
in der Frau Maryam Rajavi, gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes, die finsteren, menschenfeindlichen Verbrechen des ISIS verurteilt hat. Sie betont darin, dass dieses Verbrechen und diese Verbrecher mit dem Islam nichts zu tun haben, mit den grundlegenden Werten der Freiheit, des Friedens und der Liebe zu allen Menschen, die im islamischen Glauben verankert sind.
In der verworrenen Situation haben Beobachter erkannt, dass verschiedene trügerische Bekundungen der Sympathie mit den Tätern dieser Katastrophe mit den ISIS-Verbrechern auf einer Linie stehen und zum Beweggrund haben, zu weiteren solchen Verbrechen anzureizen. Diese Äußerungen zielen im Grunde darauf, die Schuld an dem Blutbad den Opfern selbst zuzuschieben, hier den französischen Politikern. In diesem Sinne entsprechen die Verlautbarungen zahlreicher hoher iranischer Regimebeamten ganz der Norm der fundamentalistischen iranischen Herrscher, die in den den vergangenen vier Jahrzehnten für ihre Verbrechen immer die Opfer verantwortlich gemacht haben, besonders die Iraner, die selbst Widerstand leisteten. (Wir weisen hin auf eine Erklärung des NWRI, die unter dem Titel „Der verächtliche Jubel der Mullahs und ihr Versuch, die Terrorkatastrophe von Paris für sich auszunutzen“ am 14. November veröffentlicht wurde.)
Es ist herzerwärmend, dass französische Politiker und führende Persönlichkeiten aus dem politischen und spirituellen Leben der ganzen Welt ihren Willen betont haben, den Kampf gegen die Täter dieses Verbrechens, gegen seine Ursachen und Motive bis zum Ende zu führen. In diesem Zusammenhang halten wir es für nötig, Folgendes hervorzuheben:
1.Die stärksten und innersten Ziele, die mit diesen und allen Verbrechen des ISIS und ähnlicher Fundamentalisten verfolgt werden, lassen sich in zwei Leitlinien zusammenfassen, die man im Kampf gegen diese Verbrecher beachten muss:
Diese bösartigen Ziele sind: Die Menschen in aller Welt sollen terrorisiert werden, so dass sie das Gefühl haben, von einer Masse unaufhaltsamer, übler Barbaren bedroht zu sein, gegen die wir uns nicht erheben könnten und dürften und die man allenfalls beschwichtigen müsse. Ein bezeichnendes Beispiel für diese Blendung der Öffentlichkeit ist die Appeasement-Politik, die in den vergangenen vier Jahrzehnten betrieben wurde und dazu geführt hat, dass sämtliche Verbrechen, die die im Iran herrschenden Fundamentalisten begangen haben, ignoriert wurden.
Das zweite Ziel: Diese Verbrecher sollen als Muslime hingestellt werden. Dazu wird die Lüge verbreitet, man greife auf diese üblen Methoden zurück, weil man den „Fundamenten“ des Islam treu sei. Die Fundamentalisten sind nicht weit entfernt davon, die Vorstellung heraufzubeschwören, wer sich gegen sie stellte, stellte sich gegen die fast zwei Milliarden Muslime in aller Welt, und das sei unmöglich, – dann bliebe ja nichts übrig, als jeden Widerstand gegen sie aufzugeben.
2.Wenn wir diese Ziele überdenken, müssen wir sehr aufmerksam sein und verantwortlich vorgehen gegen alles, was diese Ziele fördern kann. Wie leicht diese Mentalität ins Wanken zu bringen ist, wie leicht die Verbrecher, die sich nach ihr richten, aus dem Konzept gebracht werden, lässt sich klar ablesen an dem Bild, dass der wichtigste Verkörperer dieser kriminiellen Tendenzen bietet, und das ist das Mullahregime im Iran. Dieses Regime ist an die Macht gekommen, indem es die Energie der gegen die Schahdiktatur sich erhebenden Revolution des iranischen Volkes auf seine Mühlen lenkte und die Herrschaft an sich riss. Aber wegen der Standhaftigkeit der Iraner aus allen Bevölkerungskreisen, die – hier sind die Frauen und die Arbeiter, deren Alltag schwere Mühe ist, hervorzuheben – alle Arten von Grausamkeit erdulden mussten und müssen, und wegen des organisierten iranischen Widerstandes im Epizentrum dieser Tendenz konnte dieses Regime seine Herrschaft die ganze Zeit hindurch nicht festigen, konnte seine Wurzeln nicht in die Breite strecken, sondern rückt Tag für Tag ein Stück an seinen völligen Untergang heran, in dem es vom Volk und seiner Widerstandsbewegung zerbrochen werden wird.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir den Glauben stärken, dass Widerstand und ein endgültiges Nein zu dieser finsteren Welle von Verbrechen zum einzigen Weg nach vorn führen. Diese Verbrecher, mögen sie sich nennen, wie sie wollen, mögen sie anführen, was für Vorwände sie auch erfinden mögen, unter der Flagge des Islam oder im Kampf gegen große oder kleine „Teufel“, die erstanden sein mögen, haben in der modernen Welt des Erwachens der Menschenfreundlichkeit, des ruhmreichen Widerstandes im Iran und anderen Ländern der Region mit ihrer Perspektive keine Chance, sich und ihre Wurzeln unter den Völkern auszubreiten.
