Friday, December 9, 2022
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Atomstreit: Das iranische Regime testet neue Zentrifugen

Der Iran lässt sich nicht von seinem Atomkurs abhalten und testet derzeit nach Angaben von westlichen Diplomaten eine neue Generation von Zentrifugen. Die sogenannten P2-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran würden mit Uran-Gas betrieben, erklärten Diplomaten aus dem Umfeld der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch. Die Tests seien genau "das Gegenteil" von dem, was die Vereinten Nationen vom Iran erwarteten.

Nach Angaben eines hochrangigen US-Geheimdienstvertreters hat der Iran immer noch die technischen Möglichkeiten, um Atomwaffen zu produzieren. Thomas Fingar, Vizechef des US-Aufklärungsdienstes, erklärte am Mittwoch in einer Kongressanhörung, der Iran würde sein Atomprogramm fortführen und könne so schnell an Atomwaffen gelangen. Anfang Dezember war ein Geheimdienstbericht erschienen, wonach der Iran ein geheimes Atomwaffenprogramm vor vier Jahren aufgab.

Im Atomstreit mit dem Iran steht eine Entscheidung des UN-Sicherheitsrates über weitere Sanktionen gegen das Land an. Zu einer Entscheidung wird es nach Angaben von Diplomaten aber erst kommen, wenn der Chef der IAEA, Mohamed El Baradei, seinen Bericht über das iranische Atomprogramm vorgelegt hat, wie der britische UN-Botschafter John Sawers in New York bei einer informellen Sitzung zum Iran erklärte.

Dies ist erst für März geplant. Nach Angaben von Diplomaten der IAEA könnte dies jedoch auf Ende kommender Woche vorverlegt werden. In dem Bericht soll El Baradei erläutern, ob der Iran alle Fragen zu seinem umstrittenen Atomprogramm ausreichend beantwortet hat.