Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Der frühere italienische Außenminister Giulio Terzi: Die Tragödie in Aleppo ist eine deutliche Erinnerung an den Preis der westlichen Vernachlässigung

.Der Versuch Präsident Obamas, die Außenpolitik der USA „neu zu orientieren“ hat sich in der Praxis in eine ausgesprochene Vernachlässigung der Rolle der USA im Nahen Osten verwandelt, so argumentierte er in einem Meinungsbeitrag für FoxNews.com. Die Menschen in Aleppo sind nur einige von allen denen, die darunter gelitten haben oder letztendlich darunter leiden könnten.

Terzi schrieb am 23. Dezember in FoxNews.com und stellte fest:
Durch seinen Rückzug aus den Angelegenheiten des Nahen Ostens hat die Obama Regierung einen verheerenden Einfluss auf die westlichen Interessen in der Region gehabt. Wichtiger noch ist vielleicht, dass sie eine verheerende Wirkung auf die Zivilbevölkerungen in der Region gehabt hat, hauptsächlich in Syrien und im Iran.
In den letzten Tagen von Aleppo haben Bewohner der Stadt das internationale Publikum mit gruseligen Berichten über die Morde der Pro-Assad Einheiten auf den Straßen erreicht. Eine Stadt mit einer 6000-jährigen Geschichte und einer bestimmenden Rolle für die Entwicklung der menschlichen Zivilisation wurde weitgehend zu einem Schutthaufen reduziert. All das wurde möglich durch die westliche Politik der Vernachlässigung.
Unterdessen erntet im Iran ein theokratisches Regime, das nach der islamischen Revolution von 1979 an die Macht gekommen ist, die Früchte eines fehlgeleiteten Atomabkommens. Das Regime hat versucht, sich mit neuen westlichen Partnerschaften zu bereichern, und hat zugleich in keiner Weise seine anti-westliche Rhetorik oder seine Drohungen gegen die Nationen in der Region verringert. Ganz im Gegenteil hat diese Rhetorik und haben diese Drohungen zugenommen und der Iran hat seinen neu gefundenen Reichtum dazu benutzt, um seine Einmischung in die Angelegenheiten der nahe gelegenen Länder zu vertiefen, wobei Syrien ein besonders prominentes Beispiel dafür ist.
Wenn man sich das vergegenwärtigt, so zeigt sich klar, dass die westliche Politik gegenüber dem Iran und die gegenüber Syrien eng miteinander verknüpft sind und dass die Krisen in diesen beiden Ländern Symptome des gleichen fehlerhaften Denkens sind.
Die Krise in Syrien ist offensichtlich. Sie hat zum Tod von nicht weniger als einer halben Million Menschen geführt und Millionen weitere zu Flüchtlingen gemacht.
Sie hat es zugelassen, dass der Islamische Staat des Irak und der Levante inmitten eines Chaos aufgeblüht ist, während die Unterstützer der Diktatur von Assad weiterhin ihre Aufmerksamkeit auf gemäßigte Rebellen gerichtet haben wie die, die vor einem Monat Ostaleppo besetzt hatten.
Die Krise im Iran ist für diejenigen, die dieses Land nicht genau beobachten, weit weniger offensichtlich. Aber diejenigen, die das tun, können erkennen, dass die öffentliche Unzufriedenheit  den höchsten Punkt aller Zeiten erreicht hat, was eine beständige Maßregelung des politischen und zivilen Aktivismus und der Bewegungen für die Rechte der Arbeiter und so weiter nötig macht.
Diese Maßregelung hat die Reihen der politischen Gefangenen anschwellen lassen und dem Land zu dem Ruf verholfen, den schlimmsten Missbrauch mit der Todesstrafe zu treiben mit der höchsten Pro Kopf Rate der Hinrichtungen. Dennoch ist es ihm nicht gelungen, die heimische Ablehnung auszulöschen, wobei Gruppen wie die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (MEK) weiterhin eine Organisationsstruktur und ein aktives Netzwerk für Aktivisten liefern und gleichzeitig immer mehr  auswärtige Unterstützung für die Sache eines Regimewechsels gewinnen können.
Es ist sehr notwendig, sich in die Richtung nicht nur eines neuen Engagements im Nahen Osten zu bewegen, sondern auch eines Engagements für die Gefühlslage der Bevölkerung in diesen Ländern, oft zum ersten Mal.
Diese Gefühlslage ist nicht schwer zu verstehen. Das Volk im Iran möchte frei sein von der repressiven theokratischen Regierung, die Menschen mit anderer Meinung oder dafür, dass sie sich mit jemandem des anderen Geschlechts im gleichen Raum befinden, ins Gefängnis sperrt. Und natürlich will es auch, dass ihre Regierung damit aufhört, Ressourcen für die Unterstützung des Assad Regimes zu verschwenden und unschuldiges Blut auf fremdem Boden zu vergießen.
Zur gleichen Zeit will das Volk in Syrien frei sein von einem Verrückten, der chemische Waffen und Fassbomben gegen die Zivilbevölkerung benutzt hat und der auch heute noch Menschen, die in Territorien unter der Kontrolle von Rebellen leben, in großem Stil abschlachtet. Natürlich wollen auch die Syrer ein Ende der zerstörerischen Einmischung des Iran in der Region.
Es ist absolut vernünftig, zu erwarten, dass die westliche Politik dabei hilft, diese Ziele zu erreichen, die übereinstimmen mit den westlichen Werten und Lebensformen.
Ohne die westliche Führungsrolle zwingt eine Handvoll militanter Theokraten in Teheran weiten Teilen des Nahen Ostens ihren Willen auf. Was die jetzige westliche Politik nicht zu erkennen scheint, ist, dass ihr Engagement in Bezug auf die Angelegenheiten des Nahen Ostens nicht bedeutet, dass der Wille der Vereinigten Staaten fremden Ländern aufgezwungen wird. Das ist überhaupt nicht notwendig, wenn Volksbewegungen wie die syrische Opposition und die iranische Opposition unter der Leitung  von Maryam Rajavi ganz genau die gleichen Dinge wollen wie der Westen, nämlich demokratische Regierungen und die Freiheit, ohne Angst vor willkürlicher Gewalt zu leben.
Die Menschen sterben in Aleppo. Hunderttausende sind in ganz Syrien gestorben und viel mehr werden in Zukunft sterben, wenn die internationale Gemeinschaft damit weiter macht, eine Politik der absichtlichen Nichtachtung durchzusetzen. Zur gleichen Zeit werden Menschen im ganzen Iran für ihre Überzeugungen gefoltert und ins Gefängnis gebracht; die Situation wird nur noch schlimmer werden, wenn der Westen weiterhin tyrannische Regierungen  legitimiert und dabei die Stimme der lokalen Bevölkerung überhört.
Die jetzige Politik muss sich ändern. Die Krankheit des irrtümlichen Denkens über nahöstliche Politik muss geheilt werden, bevor sie noch mehr Symptome hervorbringt wie die Zerstörung von Aleppo und die Bereicherung des Iran. Das sind Folgen, die tödlich genug sind und sie nehmen dem Westen alle Legitimation, wenn Länder auf beiden Seiten des Atlantik behaupten, sie würden weltweit die Demokratie und die Menschenrechte verteidigen.
Giulio Terzi, früherer Außenminister Italiens, ist  Mitglied des Vereinigten Beratergremiums gegen einen Iran mit atomarer Rüstung.

 

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