
Während der Widerstand im Iran im Verborgenen agiert, führt die iranische Exilgemeinschaft in den westlichen Hauptstädten eine lautstarke und eindringliche Kampagne, um Rechenschaft zu fordern. Nach der jüngsten Hinrichtungswelle im Ghezel-Hesar-Gefängnis und der Tötung von PMOI-Anhängern sowie fünf weiteren Demonstranten haben die Unterstützer des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) die traditionellen Protestaktionen hinter sich gelassen und suchen nun nach direkten, symbolischen Konfrontationen vor den diplomatischen Vertretungen des Regimes.
3.–4. April 2026: Der Zorn der Diaspora entlud sich vor der iranischen Botschaft in Rom, wo sich der „Verband Iranischer Jugendlicher in Italien“ zu einer hitzigen Kundgebung versammelte. Zwei Frauen wurden von der Polizei festgenommen, nachdem sie Eier gegen die Außenfassade der Botschaft geworfen hatten – ein symbolischer Protest gegen die Legitimität des Regimes. Ähnliche Szenen spielten sich in Mailand ab, wo Demonstranten das Konsulat mit faulen Eiern bewarfen und Parolen skandierten, die den Sturz des Obersten Führers forderten.
In London geriet die Botschaft am Prince’s Gate ins Visier von Protestierenden. Diese bewarfen die Schilder des Gebäudes mit bunten Eiern und zeigten riesige Transparente mit den Bildern der sechs hingerichteten Gefangenen. Die Botschaft war zweigeteilt: Sie lehnte die „Mullahs“ab und warnte vor einer möglichen Rückkehr zur „Monarchie“. Rufe wie „Weder Schah noch Mullah“ hallten durch die Straßen.
Video#Oslo: Iranian Resistance Supporters Rally Against Execution of PMOI Political Prisoners#StopExecutionsInIran #NoImpunity4Mullahs pic.twitter.com/9PdcrZWHz2
— Iran Freedom (@4FreedominIran) April 7, 2026
4.–5. April 2026: Die Mobilisierung dehnte sich über den Atlantik nach Washington, D.C., aus, wo in der Nähe des Weißen Hauses eine große Mahnwache stattfand. Exilanten forderten die US-Regierung auf, das Recht des iranischen Volkes auf Selbstverteidigung gegen einen Staat anzuerkennen, der den Galgen als primäres Herrschaftsmittel einsetzt.
In ganz Europa hielt die Bewegung ein unerbittliches Tempo bei:
- Oslo: Vor dem norwegischen Parlament demonstrierten Protestierende und forderten die Regierung auf, die iranische Botschaft zu schließen.
- Zürich, Köln und Vancouver: Bei Demonstrationen wurde der „summarische Charakter“ der Prozesse hervorgehoben, die zum Tod der tapferen, von der PMOI geführten Widerstandseinheiten im Iran geführt hatten.
- Brüssel: Aktivisten versammelten sichvor dem, was sie als „Spionagehöhle“ des Regimes (die Botschaft) bezeichneten, wo belgische und europäische Parlamentarier ihre Unterstützung für den Zehn-Punkte-Plan des NCRI für eine säkulare Republik zum Ausdruck brachten.
Video#Cologne: Iranian Resistance Supporters Rally Against Execution of PMOI Political Prisoners – April 4, 2026#StopExecutionsInIran #NoImpunity4Mullahs pic.twitter.com/HN7ypr11bu
— Iran Freedom (@4FreedominIran) April 6, 2026
- April 2026: Die Trauerwoche endete mit einem großen, koordinierten Aktionstag. In Paris wurde auf einem öffentlichen Platz eine umfangreiche Fotoausstellung der Hingerichteten aufgebaut, die die genauen Daten der Hinrichtungen (30. März bis 4. April) enthielt. In Berlin, Stockholm und Kopenhagen hielten Demonstranten den Druck auf die europäischen Außenministerien aufrecht und forderten, dass die jüngsten Hinrichtungen eine sofortige Wiedereinführung der internationalen Sanktionen zur Folge hätten.
Für die iranische Diaspora sind diese Proteste nicht bloß Ausdruck der Trauer; sie sind ein kalkulierter Versuch, sicherzustellen, dass die diplomatischen Vertretungen des Regimes in jeder größeren westlichen Stadt „Paria-Außenposten“ bleiben.
