Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)

Unsichtbare Opfer: Das iranische Regime und die tödliche Wirkung auf die Umwelt


In den letzten Jahren muss sich der Iran mit einer beispiellosen Umweltkatastrophe auseinandersetzen, wobei sich die Situation nur verschlimmert hat wegen der desaströsen Politik der herrschenden Mullahs. Von der Austrocknung einst gedeihender Feuchtgebiete und Seen bis zur verheerenden Zunahme des Feinstaubs und der Staubstürme sind die Folgen von deren Entscheidungen in jeder Ecke des Landes spürbar.

Der Urmia See: Ein Naturwunder vor dem Umkippen

Der Urmia See, einst einer der größten Salzwasserseen in der Welt steht jetzt kurz vor der vollkommenen Austrocknung. Laut den staatlichen Medien sagen die Experten des Regimes voraus, dass im August 2023 mehr als 98 % des Sees ausgetrocknet sein werden.

Die Zerstörung des Urmia Sees wird einer Reihe von falschen Planungsentscheidungen zugeschrieben, die im Laufe der Jahre gefällt worden sind. Das Versäumnis, sich mit Wasserproblemen zu befassen, führte zu dem derzeitigen katastrophalen Zustand des Sees. Die Mullahs nehmen keine Rücksicht auf die Umwelt und ihre kurzsichtige Politik hat dieses Naturwunder unwiederbringlich verkommen lassen.

Das Gavkhoni Feuchtgebiet: Verlust eines gedeihenden Feuchtgebiets
Ein weiterer Bericht macht darauf aufmerksam, dass das Gavkhoni Feuchtgebiet in der Provinz Isfahan, einst ein gedeihendes Ökosystem, auch der desaströsen Politik des Regimes zum Opfer gefallen ist. Alarmierende 99 % des Feuchtgebiets sind ausgetrocknet, was zur Zunahme von Zentren der Staubverbreitung geführt und zu einer Verschlechterung der Luftqualität in der Region beigetragen hat. Die Entstehung dieser Zentren der Staubverbreitung vermehrt noch das Umweltdesaster und gefährdet die Gesundheit und das Wohlbefinden von Millionen Menschen.

Die Umweltkatastrophe in Teheran und anderswo

Das Austrocknen von Seen und Feuchtgebieten, verbunden mit dem Entstehen von Feinstaub und Stürmen aus Feinstaub, hat zu einer Umweltkatastrophe in vielen Teilen des Iran, darunter Teheran, geführt. Diese elenden Bedingungen haben zum Verlust vieler Menschenleben und zu Krankheiten bei Millionen Menschen geführt. Das Ausmaß des Desasters wird deutlich in den Inhalten der Berichte der Medien des Regimes.

Laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim hat der Generaldirektor für Krisenmanagement in der Gouverneursverwaltung in Isfahan berichtet, dass das Feuchtgebiet Gavkhoni zu 99% ausgetrocknet und zu einer Drehscheibe für die Verbreitung von Staub geworden ist, was zu 35 Tagen mit hoch eingestufter Gefahr für die Gesundheit durch die Luftverschmutzung seit Jahresbeginn geführt hat.

Der einst mächtige Fluss Zayandeh Rud, Lebensader für viele Gemeinden in drei Provinzen ist jetzt ohne Wasser. Die Wirkungen der Entleerung des Flusses werden am Verwelken und Umfallen der Bäume auf den Grünflächen der Stadt an seinen Ufern sichtbar. Die Dürre auf dem ehedem fruchtbaren Land an dem Fluss hat weiter zur Zunahme von Zentren der Staubverbreitung beigetragen. Das hat nicht nur die städtischen Grünflächen zerstört, sondern auch das Phänomen der Bodenabsenkungen in Isfahan beschleunigt, was die Lage der Bewohner der Stadt bedeutend erschwert.


Der Wasserstress beschränkt sich nicht allein auf das Gebiet des Zayandeh Rud. Der Generaldirektor des Krisenmanagements in der Gouverneursverwaltung von Isfahan hat enthüllt, dass 16 000 Hektar an Obstgärten vom Wasserstress betroffen sind.
Zudem hat das Austrocknen des Zayandeh Rud zu einer Zunahme des Phänomens der Bodenabsenkungen in Isfahan beigetragen. Das Sinken des Grundwasserspiegels und die darauf folgende Landabsenkung sind zu einem großen Problem für die städtischen Siedlungen in der Region geworden.
Umweltexperten schreiben die derzeitige Umweltsituation dem Bau ungeeigneter Dämme und dem Missmanagement des Regimes zu.

