
Der Iran verfügt über die in der Welt zweitgrößten Erdgasreserven mit geschätzten fast 34 Billionen m3 und liegt bei den weltweiten Gasreserven nur hinter Russland. Dabei ist zu beachten, dass der Iran sich zweier bedeutender Gasfelder rühmt, nämlich das Sardar Dschangal Feld im Norden und das Chalous Feld im Kaspischen Meer.
Im Hinblick auf diese beiden Felder beansprucht der Iran jetzt, den weltweiten Spitzenplatz einzunehmen, was die Gasreserven anbetrifft. Wegen fragwürdiger und trügerischer Vereinbarungen mit Russland sieht sich der Iran derzeit Begrenzungen gegenüber, was das Sardar Dschangal Gasfeld anbetrifft.
Die geopolitischen Vereinbarungen, besonders der strittige Vertrag mit Russland, ordnen 40 % der Gasproduktion aus den Chalous Feld Russland, 28 % China und nur 25% dem Iran zu. Dabei ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass diese Zahlen sich auf ein Feld beziehen, das zwar entdeckt wurde, aber noch nicht in Betrieb ist. Laut Schätzungen enthält das Sardar Dschangal Gasfeld allein 50 Billionen Kubikfuß an Gas, mehr als das Zehnfache des Schah Deniz Felds in der Republik Aserbeidschan. Für das Chalous Gasfeld wird angegeben, dass es mindestens 3,3 Billionen m3 enthält, womit es zu dem zehntgrößten Gasreservoir in der Welt würde.
Die großen Gasressourcen des Iran könnten, wenn sie effizient ausgebeutet würden, die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Iran bedeutend erweitern. Derzeit schlägt sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit Armut herum und die Hälfte lebt unter der Armutslinie. Die Entnahme und der Verkauf von Gas könnten dem Iran die Mittel dafür an die Hand geben, den Lebensstandard seiner Bürger zu erhöhen.
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Was die Gas Produktion anbetrifft, so weisen Daten von British Petroleum (BP) darauf hin, dass der Iran bis Ende 2022 annähernd 260 Milliarden m3 Gas jährlich produziert hat, was ihn zum drittgrößten Gasproduzenten in der Welt nach den Vereinigten Staaten und Russland hatte werden lassen. Trotz seiner beträchtlichen Gasreserven betrug der Anteil des Iran an der globalen Gasproduktion im vergangenen Jahr weniger als 6,5 %. Zudem betrug der Anteil des Iran an den globalen Gasverkäufen nur 1,5 % mit Exporten in die Türkei und den Irak.
Angesichts des Paradoxes der bedeutenden Gasreserven des Iran zugleich mit Knappheit in dem Land, besonders während des hohen Bedarfs in den Wintermonaten, muss die schädliche Politik des Regimes genauer untersucht werden.
Die autokratische Herrschaft verbunden mit Repression der Bevölkerung hat zur Abwanderung iranischer Experten aus dem Land geführt. Somit fehlt es dem Regime an technologischem Können, das nötig ist für eine effiziente Entnahme von Gas, besonders in den Offshore Feldern.
Ein Beispiel dafür ist das Gasfeld Pars Süd, eines der größten der Welt, das sich der Iran mit Katar teilt. Während Katar dieses Feld effizient ausbeutet und zu einem großen globalen Exporteur wird, steht der Iran vor Schwierigkeiten wegen der Sanktionen des Westens und dem Fehlen nennenswerter Investitionen größerer westlicher Unternehmen. Es ist bemerkenswert, dass Unternehmen wie Total aus Frankreich und Eni aus Italien sich aus den Vereinbarungen für das Gasfeld Pars Süd zurückgezogen und dafür entschieden haben, stattdessen in Katar und Aserbeidschan zu investieren.
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Schätzungen zufolge würde der Iran für das nächste Jahrzehnt eine Mindestsumme an Investitionen von 60 Milliarden $ benötigen, um die Ineffizienzen in seinem Gassektor zu beheben. Wenn es nicht gelingt, sich eine solche Investition zu sichern, könnte das zu einem jährlichen Defizit von 400 Millionen m3 führen und die derzeitige Situation verschärfen, wo das Regime darauf verfallen ist, Mazut zu verbrennen, um Energie zu gewinnen, was Umweltverschmutzung und Gefahren für die Gesundheit verursacht.
Vor Kurzem hat Hashem Arui, der Chef der Gewerkschaft der Energie Assoziationen im Iran gewarnt, dass ohne die notwendigen Investitionen im Gasfeld Pars Süd der Iran eine Feldphase im Jahr verlieren, würde beginnend im Jahr 2025. Diese düstere Voraussage würde, wenn sie eintrifft, schwere wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen, die Wirtschaft des Iran bedrohen und diejenigen abschrecken, die sich an Russland und China halten. Dem derzeitigen Regime, das schon am Rande des Bankrotts steht, fehlt es an der nötigen Finanzmasse für solche Investitionen.
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Kurz gesagt: Das Potential der großen Gasreserven des Iran bleibt in starkem Maße unerschlossen, in erster Linie wegen des Missmanagements, der Korruption und der internationalen Isolation des Regimes. Zu den ungünstigen Folgen dieses Missmanagements gehören Knappheiten im Land, Umweltverschmutzung und eine wenig aussichtsreiche wirtschaftliche Zukunft. Nur mit einem Wechsel in der Führung und einem erneuerten Willen zu internationaler Zusammenarbeit kann der Iran sein Gaspotential nutzen und zu einem großen weltweiten Gasexporteur werden zum Nutzen seiner Bevölkerung und der breiteren Wirtschaft.