Saturday, December 3, 2022
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250 Proteste im Iran im Februar

Es gab mehr als 248 Proteste im Februar im Iran, die in 71 Städten, Dörfern und Industriegebieten stattfanden. Das sind rund neun Proteste pro Tag. Schauen wir auf die verschiedenen Bereiche der iranischen Gesellschaft, die im letzten Monat an den Protesten teil nahmen.

Arbeiter

Die Arbeiter hielten mindestens 86 Proteste an 38 verschiedenen Orten ab, was einem Schnitt von drei Protesten am Tag bedeutet. Meist ging es um fehlende Lohnzahlungen, schlechte Einstellungskonditionen, Massenentlassungen und unklare Beschäftigungsverhältnisse sowie die schlechten Lebensbedingungen der Arbeiter.

Anleger

Diejenigen, die ihre Ersparnisse bei Institutionen verloren, die Verbindungen zum Regime haben, protestierten 34 Mal in acht iranischen Städten, was rund einem Protest pro Tag entspricht. Sie forderten die Rückzahlung ihrer Anlagen von:

  • Caspian Institut in Teheran, Rasht, Mashhad, Kermanshah, Neishapour und Ilam. Das Institut hat Verbindungen zu den Revolutionsgarden
  • Unternehmen Dehkadeyeh Abi Pars in Garmdareh
  • Meftah Rahnavard Unternehmen in Teheran
  • Badre Tous Institution in Mashhad
  • Shadi Goldsmith in Teheran
  • Adag Auto in Teheran
  • Padideh Institution in Teheran and Mashhad
  • Persian Pars Unternehmen in Teheran

 

Pensionäre

Die Pensionäre protestierten 15 Mal in verschiedenen Städten, darunter Teheran und Shush, was rund einem Protest alle 3 Tage entspricht. Sie protestierten gegen fehlende Pensionszahlungen und schlechte Lebensbedingungen.

Lehrer

Die Lehrer protestierten 13 Mal in 12 Städten. Zu ihnen zählten Orumieh, Ardabil, Mashhad, Khoram Abad, Kermanshah, Shiraz, Marivan und Sanandaj, was einem Protest alle 2 Tage entspricht. Sie protestierten gegen schlechten Lebensbedingungen, fehlende Jobsicherheit, fehlende offizielle Beschäftigung und fehlende Lohnzahlungen.

Studenten

Die Studenten protestierten 10 Mal an vier Universitäten, was einen Protest alle drei Tage bedeutete. Die Teilnehmer waren unter anderem Studenten der Zahnmedizin in Hormozgan, des wissenschaftlichen Forschungszentrums der Universität in Azad und Studenten der Sharif Industrieuniversität in Teheran.

Bazarhändler

Die Bazarhändler demonstrierten fünf Mal in zwei Städten – Teheran und Kerman – das entspricht ungefähr einem Protest alle sechs Tage.

Landwirte

Die Landwirte protestierten fünf Mal in vier Städten. Dort ging es unter anderem um schlechte Wasserversorgung.

Politische Gefangene

Die politischen Gefangenen machten fünf Protestaktionen in drei Gefängnissen. 10 Gefangene befinden sich im Hungerstreik.

Rajaie Shahr Gefängnis in Karaj

  • Hamzeh Darvish schrieb einen offenen Brief über seine Folterungen und andere Mißhandlungen durch den Leiter des Gefängnisses
  • Payam Shakiba schrieb eine Botschaft zum 40. Jahrestag des Regimes

Masjed Soleiman Gefängnis im Südiran

  • Changiz Qadam Kheiri schrieb einen Brief an den UN Sonderbeauftragten, in dem er über die mentalen Folterungen berichtete, die er im Zentralgefängnis von Karaj erlitten hatte.
  • Mehdi Farahi Shandiz schrieb einen offenen Brief über 40 Jahre der Folter und Hinrichtungen durch das Regime. In ihm waren auch Sätze wie „Nieder mit dem Diktator“ und „Nieder mit dem obersten Führer Khameni“ zu lesen.

Unbekanntes Gefängnis

  • Anvar Khezri schrieb einen Brief über sein Leid während seiner neun Jahre Haft in dem Gefängnis.

Hungerstreiks

Von den 10 Gefangenen im Hungerstreik sind neun in verschiedenen Gefängnissen und sie streiken aus verschiedenen Gründen. Ein Gruppenstreik gibt es im Sheiban Gefängnis in Ahvaz, wo gegen die Folterung von politischen Gefangenen und die Zusammenlegung mit gefährlichen Kriminellen protestiert wird.

Andere Bereiche der iranischen Gesellschaft

Es gab weitere 65 Proteste in 23 Städten, die nicht zu den vorher genannten Sektoren zählen. Dazu gehörte:

  • Ein Protest der Familienangehörigen des inhaftierten Arbeiteraktivisten Esmail Bakhshi, wo gegen seine Verhaftung und fortgesetzte Inhaftierung protestiert wurde.
  • Versammlung von Familien der Opfer zum Jahrestag eines Flugzeugabsturzes in Teheran
  • Demonstration von Feuerwehrleuten in Abadan
  • Ein Protest von Opfern des Erdbebens in Sarpol Zahab wegen immer noch fehlender Stromversorgung in ihrer Notunterkunft, wo sie seit über einem Jahr nach dem Erdbeben immer noch leben müssen.
  • Ein Protest von Umweltaktivisten in Isfahan gegen die Teilung des Zayanderud Flusses.