StartIran Kultur & GesellschaftIran: Pezeshkian attackiert Bürger, Fakten entlarven Inkompetenz

Iran: Pezeshkian attackiert Bürger, Fakten entlarven Inkompetenz

 

Am 25. März 2025 stattete der Präsident des iranischen Regimes, Masoud Pezeshkian, dem Urmia-See einen Fototermin ab

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Ende August, als der Iran unter schweren Engpässen bei Strom, Wasser und Gas litt, bot der Präsident des Regimes, Masoud Pezeshkian, eine einfache Erklärung für das Leid der Nation: die Bevölkerung selbst. „Wir haben uns an den schlechten Konsum gewöhnt“, erklärte er am 26. August 2025 und schob die Verantwortung für das systemische Versagen auf die Bevölkerung. Doch nur zwei Wochen später, während einer Reise nach Ardabil am 11. September, enthüllte Pezeshkian die tiefe Hilflosigkeit des Regimes. Angesichts der sich verschärfenden Krise forderte er jeden offen auf, sich zu engagieren: „Wer in diesem Land die Probleme mit Wasser, Treibstoff und Landwirtschaft lösen kann … der Ball liegt bei Ihnen.“

Dieser eklatante Widerspruch verdeutlicht die Herangehensweise des iranischen Regimes an eine selbstverschuldete Krise: Es schiebt die Schuld auf die Bürger und gibt gleichzeitig seine eigene Regierungsunfähigkeit zu. Während Politiker das Konsumverhalten der Bevölkerung beklagen, deuten die Beweise nicht auf die Bevölkerung, sondern auf Jahrzehnte der Korruption, Misswirtschaft und einer maroden Infrastruktur, die das Regime nicht in den Griff bekommt.

Eine Krise des Missmanagements, nicht des Konsums

Die Behauptung des Regimes, die Bürger seien für die Energiekrise verantwortlich, bricht bei genauerer Betrachtung zusammen. Unabhängigen Energieexperten zufolge ist die Behauptung eines übermäßigen Verbrauchs eine Erfindung, die die Inkompetenz des Staates verschleiern soll. Tatsächlich ist der Pro-Kopf-Stromverbrauch im Iran 45 Prozent niedriger als in Europa und viermal niedriger als in den USA.

Die wahre Ursache der Krise liegt in der systematischen Vernachlässigung des Regimes. Schätzungsweise 40 Terawattstunden Strom – das entspricht 40 Prozent des jährlichen Gesamtverbrauchs aller iranischen Haushalte – werden jährlich aufgrund des maroden Zustands des Übertragungs- und Verteilungsnetzes verschwendet. Auch der akute Wassermangel wird durch eine marode Infrastruktur verschärft, die einen „Wasserverlust von 32 Prozent im Verteilungsnetz“ ermöglicht. Diese Zahlen enthüllen einen Staat, der nicht nur nicht in kritische Infrastruktur investiert, sondern aktiv zulässt, dass ein großer Teil seiner Ressourcen verschwendet wird, während er seine Bürger für ihren sparsamen Verbrauch tadelt.

Das Schlimmste: Erpressung inmitten von Stromausfällen

Anstatt die Ursachen der Krise anzugehen, greift das Regime zu einer Strafkampagne der finanziellen Erpressung gegen die Bevölkerung, die bereits unter ständigen Stromausfällen und galoppierender Inflation leidet. Am 10. September 2025 tauchten Berichte auf, wonach das Energieministerium Tariferhöhungen von bis zum Fünffachen der tatsächlichen Kosten des Verbrauchs durchsetzen werde.

Ein eindrucksvolles Beispiel aus einem Wohnkomplex in Teheran veranschaulicht diese rücksichtslose Politik. Die Rechnung für den „Energieverbrauch“ des Gebäudes betrug 30 Millionen Toman, doch nach Hinzurechnung willkürlicher und undurchsichtiger Gebühren wie „Strompreis“, „Kraftwerksbrennstoffkosten“ und „Stromabgaben“ stieg der Endbetrag auf „unglaubliche 150 Millionen Toman“. Diese immense finanzielle Belastung lastet auf den Bürgern, die gleichzeitig unter geplanten Stromausfällen leiden. Um die Ungerechtigkeit noch zu verschlimmern, sind diese überhöhten Rechnungen mit einer Drohung verbunden: Wird nicht innerhalb von 48 Stunden bezahlt, wird der Strom abgeschaltet. Diese Politik dient nicht der Steuerung des Energieverbrauchs; sie ist eindeutig ein Versuch, eine künstlich herbeigeführte Krise auszunutzen, um einer erschöpften Bevölkerung Reichtum abzupressen.

Ein Symptom eines gescheiterten Staates

Die Energie- und Wasserkrise im Iran ist nicht nur ein technisches oder ökologisches Problem; sie ist eine direkte und unvermeidliche Folge der politischen Prioritäten des Regimes. Politiker wie der Majlis-Abgeordnete Sadif Badri geben zwar zu, dass die „wöchentlichen und monatlichen Preissteigerungen“ die Bevölkerung erdrücken, doch das Regime bietet keine Lösung außer Schuldzuweisungen und Erpressung.

Die Krise enthüllt ein System, das seit langem seine ideologischen und militärischen Ambitionen über das grundlegende Wohl seiner Bevölkerung stellt. Während die iranische Infrastruktur zerfällt und die Bürger für das Versagen des Staates bestraft werden, lobt Pezeshkian weiterhin den Obersten Führer Ali Khamenei und nennt ihn „den Pfeiler des Zeltes, auf dem dieses Land beruht“. Für Millionen Iraner, die unter Stromausfällen und unmöglichen Stromrechnungen leiden, ist dieses Zelt bereits eingestürzt – zum Einsturz gebracht von eben jenem Pfeiler, für den es errichtet wurde.