Sunday, February 5, 2023
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Der Kampf der iranischen Frauen und die Volksmudschahedin

Von Sid Ahmed Ghozali, früherer Premierminister von Algerien
Ich habe viele Widerstandskämpfer des Iran getroffen. Ich habe sie regelmäßig auf ihren Treffen und Veranstaltungen in verschiedenen Städten Europas besucht und habe viel von ihnen gelernt.
Ich glaube, es gibt einen Nationen übergreifenden Wunsch zwischen allen Menschen in den arabischen und islamischen Ländern und dieser kann nicht vor dem Iran Halt machen.

Selbst wenn man nicht zu sehr ins Detail geht, dann kann kein Gelehrter der arabischen und islamischen Ländern nicht über den Einfluß der Mullahs im Iran in ihrem sehr negativen Weg vorbei kommen. Ich bin mir sicher, das Ende dieses Regimes im Iran wird diesen Weg nicht nur beenden, er wird den Weg für viele demokratische Wandel in den Ländern der Region öffnen.

In diesem Jahr durfte ich an einem sehr großen Symposium teilnehmen, welches das Frauenkomitee für Frauenrechte des Nationalen Widerstandsrates Iran zum Anlaß des Internationalen Frauentages veranstaltete. Bei dem Treffen am 9. März nahmen viele Politiker und Personen aus Kultur und Recht aus Frankreich, Amerika, Deutschland, Spanien, Großbritannien und Belgien teil. Ebenso waren viele parlamentarische Delegationen und Aktivisten aus den arabischen und islamischen Ländern vertreten.

Maryam Rajavi war die Hauptrednerin bei diesem Seminar und in ihrer Rede wurde deutlich, welches Verständnis der iranische Widerstand von der Rolle der Frauen im iranischen Widerstand hat.

Am nächsten Tag nahm ich an einem weiteren Seminar teil, das im Büro des Nationalen Widerstandsrates im Pariser Außenbezirk Auvers-sur-Oise stattfand, wo ich Zeuge sein durfte, wie sich viele arabische Frauen aus verschiedenen Ländern trafen.

Obwohl ich mir über die Unterstützung der Rolle der Frauen – vor allem der Aktivistinnen im iranischen Widerstand – bewußt war, begriff ich nun, dass der Kampf um die Rechte der Frauen in der arabischen und muslimischen Welt eng mit dem Kampf der iranischen Frauen für politische, kulturelle und wirtschaftliche Gleichberechtigung verbunden ist.

Man kann den Wert des Kampfes um Gleichberechtigung in dieser Region nicht verstehen, wenn man sich nicht den Kampf der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) um Freiheit und Demokratie ansieht. Die Frauen und Männer der Oppositionsgruppe kämpfen nunmehr seit fast fünf Jahrzehnten gegen die Diktaturen des Schah und der Mullahs.

Auf diesem Weg der Erkenntnis fand ich mich mit den Zielen der westlichen und arabischen Frauen wieder, die auf diesen Seminaren teil nahmen. Wir sind uns alle in dem Fakt einig, dass die religiös faschistoiden Herrscher im Iran eine Bedrohung sind und dass sie den Weg zu Demokratie und Menschenrechten bedrohen und insbesondere die Rechte der Frauen.

Das reaktionäre Regime regiert seit 35 Jahren im Iran und hat seit Jahrzehnten einen weitreichenden Einfluß auf die meisten arabischen und muslimischen Länder der Region gehabt. Es ist offensichtlich, dass nur eine couragierte Bewegung der iranischen Muslime, welch an die wahren islamischen Werte festhält, welche an Freiheit und Demokratie glaubt und die tief in der Gesellschaft verankert ist, diese Bedrohung beenden kann. Für diese Bewegung sind bereits Hunderttausende Menschen gestorben.

Eine solche Bewegung, die trotz brutalster Unterdrückung seit drei Jahrzehnten überlebt hat und nun sogar noch stärker wird, zeigt, wie tief dieser Wunsch bei den Widerstandskämpferinnen verankert ist.

