
Abgeordnete der mauretanischen Nationalversammlung haben die arabischen Länder aufgefordert, „die vereinigten Anstrengungen der arabischen Truppen im Jemen fortzusetzen und das iranische Regime aus der arabischen Region zu vertreiben, um seiner Einmischung in Syrien,
im Irak und im Libanon entgegenzutreten.“
Eine Erklärung, die von 23 Volksvertretern unterzeichnet wurde, fordert die „Bildung einer arabischen Truppe, deren Aufgabe in rascher Intervention zur Schaffung von Sicherheit in den arabischen Staaten bestehen würde“.
Die Gesetzgeber erklären: „Es ist an der Zeit, daß die Stimme des iranischen Volkes und seines legitimen Widerstandes gegen das den Iran beherrschende Regime gehört wird.“
„Es war dieser Widerstand, der die Interventionen des Iran in der Region zuerst aufdeckte. Die Unterstützung des Widerstands wäre die beste Art, wie man das Machtgleichgewicht verändern und der Region Frieden und Sicherheit bringen kann.“
Sie fordern „die Islamgelehrten und die Politiker der arabisch-islamischen Länder auf, gegen die iranische Einmischung in der Region ihre Stimme zu erheben.“
Im Irak steht der Iran hinter dem Sektenkrieg, der nun im Begriff ist, das Land zu teilen; der Irak ist zu einer Arena von Terroristen und Milizen geworden, die dem Iran gehorchen,“ fügen sie hinzu.
„Die Einmischungen und das Kriegsschüren des iranischen Regimes in der Region sind nicht ein Ausfluß seiner Macht; sie zielen darauf, seine politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen, die sich täglich verschärfen, zu vertuschen. Angesichts dieser Einmischungen tut man gut daran, das iranische Regime aus der Region zu vertreiben und die Opposition zu unterstützen.“
Bewohner von Camp Liberty berichten dem Fernsehen von Al-Arabiya von ihrer Not
Sonntag, den 7. Juni 2015, 16. 39 Uhr
Al Arabiya, den 4. Juni 2015
Sabriya und Shokriya Shafabin erzählen ihre Geschichte
Al Arabiya: Vor ihrem Abzug aus dem Irak baten die Vereinigten Staaten den Irak, für die Sicherheit der iranischen Flüchtlinge in Camp Ashraf die Gewähr zu übernehmen, doch die Truppen Nuri al-Malikis haben es einige Male überfallen und dabei Massaker an den Bewohnern verübt.
Shokriya: In Ashraf sagten wir, unsere Stadt sei wie der Iran im kleinen. Alle iranischen Ethnien waren vertreten: die Belutschen, die Kurden und die Fars, und es war kein Unterschied zwischen ihnen. Ashraf w a r ein kleiner Iran und zugleich für diesen ein Zukunftsmodell.
Mein Leben in Ashraf war schön. Wir hatten eine Bibliothek, ein Schwimmbad und eine Universität. Ich lernte auf dieser Universität arabisch. Die Menschen waren einander nahe und schätzten einander. Zwischen ihnen bestand eine edle Beziehung. Ich gewann dort viele Freunde, besonders meine liebe Freundin Faezeh Rajabi – eine der Märtyrerinnen des Massakers vom 8. April 2011. Sie war eine Kurdin und war aus dem Iran nach Ashraf gekommen.
Sabriya: Ich erfuhr über den Widerstand von meinem Vater und beschloß, nach Ashraf zu gehen. Dort lebte ich 12 Jahre lang, in Camp Liberty nun 3 Jahre. In der Zeit, in der ich in Ashraf und Camp Liberty war, verübten irakische Söldner auf Befehl Malikis und des iranischen Regimes fünf verbrecherische Überfälle. Sie haben sowohl Ashraf als auch Liberty angegriffen. Die meisten meiner Freunde wurden bei diesen Überfällen getötet – junge Frauen wie Asiyeh Rakhshani, Faezeh Rajabi, Rahman Mannani, Hanif Emami und andere – ich kann mich nicht an alle Namen erinnern.
Am 8. April – oder besser gesagt: seit dem 2. April – waren Malikis Elemente zum Angriff auf Ashraf bereit. Am 2. April sahen wir, wie irakische BMP’s nach Ashraf kamen. Ich kann arabisch und ging gemeinsam mit einigen Schwestern, um mit ihnen zu sprechen. Wir fragten sie, warum sie diese Panzer nach Ashraf brachten. Sie sagten, sie wüßten es nicht, sie führten nur Befehle aus, und wir sollten ihre Vorgesetzten fragen.
Diese sagten, man habe ihnen den Befehl erteilt, herzukommen, um landwirtschaftlich zu nutzende Flächen ihren Eigentümern zurückzugeben. Wir wiesen ihre Geschichte zurück und sagten ihnen, wir lebten schon 25 Jahre lang in Ashraf. Sie sagten, sie wüßten nichts davon und könnten uns nicht mehr sagen. Diese Situation dauerte bis zum 8. April an. Dann schickten sie sich an, vorzurücken; wir versuchten, sie zum Rückzug zu bewegen und vor allem am Betreten der Frauen vorbehaltenen Gebiete zu hindern. Es war sehr schwer für uns, daß sie in unseren Ort eindrangen.
Am 8. April erfuhren wir auch, daß die irakische Regierung einen Befehl zum Angriff auf Ashraf erteilt hatte. Damals war Maliki der Chef der Regierung. Ich glaube, es war etwa um 5 oder 5. 30 Uhr am Morgen, daß der Angriff begann; er dauerte bis zwölf Uhr Mittag. 63 Personen wurden getötet, darunter 8 Frauen. Die Nachricht von dem Tod dieser Menschen traf uns sehr schwer. Es war schwer zu sehen, wie andere starben und ich selbst weiter lebte. Der Lärm der Maschinengewehre und anderer Waffen wollte nicht aufhören.
Gegen Mittag hörte ich den Klang des Gebetes von der Fatemeh-Zahra-Moschee. Ich brach in Tränen aus, denn ich gedachte der Ermordeten. Simay-e Azadi, der Fernsehsender des Widerstands, gab die Namen der Getöteten bekannt. Es war sehr schwer für mich zu hören, daß Faezeh unter ihnen war.
Al Arabiya: Die Vereinigten Staaten versuchten, das Problem der in Ashraf lebenden Flüchtlinge dadurch zu lösen, daß sie sie an einen Ort brachten, den sie selbst benutzt hatten und der Camp Liberty hieß. Doch die Flüchtlinge wurden weiterhin belagert.
Ein Bewohner von Camp Liberty: Ich spreche zu Ihnen von einem Lager aus, von dem vor allem der Name eine Farce ist. Man nennt es Camp Liberty, doch hier ist keine Freiheit vorhanden. Wir verbringen unsere Tage wie Häftlinge. Wir dürfen das Lager nicht verlassen; niemand darf es besuchen. Sie hindern sogar Dinge, die wir durch Mittelsleute gekauft haben, an der Einfuhr ins Lager. Wir dürfen keine Computer kaufen, ebenso wenig Insektiziden, obwohl wir an einem Fluß und in einem Sumpfgebiet leben. Wie sollen wir hier leben?