Während sich das Kleriker Regime im Iran für die mit viel Streit verbundenen Präsidentenwahlen bereit macht, sind neue Vorwürfe gegen Ali Shamkhani, den früheren Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, laut geworden. Die staatliche Internetseite Rouydad24 beschuldigte Shamkhani, die internationalen Sanktionen ausgenützt zu haben, um durch die Unternehmen seiner Kinder persönliche Gewinne zu erzielen, da sie, wie es heißt, stark von dem Umgehen dieser Sanktionen profitiert hätten.
In einem Artikel, der 30. Mai veröffentlicht wurde, enthüllte Rouydad24, dass Shamkhani, von dem einige Medien vor kurzem berichtet hatten, dass er an den Atomverhandlungen des Iran beteiligt gewesen sei, ein handfestes eigenes Interesse am Weiterbestehen der Sanktionen habe. Der Artikel mit der Überschrift „Ein Tag mehr mit Sanktionen ist ein Segen“ legte offen, dass Shamkhanis Widerstand gegen die Wiederbelebung des Atomvertrags von 2015, auch Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (JCPOA) genannt, am Ende von Rohanis Präsidentschaft durch diese finanziellen Interessen motiviert gewesen sei.
Der Bericht hob hervor, dass Rohanis Administration Ende 2020 bestrebt gewesen sei, die letzte Gelegenheit zu ergreifen, das JCPOA wieder zu beleben. Ein Entwurf für eine Vereinbarung, bekannt als „Araqchi Entwurf“, benannt nach einem früheren hohen Amtsträger im Außenministerium Abbas Araqchi, war unterschriftsreif, aber der Fortschritt stagnierte. Laut dem früheren Gehilfen von Rohani Mahmoud Vaezi war Shamkhani ein starkes Hindernis, weil er seine Position benutzte, um die Übereinkunft zu blockieren. Vaezi enthüllte auch, dass Rohani sechsmal versuchte, Shamkhani zu entfernen, aber er hatte keinen Erfolg wegen der Notwendigkeit einer Einigung zwischen dem Präsidenten und dem Obersten Führer Ali Khamenei.
Rouydad24 führte weiter aus, dass Shamkhanis Widerstand gegen den JCPOA schon 2018 klar gewesen sei, als er öffentlich den Atomvertrag von 2015 in einem Interview mit NBC kritisierte. Laut der Website hat Shamkhani damals erklärt: „Es gab welche, die dachten, dass die Unterzeichnung der Atomübereinkunft im Jahr 2015 für einen Fehler gewesen sei“, und als er gefragt wurde, ob er diese Ansicht teile, habe er geantwortet: „Ja, ich folge nur den Ansichten meiner Nation, das heißt des iranischen Volkes“.
Weiter heißt es jetzt in der Quelle: „Vaezis letzte Äußerungen haben einige Nachrichten über Shamkhanis Rücktritt klargestellt. Nach dem Unfall des ukrainischen Flugzeugs, das abgeschossen wurde, berichtete die Website Entekhab, dass Shamkhani bereit sei, zurückzutreten. Diese Nachricht scheint mit Vaezis jetzigen Aussagen zusammenzupassen und darauf hin zu deuten, dass Rohani versucht hat, Shamkhani zu entlassen und das als Rücktritt auszugeben. Wie Vaezi erläutert hat, waren diese Bemühungen jedoch erfolglos. Damals antwortete Shamkhani auf die Meldung von Entekhab, indem er die Website als „Pseudomedium“ bezeichnete, das Lügen erfinde und ‚Nachrichten auf der Grundlage bestimmter Empfehlungen‘ veröffentliche“.
Diese Enthüllung erfolgt mitten in den laufenden inneren Streitigkeiten und Machtkämpfen in der politischen Landschaft des Iran, besonders vor den anstehenden Wahlen. Khameneis Aufruf zu Einigkeit und Vermeidung von Konflikten zwischen den Fraktionen scheinen immer mehr missachtet zu werden, weil öffentliche Bloßstellungen von Korruption und interner Streit weiter die Unzufriedenheit in der Gesellschaft nähren und den öffentlichen Zorn in der entrechteten und unterdrückten Nation erweitern.
