
Eine gewaltige Welle von Arbeitsunruhen erfasst die wichtigen Industrie- und Energiesektoren des Iran und legt die tiefgreifende wirtschaftliche Inkompetenz und systemische Korruption des herrschenden Regimes offen. Am Mittwoch, dem 17. September 2025, zeichneten koordinierte Proteste von Stahlarbeitern in Ahvaz, Energieunternehmen in Asaluyeh und Transportfahrern in Chabahar ein eindringliches Bild eines Landes, das an seine Grenzen stößt. Sie sind ein vereinter Protestchor gegen eine Kleptokratie, die den Reichtum des Landes plündert und seine Arbeitskräfte im Stich lässt.
Der fünftägige Aufstand der Stahlarbeiter von Ahvaz
In der südwestlichen Stadt Ahvaz gingen die Arbeiter der National Iranian Steel Industrial Group den fünften Tag in Folge auf die Straße. Ihr Protest begann in der Versammlungshalle des Unternehmens und entwickelte sich zu einem entschlossenen Marsch zum Baqaee-Platz. Ihre Rufe nach Gerechtigkeit hallten durch die Stadt.
Die Forderungen der Arbeiter sind ein deutliches Zeichen für das Missmanagement des Regimes. Sie protestieren gegen zwei Monate ausstehende Löhne, das Fehlen angemessener Zusatzversicherungen und die Unfähigkeit, wichtige Produktionslinien wieder in Gang zu bringen. Das Unternehmen, das der staatlichen Bank Melli gehört , arbeitet Berichten zufolge nur mit katastrophalen 10 % seiner Kapazität. Als Reaktion auf die sich verschärfende Krise riet der CEO des Unternehmens den Arbeitern kürzlich in einem Brief zur „Geduld“und verwies auf „fehlende Liquidität“ – eine hohle Ausrede für jahrelange systemische Vernachlässigung. Die Arbeiter warnten, dass sie ihre Aktionen verschärfen würden, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden, was eine neue Phase organisierten Widerstands einläuten würde.
September 17—Ahvaz, southwest Iran
Workers of the Iran National Steel Industrial Group staged a protest for the fifth consecutive day, demanding immediate payment of unpaid wages, proper supplemental insurance, timely deposits of social security premiums, improvements in… pic.twitter.com/rAD740Knqs— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 17, 2025
Zynische Korruption in Asaluyeh aufgedeckt
Gleichzeitig protestierten in Asaluyeh, dem Zentrum der iranischen Öl- und Gasindustrie, Vertragsarbeiter in der Sonderwirtschaftszone Pars, um ein Ende ihrer Ausbeutung zu fordern. Ihre zentrale Forderung ist die Abschaffung parasitärer Zwischenhändler, die eng mit profitorientierten staatlichen und halbstaatlichen Organisationen verbunden sind. Diese Arbeiter kämpfen für direkte Arbeitsverträge und ein Ende der massiven Lohndiskriminierung gegenüber offiziellen Angestellten.
Die Proteste in Asaluyeh haben eine besonders zynische Seite der Korruption des Regimes offengelegt. Während Vertragsarbeiter für ihre Grundrechte kämpfen, gibt es Berichte, wonach hochbezahlte Manager ihre eigenen betrügerischen „Proteste“ inszenieren, um eine Erhöhung ihrer ohnehin schon astronomischen Gehälter auf 150 Millionen Toman zu fordern. In einem grotesken Akt der Täuschung nutzen sie Bilder der tatsächlich kämpfenden Vertragsarbeiter, um ihren eigenen gierigen Forderungen Legitimität zu verleihen. Diese Doppelzüngigkeit wird durch den kraftvollen Slogan der Arbeiter perfekt auf den Punkt gebracht: „Im Namen der Arbeiter, zum Vorteil der Manager! “
September 17—Chabahar, southeast Iran
A group of protesting taxi drivers gathered in front of the governor’s office in Chabahar to voice their objection to the cutting of their fuel quotas.
The drivers say this decision has not only disrupted their daily lives and livelihoods but… pic.twitter.com/0900NgJSmH— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) September 17, 2025
In Chabahar ist die Existenzgrundlage bedroht
Die Unruhen gehen über die Schwerindustrie hinaus und zeigen, wie sehr die zerstörerische Politik des Regimes den Alltag der Bürger beeinträchtigt. In der strategisch wichtigen Hafenstadt Tschahbahar versammelten sich Taxifahrer vor dem Gouverneursbüro, um gegen die Entscheidung des Regimes zu protestieren, ihre Treibstoffquoten zu kürzen. Dieser Schritt lähmt nicht nur ihre Erwerbsmöglichkeiten, sondern droht auch, den öffentlichen Nahverkehr der Stadt lahmzulegen, was die ohnehin erschöpfte Bevölkerung noch weiter unter Druck setzt.
Die Proteste in Ahvaz, Asaluyeh und Chabahar sind keine isolierten Arbeitskämpfe; sie sind Ausdruck der nationalen Empörung über ein bankrottes und moralisch korruptes System. Von den geplünderten Fabriken Chuzestans bis zu den ausgebeuteten Energiefeldern am Persischen Golf zeigt die iranische Bevölkerung zunehmende Entschlossenheit. Sie fordert nicht mehr nur überfällige Löhne, sondern einen grundlegenden Wandel eines Systems, das die Bereicherung einiger weniger über das Wohlergehen von Millionen stellt. Diese wachsende Welle des Widerstands ist eine klare Herausforderung für die Autorität des Regimes und ein Beleg für das unermüdliche Streben des iranischen Volkes nach Freiheit und Gerechtigkeit.
