Am Sonnabend, d. 23. Juni 2012 begingen Beamte in Zivil, die dem Komitee zur Unterdrückung im Büro von Premierminister Maliki unterstellt sind, wiederum einen Akt der Menschenfeindlichkeit: Sie hinderten die Bewohner daran, Lebensmittel, die für die 2000 Bewohner bestimmt waren, zu entladen.
Der Kühlwagen, mit 15 Tonnen Fleisch, frischen Lebensmitteln und Gemüse beladen, hätte wie gewöhnlich nach einer Inspektion ins Lager fahren und die Ladung hätte den Bewohnern, die sie gekauft hatte, geliefert werden sollen. Zunächst sagten die Agenten, nach einer neuen Instruktion sei alles am Kontrollpunkt außerhalb des Lagers abzuladen. Unnötig zu sagen, Fleisch, Obst und Gemüse bei 56° Celsius zur Durchsuchung ab- und anschließend wieder aufzuladen, hätte Stunden gedauert und zum Verderb der Waren geführt. Nachdem die Bewohner in Anwesenheit von UNAMI-Vertretern dagegen beharrlich Einspruch erhoben hatten, wurde beschlossen, einige Kartons Fleisch und Obst abzuladen und von der Polizei untersuchen zu lassen, was auch geschah.
Dennoch sagten die Beamten in Zivil abermals, sie müssten die Waren im Kühlwagen inspizieren. Die Bewohner protestierten dagegen den UN-Beobachtern gegenüber und machten geltend, nach dem Memorandum der Verständigung, das vom Sondervertreter des Generalsekretärs [der UNO, d. Ü.] und dem Sicherheitsberater der irakischen Regierung unterzeichnet wurde, sei das Aufgabe der von der UNAMI ausgebildeten Polizisten, den in Zivil gekleideten Beamten des Unterdrückungskomitees sei nicht zu trauen und sie dürften den Kühlwagen nicht betreten, um die Lebensmittel zu untersuchen. Im Gegensatz zu dem, was das Memorandum der Verständigung bestimmt, sei die Identität dieser Agenten und der Regierungsorganisation der UNAMI nicht bekannt; nach internationalen Regeln dürften sie sich in die inneren Angelegenheiten des Lagers nicht einmischen. Schließlich wurden, nach allen Rechtfertigungen, die die Iraker vorbrachten, keine Lebensmittel ins Lager gebracht, bei Anwesenheit von UNAMI-Beobachtern wurde alles zurückgeschickt. Die zurückgeschickten Lebensmittel hatten 17.000 $ gekostet.
Man kann hier daran erinnern, dass Camp Liberty dem Flughafen von Bagdad benachbart ist und dass darum jedes Fahrzeug vor Einfahrt in das Lager von Polizei mit Spürhunden, einem starken Scanning-Gerät und einem Sonarsystem durchsucht wird. Darum hat das Verlangen, zu liefernde Lebensmittel abzuladen unter dem Vorwand, nach Waffen und Explosivstoffen zu suchen, den einzigen Sinn, das die Bewohner drangsaliert werden, ihnen das Leben schwer gemacht und ihnen die Erfüllung von Grundbedürfnissen vorenthalten wird.
Am Sonnabend nahmen die Agenten vom Unterdrückungskomitee den Fahrern von Wassertankwagen und anderen Tankfahrzeugen, die für irakische Unternehmen arbeiten, die Personalausweise, ihre Mobiltelefone und all ihr Geld weg. Sie zählten das Geld und gaben an, bei der Rückfahrt sollte ihnen alles wiedergegeben werden. Mit dieser absichtlich veranstalteten Schikane sollen die Fahrer und die Unternehmen davon abgebracht werden, mit den Bewohnern von Liberty geschäftlich zu tun zu haben.
Seit dem 2. Juni werden die Bewohner unter verschiedenen Vorwänden schikaniert. Seit diesem Tag ist Hauptmann Ahmad Khozeir, der beauftragt ist, Unterdrückungsmaßnahmen des Komitees gegen Ashraf durchzuführen, mit seinen Leuten am Eingang von Liberty stationiert.
Schon am 20. Juni verhinderten diese Agenten die Einfuhr lebensnotwendiger Gegenstände in das Lager. Dazu gehörten das Zubehör zur Einrichtung eines Geschirrspülraums und zwölf Wasserpumpen, die abgenutzte und defekte Pumpen ersetzen sollten. Diese Geräte sind bei der erdrückenden Hitze von höchster Notwendigkeit. Der Erwerb und die Lieferung aller dieser Gegenstände war zuvor von der Regierung des Irak genehmigt worden, nach endlosen Debatten, die in Anwesenheit der UNAMI-Beobachter geführt worden waren.
Über die erwähnten Schikanen hinaus verwehren die Agenten des Unterdrückungskomitees seit drei Tagen Mitarbeitern von Dienstleistungsbetrieben die Lieferung von Frisch- und Abwasser- sowie von Müllfahrzeugen.
Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
24. Juni 2012