vor allem Saudi Arabien und Jordanien‘ und auf Länder wie Ägypten Druck ausüben“.
4. Am 19. Oktober 2014 merkte Khameneis außenpolitischer Berater Ali Akbar Velayati bei einem Zusammentreffen mit einer Gruppe von Houthis in Teheran zum Thema „Jemenitische Gelehrte und kulturelle Figuren“ an: „Im Jemen sollte Ansarullah eben die Rolle spielen, die Hisbollah im Libanon spielt“.
5. Nach der Eroberung des Präsidentenpalasts in Sanaa im Januar 2015 besuchte eine Delegation von Führern der Houthis Teheran und führte Gespräche mit dem Büro von Khamenei und mit der QF sowie mit anderen Organen.
6. Während diese Gespräche stattfanden, schrieb die QF in einer geheimen kurzen Stellungnahme: „Die vereinigte und mächtige Organisation von Ansarullah ist Irans Werk. Sie waren jahrelang im Iran. 15 Jahre lang hat der Iran beständig mit der Bewegung der Ansarullah gearbeitet. Sie haben ihren jetzigen Stand durch unsere beständige Unterstützung, unsere Ausbildung, unseren Unterhalt und unsere nachrichtendienstlichen Informationen erreicht. Darüber hinaus hat die QF ihnen durch Hisbollah und andere arabische Gruppen Schützenhilfe gegeben. Ansarullah untersteht vollständig der Befehlsgewalt des Iran“.
7. Nach dem Beginn der Operation „Entscheidender Sturm” wurde in einem geheimen QF Dokument festgehalten, dass das IRGC seit jetzt zwei Jahren alle Arten von Waffen an die Houthis im Jemen transferiert habe, darunter eine große Zahl an Boden-Boden und Boden-Meer Raketen, deshalb sollten sie nicht das Problem der Knappheit an Raketen und Waffen haben (dieses Dokument ist im Besitz des Iranischen Widerstands).
8. Als es zur arabischen Koalition gekommen ist, wurden verwundete Houthis regelmäßig in den Iran gebracht. So hat am 23. März die QF 52 verletzte Mitglieder von Ansarullah in das Baqiyatollah Krankenhaus in Teheran gebracht. Der General des IRGC Qa’ani hat sie persönlich im Krankenhaus besucht.
9. Das Linienflugzeug von Mahan (verbunden mit dem IRGC), das am 29. April gezwungen wurde von Sanaa abzudrehen, hatte mehrere Ansarullah Befehlshaber an Bord, die sich in Teheran und im Libanon aufgehalten hatten. Das gleiche Linienflugzeug sollte mehrere Houthis nach Teheran transportieren, wobei vorgespiegelt wurde, sie seien verwundet. Aus diesem Grund wurde eine Abteilung im Baqiyatollah Krankenhaus von anderen Patienten geräumt.
10. Mehrere Jahre lang wurde die Angelegenheit Jemen vom QF betrieben, aber seit dem letzten Jahr ist Khamenei direkt über die QF darin involviert. Die QF bedient sich zu diesem Zweck auch anderer Regierungsstellen. Vertreter der Houthis haben regelmäßige Treffen im Büro von Khamenei. Dort ist Shabankari für die Belange der Houthis verantwortlich.
11. Seit dem Beginn der Operation Entscheidender Sturm treffen sich die Führer des Regimes beständig im Obersten Nationalen Sicherheitsrat (SNSC), um die Sache zu verfolgen. Saeid Iravani, Mitarbeiter für politische und internationale Angelegenheiten im Sekretariat des SNSC, ist für die Koordination der Belange des Jemen verantwortlich.
12. In der ganzen Zeit beschäftigt sich der Generalmajor Kassem Soleimani, ein brutaler Befehlshaber der QF, mit dem Krieg im Jemen von Teheran aus als einer Hauptaufgabe der QF. Der Brigadegeneral im IRGC Amirian, Stellvertreter von Soleimani und im QF für die arabische Halbinsel zuständig, ist direkter Befehlshaber des Regimes im Krieg im Jemen. Er leitet die täglichen Stabszusammenkünfte zu diesem Krieg in Teheran.
13. Die QF hat auch im Libanon ein Hauptquartier errichtet, um in den Krieg im Jemen unter der Zusammenarbeit mit der Hisbollah zu intervenieren. In einem geheimen Bericht des IRGC ist zu lesen: „Hassan Nasrallah steht voll und ganz hinter dem Krieg im Jemen und ein großer Teil der Arbeit wird im Libanon gemacht. Er trifft sich mit Befehlshabern der Houthis und mit ihren offiziellen Vertretern im Libanon … Hassan Nasrallah arbeitet mit den Houthis zusammen unter der Oberaufsicht von Kassem Soleimani. Sie haben ihr Hauptquartier im Süden von Beirut. Befehlshaber der QF betreiben die Aktionen im Jemen über den Libanon“.
14. Sobald die Operation „Entscheidender Sturm“ begonnen hat und die Wege für die Hilfslieferungen an die Houthis geschlossen sind, hat Teheran seinen Beistand weiterhin in folgenden drei Hinsichten geleistet:
– Die Anwesenheit einiger Befehlshaber der QF vor Ort, die praktisch die Planungen durchführen und die Houthis anleiten.
– Der Aufbau wesentlicher Kommunikationssysteme, so dass die Houthis und die Elemente des IRGC im Jemen im direkten Kontakt mit der QF in Teheran bleiben können, um Anleitung zu erhalten;
– Die Entsendung weiterer Kämpfer und Kommandeure der libanesischen Hisbollah, um Ansarullah zu helfen. Seit sich die Einreise von IRGC Elementen immer schwieriger gestaltet, entsendet das Regime Befehlshaber der Hisbollah auf verschiedenen Wegen. Manche werden von der Front im Irak abgezogen und in den Jemen gebracht.
