Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Zwei ehemalige Botschafter der USA im Irak: Die dortige Situation wird schlimmer

Dienstag, den 9. Juni 2015, 13. 49 Uhr

Zwei ehemalige Botschafter der USA im Irak, Ryan Crocker und Zalmay Khalilzad, warnen: Die Lage in der Region wird immer schlimmer. 

Crocker war von 2007 bis 2009 Chefdiplomat im Irak. Er warnte, Washington sei im Begriff, die Schlacht gegen die Extremisten von ISIS zu verlieren. Die Gewalttätigkeit werde im Irak sehr zunehmen,

bevor es besser werden könne. 

„Es ist zu einer unglaublichen Verschlechterung gekommen – das heißt Niederlage,“ sagte Crocker in einem Skype-Interview mit VOA. „So schlimm wie die Dinge dort heute liegen – sie sind noch besser, als sie in einem Monat sein werden.“

Zalmay Khalilzad sagte: „Man wird angesichts der gegenwärtigen Tendenzen zwangsläufig in kurzer Zeit pessimistisch, denn die Faktoren, die die Umstände formen, bewegen sich in eine negative Richtung.“

Khalilzad war Washingtons Botschafter im Irak auf dem Höhepunkt des Religionskrieges von 2005 bis 2007. Er warnte: Ohne eine politische Lösung der in der Region bestehenden Probleme könnten die dort vorhandenen Rivalitäten sich zu einem großen Religionskrieg ausweiten.

Am Montag erkannte US-Präsident Barack Obama an, es müsse erheblich mehr getan werden, wenn die Vereinigten Staaten und ihre Bündnispartner ISIS besiegen wollten.

„Eines der Gebiete, in dem wir besser werden müssen, ist das Tempo, mit dem wir irakische Truppen ausbilden,“ sagte Obama während des Gipfeltreffens der sieben Industrienationen in Deutschland. 

„Unsere Strategie ist noch mangelhaft; es fehlt auf seiten der Iraker noch an Engagement,“ sagte er.

Unterdessen sagte Emma Sky, ehemalige politische Beraterin des US-Generals Ray Odierno, die auch als Koordinatorin der Vorläufigen Verwaltungsbehörde der Koalition im Gouvernement Kirkuk gearbeitet hat, in einem Interview, das Aufkommen der Terrorgruppe ISIS sei möglich gewesen, weil man es dem Iran gestattet habe, sich nach dem Ende des zweiten Golfkriegs in die inneren Angelegenheiten des Irak einzumischen.

Ein zentraler Fehler des Westens habe darin bestanden, daß er in der Region ein Machtvakuum hinterließ; dies habe Teheran sich zu Nutze gemacht, sagte sie auf der außenpolitischen Website. 

Die britische Nahost-Expertin sagte: „Denken Sie an die Situation des Jahres 2003 im Irak; wir hatten keinen Plan. Wir ließen das Machtvakuum zu; alle diese bewaffneten Gruppen entstanden, darnach das Ende der Herrschaft der Baath-Partei, die Auflösung des Militärs; viele Leute, die vom gesellschaftlichen Prozeß ausgeschlossen waren, traten in die bewaffneten Gruppen ein; es endete mit dem Kollaps des Staates. 

In den Anfangsjahren wurden Fehler begangen. Wenn Sie an die Zeit von 2007 bis 2009 denken, war das die einzige Zeit des gesamten Krieges, in der wir die richtige Strategie hatten, die richtige Führung und die richtigen Mittel.“

 

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