Ich finde es phantastisch, zu sehen, wie sehr diese Bewegung im Iran von noblen Werten umgeben ist, stärker als in jedem anderen Land. Die Bewegung sieht diese Werte als progressive Alternative, als eine große Weiterentwicklung nach dem Ende der Ära der Dunkelheit und des Mißbrauchs der Religion. Die Zukunft eines demokratischen Systems ist ein Modell für alle Menschen, die, wie das iranische Volk, seit Jahrzehnten leiden.

Es ist zudem traurig, dass wir ein solches Phänomen wie im Iran in den anderen Ländern nicht finden. Die Bewegung ist beseelt von der Befreiung aller Menschen von den dunklen Mächten und dem Wunsch, das Schicksal aller im Namen des Islam zu verändern, hin zu einer Wertegemeinschaft, in der die islamischen Prinzipien unschuldig und bereichernd bleiben. Die Wandel im Irak, Ägypten, Tunesien und im Jemen und vielleicht auch in Syrien zeigen, wie wichtig die Existenz einer solchen Bewegung im Iran ist.

Ich möchte die Worte einer Aktivistin aus Syrien wieder geben, die auf dem Seminar sprach. Sie sagte, dass der Mord, die Unterdrückung und die Menschenrechtsverletzungen in Camp Liberty auch den Kampf der Menschen in arabischen und islamischen Ländern betreffen.

Ich möchte auch auf Ashraf hinweisen, welches zeigte, wie sich eine Gesellschaft entwickeln könnte, wenn der iranische Widerstand einen freien Iran aufbauen darf.

In Ashraf finden sich alle Aspekte des Lebens wieder. Doch der wichtigste Wert der Stadt bestand darin, zu sehen, wie die Menschen dort miteinander umgehen, wenn Gleichberechtigung und der Respekt vor den verschiedenen Glaubensrichtungen und ihren Ausprägungen vorhanden ist.

Die Frauen hatten in dieser Gesellschaft eine besondere Rolle als Führungspersonen. Die Männer haben diese Rolle freiwillig und aus freier Entscheidung akzeptiert. Sie haben davon profitiert, denn sie waren nun aus der Rolle der männlichen Dominanz befreit. Dieser Weg ist vor allem auch der Führung von Maryam Rajavi zu verdanken. Unter ihrer Führung ist der iranische Widerstand zu bemerkenswerten Siegen gekommen. Dazu gehört vor allem die Delistung der PMOI von den Terrorlisten in Großbritannien, Europa, den USA und Kanada.

Doch wir müssen auch verstehen lernen, warum das iranische Regime und die Maliki Regierung miteinander kollaborieren und dabei Camp Ashraf und Camp Liberty angreifen. Die PMOI hat durch ihre Art der Selbstlosigkeit ein neues Modell einer Zivilisation aufgezeigt, welche vom velayat-e faqih nicht toleriert werden kann. Dieses System ist auf der Herschafft eines Mannes aufgebaut und die Rechte der Frauen werden bekämpft, vor allem gegenüber denjenigen, die dessen Ungerechtigkeiten und Ausbeutung aufzeigen oder sich ihnen entziehen wollen.

Daher sollten alle arabischen und muslimischen Frauen von dieser Lektion lernen und sie in ihrem Kampf einfließen lassen. Wenn ich sehe, wie viele Frauen an den Seminaren, Symposien und Treffen teilnehmen, dann sehe ich, dass die Frauen begriffen haben, dass die PMOI aus ihrem Schatten der Unterdrückung getreten ist.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass das klerikale Regime die PMOI vernichten will und es ist seit mehr als 30 Jahren ihr Ziel. Dieser Haß fand nach dem Iran-Irak Krieg seinen Höhepunkt, wo Tausende PMOI Mitglieder innerhalb von Wochen den Tod fanden. Es ist unsere religiöse und politische Pflicht, die PMOI mir aller Stärke zu unterstützen und den Herrschern im Iran es nicht zu erlauben, dass sie im Iran und Irak ermordet werden. Diese Bewegung muß am Leben und aktiv gehalten werden.

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Der Artikel wurde unter anderem in der kuwaitischen Tageszeitung al-Seyassah veröffentlicht.