Probleme durch Feinstaub und die schlechte Luftqualität

Ferner hat am 31. Juli 2023 die staatliche Zeitung Setar-e Sobh [„Morgenstern“) online berichtet, dass der Umweltaktivist Mohammad Darwish sich besorgt über die Trockenheit in Teheran geäußert habe.

Er hob hervor, dass die Menge von Partikeln, die kleiner als 10 Mikron sind, in der Luft Teherans zugenommen hat wegen des Austrocknens von Gebieten rund um die Stadt. Er verglich Teheran mit einem Staubsauger an den immer leerer werdenden Wasserressourcen, die einst in der Region im Überfluss vorhanden waren.

Der Verlust von Feuchtgebieten in der Provinz Teheran, die einstmals untereinander verbunden und lebenswichtig für die ökologische Stabilität waren, habe die Situation verschärft. Flüsse wie der Karadsch, der Ghom, der Jarud und der Qarasu, die in die Feuchtgebiete geflossen waren, sind jetzt ausgetrocknet. Der Bericht stellt fest: „Dieser unglückliche Umstand ist das Ergebnis jahrelanger Vernachlässigung und Unterschätzung des Nutzens von Umweltprojekten in der Stadtverwaltung“.

Eine alarmierende Zahl von Todesfällen,

besonders solcher durch die Luftverschmutzung
Die Zahl der Krankheitsfälle durch die Umweltkatastrophe ist erschütternd. Laut Dr. Abbas Shahsoni, dem Leiter der Abteilung für Luftgesundheit und Klimawandel im Ministerium für Gesundheit und Medizin im Iran, sterben annähernd 21 000 Bürger des Landes, darunter 6 400 Bewohner von Teheran, in jedem Jahr wegen der Luftverschmutzung.

Unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt betrachtet zitiert das Nationale Zentrum für Luft und Klimawandel der Umweltorganisation des Iran Daten des Gesundheitsministeriums, in denen offenbar wird, dass die Luftverschmutzung in nur 25 Städten des Landes jährlich 30 Milliarden Dollar an Schäden verursacht.
Der Ernst der Lage bezüglich der Luftverschmutzung wird weiter deutlich in Arak, der Hauptstadt der Zentralprovinz.

Laut Alireza Mehrabian, dem Leiter der Laboratorien des Generaldirektoriums für Umweltschutz in der Provinz haben die gefährliche Luftzusammensetzung und das Vorhandensein von Partikeln von weniger als 10 Mikron schon dazu geführt, dass Ämter und Banken geschlossen wurden. Die Entscheidung dazu wurde von der Arbeitsgruppe für den Notstand durch Luftverschmutzung getroffen; auch Schulen wurden geschlossen als Reaktion auf den derzeitigen Verschmutzungsgrad.

Offizielle Statistiken zeigen, dass Arak eines der acht Metropolen der Luftverschmutzung im Iran ist und an 27 Tagen seit dem Beginn des persischen Jahrs (21. März) mit ungesunden Luftverhältnissen gegenüber 138 Tagen ohne erlebt hat.

Zugleich hat der Generaldirektor des Amts für Krisenmanagement der Gouverneursverwaltung von Sistan und Belutschistan über die Folgen einer „neuen Welle von Wind“ in der Region Sistan berichtet, wovon fünf Städte betroffen sind: Zabul, Zahak, Hamon, Hirmand und Nimroz. 1 580 Menschen haben in der Region deshalb um medizinische Betreuung in Krankenhäusern und medizinischen Zentren nachgesucht, 102 von ihnen sind derzeit zur klinischen Behandlung aufgenommen worden.

Am 21. Juli 2023 hat der Vizepräsident für medizinische Wissenschaft in der Birdschand Universität für Medizinwissenschaften offengelegt, dass zwischen dem 12. und 19. Juli insgesamt 20 347 Menschen in der Notaufnahme waren wegen des Vorhandenseins von Feinstaub nach einem Staubsturm. Davon wurden 18 057 ambulant behandelt, während 2 290 Personen eine Krankenhauseinweisung benötigten.

