StartIran Kultur & GesellschaftAzad-Universität: Studierende kritisieren Kommerzialisierung

Azad-Universität: Studierende kritisieren Kommerzialisierung

 

Islamische Azad-Universität

Drei Minuten Lesezeit

Die Islamische Azad-Universität wurde mit dem angeblichen Versprechen gegründet, der iranischen Gesellschaft den Zugang zu höherer Bildung zu erleichtern. Heute jedoch liegt dieses Gründungsziel wenig überraschend in Trümmern. Die grassierende Inflation der Studiengebühren – insbesondere im medizinischen Bereich – hat die Universität in eine, wie die Studierenden es nennen, „Geldmaschine“ verwandelt. Sie stellt Einnahmen über das Lernen und macht höhere Bildung zu einem exklusiven Privileg der Wohlhabenden. Dies ist ein weiterer Ausdruck der Korruption des Regimes, das öffentliche Wohlfahrts- und Dienstleistungsprojekte als Deckmantel für die Plünderung des Reichtums der iranischen Bevölkerung nutzt.

Laut staatlichen Berichten und nach jüngsten Beschlüssen des zentralen Kuratoriums der Universität wurden die jährlichen Studiengebühren für Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie für das Studienjahr 2025/26 auf 200 bis 218 Millionen Toman festgelegt. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage im Iran haben diese Zahlen unter Studierenden und ihren Familien große Besorgnis und Proteste ausgelöst. Die Folgen sind eindeutig: Ganze Teile der Gesellschaft werden von wichtigen Berufsfeldern ausgeschlossen, und Hochschulbildung droht vom öffentlichen Gut zum Luxus zu werden.

Studierende tragen die Last allein

Ein zentraler Kritikpunkt ist das Fehlen sinnvoller Unterstützungssysteme für Studierende. Anders als viele Hochschulsysteme weltweit – darunter auch private Einrichtungen, die Stipendien, Darlehen und flexible Zahlungspläne anbieten – sind die Studierenden der Islamic Azad mit unerbittlichen jährlichen Gebührenerhöhungen konfrontiert, ohne dass ihnen eine tragfähige finanzielle Unterstützung gewährt wird. Ein Student brachte die Wut auf den Punkt: „Das ist keine Universität mehr; es ist ein Markt, auf dem Abschlüsse auf Kosten von Menschenblut verkauft werden.“ Die psychische und wirtschaftliche Belastung der Familien ist enorm und nimmt weiter zu.

Die Erhöhung der Studiengebühren verschärft die klassenbasierte Ausgrenzung

Wenn die Kosten eines einzigen Abschlusses dem Einkommen eines durchschnittlichen Haushalts für mehrere Jahre entsprechen, wird der Zugang zu Bildung eher vom Vermögen als von der Leistung abhängig. Diese Dynamik droht, Privilegien in wichtigen Berufen wie der Medizin und Zahnmedizin zu festigen. Dies verzerrt die zukünftige Zusammensetzung der iranischen Berufsschicht und untergräbt die soziale Mobilität und Gerechtigkeit im Bildungswesen.

Islamic Azad verfügt über beträchtliches Vermögen – Grundstücke, Bauprojekte und sogar Industriebeteiligungen –, doch die Universität scheint eine unmittelbare Einnahmequelle zu bevorzugen: die Erhebung von Studiengebühren. Anstatt vorhandenes Vermögen für Stipendien oder einkommensschaffende Projekte zu nutzen, die die Studiengebühren subventionieren könnten, hat sich die Verwaltung dafür entschieden, die Studierenden zur primären Finanzierungsquelle zu machen. Dies schadet dem wissenschaftlichen Ruf der Universität und reduziert ihre Rolle auf die eines Diplomverkäufers.

Weitergehende Folgen für die Gesellschaft und das Bildungssystem

Die Fortsetzung dieser Politik wird weitreichende soziale Auswirkungen haben: eingeschränkter Zugang zu höherer Bildung, verstärkte Bildungsabwanderung und wachsendes Misstrauen der Bevölkerung gegenüber akademischen Institutionen. Da sich für die iranische Bevölkerung die Türen zu beruflichen Karrieren schließen, werden die sozialen und politischen Kosten eskalieren.

Eine echte Reform des Bildungswesens und die Wiederherstellung gleichberechtigter Zugangsmöglichkeiten erfordern die Ablösung des korrupten Systems, das die Universitäten auf Kosten der Jugend des Landes in Profitmaschinen verwandelt hat. Bis dahin werden Studierende und Familien weiterhin die erdrückende Last einer Politik tragen müssen, die Einnahmen über Bildung stellt.