Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Iran: Amtsträger fordert Verbot von Gedenkfeiern für Selbstmörder


In einer Erklärung vom 21. April, hat Behnam Niazi, der Chef des Gesundheitsnetzes im Bezirk Boyer-Ahmad im Westen des Iran, die alarmierende Zunahme an Selbstmorden angesprochen und vor einer Normalisierung der Gedenkzeremonien für diejenigen gewarnt, die sich das Leben genommen haben. Er forderte die Stadtverwaltungen auf, das Aufhängen von Transparenten auf öffentlichen Plätzen zu unterbinden, mit denen um Personen getrauert wird, die durch Selbstmord gestorben sind. Diese Äußerungen wurden in der Gesellschaft im Iran gar nicht gut aufgenommen.
Am 23. April hat Fazel Meybodi, ein Mitglied des Seminars in Ghom vor sozialen Konsequenzen des Verbots von Gedenkandachten für Opfer von Selbstmord gewarnt. Er verwies darauf, dass die Mehrheit der derzeitigen Selbstmorde im Iran aus Armut, Not und geldlichen Schwierigkeiten entspringen.
Laut einem Bericht in der Nachrichten-Website „Emtedad“ wurden in den letzten fünf Jahren vom März 2019 bis März 2024 mindestens 196 Fälle von Selbstmorden von Kindern in den Medien gemeldet, wobei einige Fälle wohl unberücksichtigt geblieben sind. Unter ihnen waren 133 Einzelfälle, mehr als 66 %, von Mädchen.
Mehdi Roshanfekr, ein Mitglied der parlamentarischen Bildungskommission, führt den Anstieg bei den Selbstmord raten auf verschiedene Faktoren zurück, darunter Armut. Er hob hervor, dass in den Provinzen Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad die Zahl der Vorkommnisse von Selbstmorden besonders hoch waren, Berichten zufolge gab es 60 junge Leute über drei Jahre, die sich das Leben wegen Armut, Drogenabhängigkeit, Arbeitslosigkeit und fehlenden Mitteln nahmen.
Eine staatliche Nachrichten Website „Khabar Online” berichtete am 30 Dezember 2023, dass die Selbstmordraten im Iran um 51 % zugenommen habe verglichen mit 2016.

https://x.com/iran_policy/status/1740099660293779853
Hamid Reyravi, der Vizepräsident der iranischen Gesellschaft für Suizidprävention erklärte in einem Interview, dass die Suizidraten in den letzten Jahren steigen. Er legte offen, dass 2022 annähernd 7,4 Personen je 100 000 Menschen durch Suizid starben mit insgesamt 6000 Todesfällen dadurch allein im letzten Jahr.
Verschiedene Faktoren tragen zu der Neigung, der Entscheidung und Durchführung des Selbstmords von Personen bei und reichen von wirtschaftlichen Problemen bis zu psychischen Störungen. Peyravi betonte, dass die Determinanten der psychischen Gesundheit, darunter die Wohnverhältnisse, die Beschäftigung, Zugang zu Bildung und Zugang zu Gesundheitseinrichtungen, eine entscheidende Rolle spielen. Er gab an, dass 60 % derjenigen, die durch Selbstmord gestorben sind, zur Zeit der Durchführung an Depression gelitten haben. Daher kann das Achten auf Störungen der psychischen Gesundheit erheblich zu einer Verringerung der Selbstmordraten beitragen.

https://x.com/iran_policy/status/1694333678053216557

Staatliche Amtsträger und Medien geben offen zu, dass die hohe Selbstmordrate im Iran von sozioökonomischen Problemen herrühren. Sie übersehen jedoch üblicherweise den tieferen soziopolitischen Druck, der zu dieser Krise beiträgt. Wenn weniger als ein Prozent der Bevölkerung Wohlstand genießen und die Mehrheit in Armut lebt, so trägt das Regime selbst die Verantwortung für die Not.
Der Ruf nach einem Verbot von Gedenkzeremonien für Opfer von Selbstmord von der Seite eines Amtsträgers spiegelt die Angst im Staat vor einer steigenden Wut der Bevölkerung bei und davor, dass sich jede Trauerzeremonie in eine Ausbreitung des Protests verwandeln könnte. So etwas hat sich im Iran in beträchtlichem Ausmaß ereignet und wird wieder vorkommen.

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