Schätzungen zeigen, dass die Provinz Südkhorasan im Osten des Iran eine der sechs Provinzen des Landes an der Spitze in Bezug auf dieses Problem ist, da sie es jährlich mit annähernd „700 000 Tonnen Staub“ zu tun bekommt.

Das stille Massaker: Die zügellose Entnahme von Grundwasser

Eine weitere schreckliche Umweltkatstrophe, die auf das Konto der Mullahs geht, ist die ungezügelte Entnahme von Grundwasser, erleichtert durch den Bau von Zehntausenden von Brunnen um Stahlfabriken, andere Industrieanlagen und Agrarland. Diese unkontrollierte Wasserentnahme hat ein verheerendes Absinken des Grundwasserspiegels ausgelöst und eine unheilvolle Welle von Landabsenkungen in der ganzen Region in Gang gesetzt.

In einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA beleuchtet ein Umweltexperte das schreckliche Phänomen der Landabsenkung, das den Iran heimsucht. Dieser ununterbrochene Prozess wird von der ungebremsten Entnahme von Grundwasser in Gang gebracht, die eine Entleerung von Wasser in den unteren Schichten der Erde verursacht. Weil die Porosität des Bodens und das Gewicht der oberen Schichten Sog bzw. Druck ausüben, sinkt die Erdoberfläche allmählich ab und führt zuletzt zur Entstehung von unvorhergesehen Rissen, Spalten und Erdtrichtern.

Der Experte unterstrich, das Landabsenkungen nicht rückgängig zu machen seien, weil die Hohlräume im Boden, die als natürliche Behälter für Grundwasser dienen, abgesperrt werden. Diese schlimme Realität hat dem Phänomen den boshaften Spitznamen „Tod der Wasserträger“ eingebracht. Die Bedrohung, die davon ausgeht, ist nirgendwo greifbarer als in Regionen wie der Provinz Yazd, wo in einem heißen trockenen Klima und bei kargem Regen die Grundwasserschichten zum Rettungsseil der Gemeinden wird. Der Rückgang dieser lebenswichtigen Wasserquellen könnte das Verschwinden menschlichen Lebens in diesen Gebieten ankündigen.


Archivfoto von einer Bodenabsenkung im Iran
Dem Iran als Land steht ein übles Schicksal bevor mit Bodenabsenkungen in alarmierendem Maße. Während entwickelte Länder eine jährliche Absenkungsrate um 4 Millimeter als kritisch betrachten, erreichen einige iranische Regionen wie der Süden der Ebene von Teheran, die Fasa Ebene und Jahrom jährliche Absenkungsraten von 40 bis 54 Zentimeter – ein erschreckender Rekord, der den Weltdurchschnitt um das Hundertfache übersteigt.
Die exzessive Entnahme von Wasser aus wassertragenden Schichten in den letzten Jahrzehnten hat in mehreren Provinzen Bodenabsenkungen ausgelöst, darunter Teheran, Alborz, Isfahan, Fars, Kerman, Hamadan, Semnan, Qazvin, Razavi Khorasan, Nord Khorasan und Yazd.
Die Folgen der Bodenabsenkungen sind in Nah und Fern zu bemerken. So haben Überflutungen einige Gebiete betroffen, die Chaos und Zerstörung für Bauwerke verursachen wie Wohngebäude, Straßen, Eisenbahnlinien, Stromtrassen und Röhrennetze. Zudem berauben Erdtrichter und tiefe Risse die Menschen der Möglichkeit, Land für wesentliche Zwecke wie Ackerbau, Dienstleistungen und Industrie zu nutzen, und sie verschärfen die Umweltkatastrophe.

Zudem drückt die Landabsenkung auf Lehmschichten der wassertragenden Schichten und bildet die Ursache dafür, dass giftige Stoffe wie Arsen in das Brunnenwasser geraten. Das führt dann zu technischen Störungen und einer ernst zu nehmenden Abnahme des gesamten Wasservorrats und zwingt Brunnenbesitzer dazu, für viel Geld neue Brunnen zu bauen.