3.Die Verbrecher behaupten, den Islam zu erfüllen und geben andere irreführende Parolen aus. Hier muss man die wahren Unterscheidungen treffen. Wir müssen unser Handeln unter der Voraussetzung disponieren, dass der Islam sich diametral unterscheidet von diesen Propagandisten von Tod und Zerstörung. Hier tragen muslimische Gelehrte eine besondere Verantwortung. Ihre Prophetie reicht viel weiter als bis zur bloßen Verurteilung dieser Verbrechen der Fundamentalisten. Es besteht die Notwendigkeit, mit den aktiven Gruppen des Widerstandes im Iran wie in der ganzen Region Bündnisse zu gemeinsamem Handeln zu schließen. Jeder Muslim, ob allein oder in Gruppen, der diese Verbrechen schweigend geschehen lässt, wird niemals Vergebung erlangen, und Muslime und muslimische Würdenträger, die in bedrohten Ländern wie Frankreich leben, tragen heute besonders hohe Verantwortung. Sie stehen in dieser Beziehung neben den muslimischen Persönlichkeiten und Gruppen in Ländern, wo diese Verbrecher ständig wüten, also im Iran, in Syrien und anderen Ländern des Mittleren Ostens, Afrikas und …
4.In diesem Zusammenhang kommt es zuvörderst und auf die Dauer darauf an, die Werte und Ziele des Islam genau zu beschreiben. Es muss dargelegt werden, wie der große Prophet Mohammed seine Methoden auf den Text des Korans gründete und die Freiheit der Religion achtete. Dieses Prinzip lässt sich aus den Lehren des Islam über die Religion, die Sicherheit und die Rechte anderer herleiten. Es ist bemerkenswert, wie der Islam in dieser Frage immer wieder sehr weit geht. Er verbietet mit aller Klarheit, selbst die tönernen Götter der Götzendiener herabzusetzen. Er verbietet Ungerechtigkeit gegen den Feind und extreme Handlungen zur Abwehr seiner Aggression. Diese Lehren beweisen überzeugungskräftiger als alles andere, dass alle tyrannischen Herrscher, die ihre Paläste der Macht und des Bösen errichteten und ihren Raub am Wohlstand des Volkes mit dem Islam rechtfertigten, gelogen und ihre Nationen betrogen haben. Ihre gefälschten Fabrikationen und Lügen werden ans Licht kommen, wenn der wahre Islam wieder gelehrt wird.
5.Bei alledem darf man eine Gefahr nicht aus dem Auge verlieren, nämlich den Schein, dass man in einer Stimme mit dieser blutigen Welle von Terror und Angst spricht und mit ihr zusammenarbeitet. Um diese Gefahr zu vermeiden, muss man die verschiedenen Zweige des terroristischen Fundamentalismus auseinanderhalten. Sie sehen verschieden aus und stellen sich so dar, als ob sie gegeneinander kämpften; mitunter treiben sie sogar Propaganda gegeneinander und greifen einander an.
Das iranische Regime, das erfolgreiche Vorbild, der eingestandene Exporteur dieses Terrorismus in die Region, gibt vor, den ISIS im Irak zu bekämpfen. Der ISIS führt seinerseits hin und wieder blutige Angriffe auf schiitische Moscheen durch. Dabei ist es bekannt, dass in den hohen Rängen zwischen den beiden Gruppen Al-Qaeda und ISIS einerseits und dem iranischen Regime andererseits eine ernsthafte Zusammenarbeit besteht. Beide Modelle des islamischen Fundamentalismus sind gleich gefährlich für Frieden und Sicherheit in der Welt. Ihre Taktiken sind einander völlig gleich. Beide betreiben ein rückständiges Regierungsmodell, das sie allen, ob Muslim oder nicht, mit Gewalt und Terror aufdrücken. Sie greifen auf die mittelalterliche Scharia zurück, auf Gesetze, die durch und durch antidemokratisch sind und die Grundrechte von Muslimen und Andersgläubigen verletzen. Sie verfolgen dieses Ziel gemeinsam, sie arbeiten zusammen, bis in die Taktik hinein. Wird die Welt, wird besonders das französische Volk je vergessen, dass Paris mehrmals von Terroristen der Teheraner Mullahs terrorisiert worden ist, dass sogar Geschäfte gesprengt und öffentliche Plätze bombardiert wurden?
Wir sprechen dem Volk von Frankreich und der ganzen Menschheit, die von der über alles Verzeihen schlimmen Brutalität von ISIS und seinen Komplizen verwundet worden sind, unser tiefgefühltes Beileid aus. Aber zugleich bekräftigen wir zuversichtlich, dass tatkräftiger, umfassender und ausdauernder Widerstand gegen diese Grausamkeit gewiss und unvermeidlich zum Sieg der Menschlichkeit, zum Sieg des Lichts über Finsternis und Barbarei führen wird.
Lang lebe der umfassende und beharrliche Widerstand gegen Unterdrückung und kriminelle Unterdrücker.
Nationaler Widerstandsrat Iran
Ausschuss für Religionsfreiheit
Jalal Ganjeii
15. November 2015