15. Einige Stimmen innerhalb des Regimes, besonders im Außenministerium, betrachten den „Entscheidenden Sturm“ als schweren und strategisch bedeutsamen Schlag für das Regime. Ein geheimer Bericht hebt mehrere Gesichtspunkte hervor:
– Wir haben uns im Jemen einfach zu weit vorgewagt. Die Eroberung von Sanaa war richtig, aber auf Aden zu marschieren, war ein Fehler. Als der Außenminister von Jordanien eine Friedensbotschaft der Saudis in den Iran überbrachte und den Iran drängte, nicht im Jemen einzugreifen, hat die QF das falsch eingeschätzt und die Eroberung des Jemen geplant genau wie die Syriens und des Irak.
– Dies ist eine Niederlage von strategischer Bedeutung in der Region … ähnlich wie es sich in Tikrit verhielt. Dort wurden mit dem Iran verbündete Einheiten zurückgeschlagen und die USA drohten, keine Luftschläge mehr durchzuführen, wenn die Milizen nicht zurückgezogen würden.
– Das IRGC kann nicht den ganzen Jemen für die Houthis einnehmen. Wären die Houthis in Sanaa geblieben, so wären die Saudis zu Verhandlungen bereit gewesen und wir wären in einer besseren Position gewesen. Der Versuch, den Jemen einzunehmen, war ein Fehler und voreilig und es hat zu einer Konfrontation mit dem Iran geführt, wie es sie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat.
– Der Iran hätte es genauso gehalten haben sollen wie mit der Hisbollah im Libanon. Er hätte Mansour Hadi Aden überlassen sollen. Nach dem Ende der Gespräche und dem Angebot in der Atomfrage, hätte der Iran allmählich in der Region vorrücken können … Leider fehle den Brüdern des IRGC der logische Überblick und strategische Weitsicht.
– Die Befehlshaber des IRGC wurden überrascht, da sie diese Situation nicht erwartet haben [den Entscheidenden Sturm] …
– Berichte und Bilder von Haj Kassem [Soleimani] ins Internet zu stellen, war eine Falle für das IRGC und hat die Region gegen den Iran mobilisiert und damit die dem Iran gegenüber loyalen Kräfte geschwächt. Nunmehr sind jahrelange Investitionen des Iran im Libanon, im Jemen, in Syrien und im Irak gefährdet.
16. In einem geheimen Bericht der QF heißt es umgekehrt: „Es gibt keinen Plan, dass sich die Houthis zurückziehen sollen. Sie müssen vorrücken. Sie sind gut mit Waffen und Raketen ausgestattet und können sich behaupten. Sie haben 180.000 Mann mobilisiert, die kampfbereit sind. Sie haben 20.000 entschlossene Selbstmordattentäter. Deshalb werden die Houthis gewinnen und Saudi Arabien wird in diesem Spiel verlieren. Was am wichtigsten ist: Nach 33 Jahren nimmt eine Revolution ähnlich der Revolution in der Islamischen Republik im Jemen Gestalt an“.
17. Unter den derzeitigen Umständen und solange die Houthis in Sanaa regieren, geht die Politik des Regimes der politischen Szene gegenüber dahin, auf einen baldigen Waffenstillstand Wert zu legen, um bei den Verhandlungen die Oberhand zu haben. Nach geheimen Berichten der QF „ist diese Situation für die Saudis unannehmbar und je mehr sich die Situation im Jemen verschlechtert, wird das den Saudis zum Schaden gereichen und die Koalitionskräfte werden abtreten; die Saudis können keine Hegemonie erlangen. Deshalb sollte Ansarullah Geduld haben“.
Ein anderer Bericht der QF stellt fest: „Wenn in der Hauptstadt eines der Länder der Koalition ein Auto explodiert, so wird dieses Land die Koalition verlassen”. Manchen Quellen zufolge sollen diese Berichte die Moral stärken und den Kräften des Regimes Hoffnung geben.
18. Am 17. April hat der stellvertretende Befehlshaber im IRGC Salami in demonstrativem Muskelspiel bemerkt: „Ansarullah kann die Marine der Saudis angreifen und sich einem Angriff von Bodentruppen der Saudis entgegenstellen … Ansarullah hat Raketen und Ausrüstung mit Waffen, sie haben Artillerie. Sie haben eine ziemlich mächtige Armee in der Region … Wenn die Angriffe der Saudis weitergehen, so werden sie [die Houthis] sicherlich damit antworten, dass sie die Bodentruppen der Saudis angreifen und in das Territorium der Saudis ziehen … Ansarullah werden gegenüber Angriffen der Saudis nicht die Hände gebunden sein“.
Der Ausschuss für Sicherheit und Abwehr von Terror im Nationalen Widerstandsrat Iran verweist eindringlich auf die oben angeführten Punkte und betont, dass dieses inhumane Regime, solange es im Iran regiert, nicht mit dem Export von Terror und Fundamentalismus und Kriegstreiberei in der Region aufhören wird. Deshalb besteht die einzige Lösung, um Frieden und Ruhe in der Region zu bekommen, darin, das iranische Regime und die mit ihm verbundenen Militärkräfte aus der Region zu vertreiben, besonders aus dem Irak, aus Syrien, dem Libanon und dem Jemen und zuletzt dieses Regime im Iran zu stürzen.
Ausschuss für Sicherheit und Abwehr von Terror im Nationalen Widerstandsrat Iran
2. Mai 2015