Außerdem hat die Bodenabsenkung zur Zerstörung von Land geführt, das für Ackerbau geeignet wäre, wobei manche Erdtrichter nur bis zu 300 m entfernt von ländlichen Wohngebieten liegen wie in Abarkoh. Das vermehrt die Sorgen von Menschen, die Leben und Gut verlieren können.

Unzureichende Budgetverwendung und Zorn

Trotz des riesigen Umfangs der Umweltkrise bleibt die Mittelzuordnung im Budget des Regimes für Umweltschutz jämmerlich unzureichend. Erstaunlich magere 3713 Milliarden Toman (annähernd 93 Millionen Dollar) sind für die Organisation des Umweltschutzes des Landes bereitgestellt in der Budgetrechnung des kommenden Jahres.

Diese himmelschreiende Entscheidung des Regimes, nur einen Bruchteil der notwendigen Gelder für die Bewahrung der Umwelt bereitzustellen, während militärische und religiöse Institutionen verschwenderisch mit Finanzen ausgestattet werden, hat den Zorn unter Experten und Aktivisten gleichermaßen entzündet. Die Folgen dieses massiven Ungleichgewichts gehen weit über die Umwelt hinaus und haben wesentliche wirtschaftliche Folgewirkungen.

Allein die Luftverschmutzung, die von einem Fehlen angemessener Finanzierung des Umweltschutzes herrührt, kostet die Nation jährlich 30 Milliarden Dollar.
Die Auswirkungen dieser Vernachlässigung sind im ganzen Land zu spüren, weil kritische Umweltprobleme ungelöst bleiben wegen fehlender finanzieller Unterstützung. Von der sich verschlechternden Luftqualität in großen Städten bis zum alarmierenden Verlust an Biodiversität in fragilen Ökosystemen zahlt die Umwelt einen hohen Preis für diese budgetäre Vernachlässigung. Zudem steigt die wirtschaftliche Buße für die Herabwürdigung der Umwelt weiter und bürdet den Gemeinden Kosten für Gesundheitsversorgung, geringere Produktivität und Schäden in der Infrastruktur auf.

Kollektives Handeln und Verantwortlichkeit sind dringend notwendig

Das Umweltdesaster, das von der fehlgeleiteten Politik des iranischen Regimes ausgeht ist nichts anderes als eine monumentale Krise, weil sie eine finstere Bedrohung für das Wohlergehen und den Lebensunterhalt für Millionen Iraner darstellt.

Die Folgewirkungen, die von der Austrocknung von lebenswichtigen Wasserquellen bis zu zunehmender Häufigkeit von Staubstürmen und erstickender Luftverschmutzung reichen, sind nichts Geringeres als eine Katastrophe. Sofortiges und entschiedenes Handeln ist geboten, um diese alarmierende Entwicklung umzukehren und die Umwelt für künftige Generationen zu bewahren.
In der ganzen Nation haben sich einst üppige Landschaften in wüstenähnliche Einöden verwandelt, weil die rücksichtslose Entleerung von Wasserressourcen die Gemeinden darbend und sich abmühend zurücklässt.

Zugleich ist der einst klare Himmel mit Staub und Schadstoffen verschleiert und das gefährdet die Gesundheit der Atemwege zahlloser Iraner und verschärft Atemwegserkrankungen.
Diese Krise macht an den nationalen Grenzen nicht Halt, sie ist eine Sache globaler Sorge. Die internationale Gemeinschaft muss sich vereinigen und dem iranischen Regime Verantwortlichkeit abfordern für seine Rolle bei der Herbeiführung dieser ökologischen Katastrophe. Wenn die brutale Repression des Regimes zu Recht Verurteilung auf sich zieht, darf das stille Massaker an Tausenden durch die Umweltbedingungen nicht übersehen werden.
Mit jedem Tag, der vergeht, werden mehr Menschenleben aufs Spiel gesetzt und das Gefüge der iranischen Gesellschaft selbst ist bedroht durch diese durch die Umwelt induzierten Bedrängnisse. Es ist jetzt die Zeit da zu handeln, es müssen kollektiv Anstrengungen unternommen werden, um nachhaltige Praktiken umzusetzen und das Regime für sein Handeln verantwortlich zu machen.

 

Exit mobile version