Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Ist die Androhung des iranischen Regimes zum Sperren der Straße von Hormus nur eine leere Drohung?

Von Mohammad Sadaat Khonsari

Am Wochenende intensivierte sich der Krieg der Worte zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Präsident Hassan Rouhani drohte den USA damit, dass ein Krieg mit dem Iran „die Mutter aller Kriege“ wäre und US Präsident Trump reagierte darauf, dass er auf solche Drohungen nichts gibt.

Nun sagt der Iran, dass er in dem Fall, dass er die Straße von Hormus nicht nutzen kann, auch allen anderen Ländern nicht gestattet, diese zu nutzen. Die Straße ist der wichtigste Handelsweg für Erdöllieferungen und mehr als 18 Millionen Barrel passieren die Straße jeden Tag. Das ist mehr als 1/3 aller Erdöltransporte über dem Seeweg.

Die iranische Wirtschaft befindet sich bereits am Boden und wenn es ein US Embargo gegen das iranische Bankensystem und seine Ölexporte gibt, wird sich die Situation noch einmal verändern. Nach den hitzigen Worten der beiden Präsidenten rieten viele iranische Bürger über Telegram, US Dollar zu kaufen, um den Wert ihrer Konten zu sichern. Der öffentliche Disput zwischen Rouhani und Trump ließ kurz danach die iranische Währung um weitere 14 Prozent gegenüber dem Dollar verfallen.

Das Hauptproblem ist, dass die Preise vieler Güter im Iran eine Verbindung zum Dollar haben. Und das iranische Volk stellt sich auf weitere Unruhen ein, wenn die Sanktionen im November in Kraft treten.

Die EU hingegen versucht, den Atomdeal aufrecht zu erhalten und sie gibt Garantien für Ölerlöse nach den US Sanktionen. Die EU sagt, sie würde den Geldverkehr über die Europäische Investmentbank (EIB) laufen lassen und Erlöse direkt in den Iran transferieren, doch viele Experten sind skeptisch, dass dies funktioniert.

Das iranische Regime droht deshalb mit dem Sperren der Straße von Hormus, weil es so genug Druck auf den Ölfluß machen kann und damit dann viele Länder die USA auffordern, ihre Sanktionen zu überdenken. Doch es ist völlig unklar, ob der Iran überhaupt die Fähigkeit hat, die Straße zu sperren, denn dies benötigt einen massiven militärischen Einsatz. Der Iran hat keine große Marine und sie kann nicht im Geringsten mit den westlichen Marineeinheiten mithalten. Dennoch könnten auch eine Reihe kleiner Schiffe und Raketen eine Menge Schaden anrichten und deshalb muss man die Drohung ernst nehmen.

Die Vertreter des Regimes – darunter auch der oberste Führer Ali Khamenei – haben jedoch schon oft extreme Drohungen ausgestoßen, die sie nicht halten konnten. Diese Drohungen gab es auch bei den Atomverhandlungen und wenn der Iran dann bei dem Deal bekam, was der wollte, wurden diese Drohungen nie wieder erwähnt.

Das iranische Regime bläst eine Menge heiße Luft hinaus. Eine Sperrung der Straße von Hormus benötigt eine Militärmacht, die der Iran nicht hat. Das Regime bekommt nun von allen Seiten Druck, vor allem im Iran selbst. Das iranische Volk hat genug von der Streitlust des iranischen Regimes und das Volk weis, dass ein Ende davon nur möglich ist, wenn dieses Regime verschwindet.

Alles was das Regime tun kann, ist verzweifelt umher zu irren und sein unvermeidliches Schicksal zu verzögern.

Mohammad Sadaat Khonsari ist ein Forscher und Berater mit Schwerpunkt Menschenrechten, politische und soziale Angelegenheiten. Er hat Fachkompetenz über den Iran und den Mittleren Osten.

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