Tuesday, December 6, 2022
StartNachrichtenMenschenrechte74 Peitschenhiebe und Gefängnis für jeden, der während des Monats Ramadan essend...

74 Peitschenhiebe und Gefängnis für jeden, der während des Monats Ramadan essend angetroffen wird

Sonntag, den 21. Juni 2015, 2. 55 Uhr

Aktenfoto: Im Iran wird ein Mann öffentlich ausgepeitscht

NWRI – Jeder, der während der Tage des Monats Ramadan in der Öffentlichkeit essend oder trinkend angetroffen wird, kann 74 Peitschenhiebe erhalten, dazu eine Gefängnisstrafe in der Höhe von bis zu zwei Monaten – damit drohte ein ranghoher Justizbeamter des iranischen Regimes.

Dadkhoda Salari, Generalstaatsanwalt in der Stadt Kerman, sagte am Freitag: „Jedes Individuum, das an öffentlichen Orten ißt oder trinkt, muß mit Gefängnis von 10 Tagen bis zu zwei Monaten und 74 Peitschenhieben rechen“ – so der Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr. 

Eine andere staatliche Nachrichtenagentur warnte die Öffentlichkeit, es seien auf Straßen und in den öffentlichen Parks Teherans während des heiligen Monats Ramadan besondere Patrouillen stationiert worden, um gegen jene, die in der Öffentlichkeit trinken, essen oder rauchen, vorzugehen.

„Die Polizei wird gegen Individuen, die in der Öffentlichkeit rauchen, Wasser oder andere Flüssigkeit trinken und einen Imbiß oder andere Nahrung zu sich nehmen, vorgehen,“ berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ISNA.

Im vorigen Jahr wurden hunderte Iraner nach den mittelalterlichen Gesetzen der religiösen Diktatur öffentlich ausgepeitscht; sie kann Delinquenten wegen Essens in der Öffentlichkeit zu 74 Peitschenhieben und zwei Monaten Gefängnis verurteilen.

Mindestens 200 Personen wurden im vorigen Jahr in der iranischen Provinz Qazvin ausgepeitscht – wegen Essens in der Öffentlichkeit während des Ramadan. 

Im Jahre 2014 bestätigte der Beamte der Provinz Qazvin Ismail Sadeghi-Niaraki die Skala von mittelalterlichen Strafen, die jetzt – unter dem Regime des angeblich gemäßigten Präsidenten Hassan Rouhani – verhängt werden. 

Er sagte: „Die Justiz der Provinz Qazvin griff während des Monats Ramadan zu ungewöhnlichen Maßnahmen, um mit den in der Öffentlichkeit Essenden fertig zu werden.“

„In dieser Zeit wurden 400 Personen verhaftet; einige wurden verwarnt. Weitere 200 erlebten eine Revision ihres Urteils durch die Justiz; innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Verhaftung wurde das Peitsch-Urteil vollstreckt.“

Im vorigen Jahr wurde im Iran ein Christ, der angeblich während des Tages im Ramadan gegessen hatte, zur Verbrennung seiner Lippen durch eine Zigarette verurteilt. Das barbarische Urteil wurde in der Stadt Kermanshah öffentlich vollstreckt.