Saturday, December 3, 2022
StartNachrichtenAuch Frauen beteiligen sich in starkem Maß an den Protesten im Iran

Auch Frauen beteiligen sich in starkem Maß an den Protesten im Iran

Iranische Frauen haben sich am Montag, Dienstag und Mittwoch letzter Woche an Protesten im ganzen Land beteiligt, wie es den Nachrichten zu entnehmen ist. Das ist nicht überraschend, weil Frauen schon seit langem die treibende Kraft des politischen Wandels im Iran sind, wie auch im Laufe der Revolution zur Absetzung des Schahs zu sehen war, die von den Mullahs vereinnahmt wurde, und bei der Erhebung, die im Dezember 2017 begann. Auch der Iranische Widerstand wird ja von einer Frau, Maryam Rajavi, angeführt und Frauen genießen viele Machtpositionen innerhalb des Widerstands, wogegen die Gelegenheiten dafür im Regime rar gesät sind.

Hier einige der Proteste, aufgelistet vom Frauenausschuss des Nationalen Widerstandsrats Iran.

Die Kunden der Autounternehmen Changan und SAIPA haben am Mittwoch vor dem Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel in Teheran protestiert. Sie beschwerten sich über die zunehmenden Kosten bei den von ihnen gekauften Wagen. Will sagen: die Firmen halten die Autos gewissermaßen als Geiseln, bis etwas zusätzlich dafür bezahlt wird.

Ebenfalls am Mittwoch hielten die Angestellten der Kommunikationsabteilung in der Provinz Ost-Aserbeidschan einen Protest in Täbriz ab. Sie waren über einen Vertragsunternehmer vermittelt worden.

Proteste im Gesundheitswesen

Am Dienstag behielten Angehörige des medizinischen Personals und sonstige Angestellte im Krankenhaus von Karadsch ihre Proteste für den dritten Tag in Folge  bei. Diese Proteste finden seit Monaten regelmäßig statt, ohne dass die Gehälter ausgezahlt wurden.

Zugleich protestierten die Absolventen für Gesundheitstechnologie an der Universität für Medizin in Torbat-e Heydarieh dagegen, dass das Regime sie nicht einstellt, obwohl im Iran ein großer Bedarf an medizinischem Personal besteht.

Studenten der Zahnmedizin an der medizinischen Universität von Hormozgan haben sich am Dienstag in Bandar Abbas versammelt, um gegen fehlende medizinische Ausrüstung im Shariati Krankenhaus zu protestieren.

Betrugsfälle und schlechtes Essen

Ebenfalls am Dienstag haben Investoren im Caspian Institut, hinter dem das IRGC steht, vor dem Amt des Anklägers in Teheran protestiert mit anschließendem Marsch vor den Strafgerichtshof. Ferner gab es Proteste vor dem Zweig des Unternehmens in Kermanschah.

Studentinnen im Fatemeh Schlafsaal der Universität Teheran beschwerten sich über die geringe Qualität des Essens in der dortigen Cafeteria. Sie reihten am Dienstagabend ihre Tabletts aneinander.

Proteste in Belangen der Umwelt

Am Montag haben Umweltschützer eine Demonstration im trockenen Flussbett des Zajanderud demonstriert, um sich gegen das Aufstauen des Wasserflusses und die Umleitung in andere Provinzen oder in Fabriken im Besitz des Regimes zu wehren. Gefordert wurde, dass der Fluss dauernd Wasser führt.