Tuesday, November 29, 2022
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Die instabile wirtschaftliche Situation im Iran

NWRI – Nachdem der Wechselkurs eines US Dollars mehr als 4000 Tomans erreicht hat, sagte der Leiter der Zentralbank des iranischen Regimes, dass die aktuelle Lage nur temporär sei.

Bezüglich des aktuellen Steigens des Wertes von ausländischen Währungen interviewte „Simay-e Azadi“, der TV Sender des iranischen Widerstandes, Yazdan Haj Hamzeh. Hier ein Teil seiner Aussagen:

Yazdan Haj Hamzeh: Der Wert der ausländischen Währungen, vor allem des US Dollar, ist sehr instabil und es gibt scharfe Schwankungen. In den letzten Tagen nach dem Sieg von Trump bei den US Präsidentschaftswahlen stieg der Wert des Dollar auf fast 4000 Tomans an.

Diese Instabilität fällt in eine Zeit, wo die Zentralbank und die Regierung von Rohani zuvor bekannt gaben, dass man die Währung stabilisieren will, um ausländische Investoren anzulocken. Man strebe bis zum Ende des Jahres eine feste Rate an, damit ausländische Währungen nicht nur am Markt erhältlich sind, sondern auch, um den Verkauf der Währung durch den Staat zu stoppen.

Dieser Zug ist äußerst notwendig, wenn man ausländische Investoren anlocken will. Sie müssen wissen, was ein iranischer Rial wert ist, wenn sie ihre Währung umtauschen und sie müssen auch wissen, was der Rial wert ist, wenn sie ihn wieder zurück tauschen.

Auf die Frage, warum die Regierung von Rohani darin gescheitert ist, einen festen Wechselkurs zu bestimmen, erklärte Yazdan Haj Hamzeh, dass die fehlende Stabilität für einen festen Wechselkurs auf zwei Dingen beruht: Zum einen ist es die Frage der Kontrolle von Angebot und Nachfrage. Dieser Prozeß liegt meist außerhalb der Kontrolle der Regierung, daher ist die Aussage des Leiters der Zentralbank, dass die Instabilität auf dem Kapitalmarkt kurzfristig ist, nicht nachvollziehbar. So ist zum Beispiel auf der Seite der Nachfrage ist ein starker Anstieg der Importe zu verzeichnen, weil die eigene Industrie nicht kostengünstig genug ist. Hinzu kommt ein Anstieg der Bevölkerungszahlen und damit die Forderung nach mehr Geld und mehr ausländischer Währung.

Auf der anderen Seite sorgt die Instabilität der Währung dafür, dass es mehr Liquidität gibt, als die Wirtschaft wirklich braucht. Die Liquidität wurde unter Rohani verdoppelt und erreicht einen Wert von 1220 Milliarden Tommans, was nahe an das iranische Bruttosozialprodukt heran reicht. Ein großer Teil der Händler mit liquiden Mitteln setzt diese auf dem Währungsmarkt ein, anstatt in Investitionen. Sie kaufen und halten lieber ausländische Währungen, in der Hoffnung, sie später zu einem höheren Preis zu verkaufen und damit Profit zu machen. 

Was die Angebotsseite betrifft, so sind nach den US Wahlen internationale Banken zögerlicher im Transfer von iranischem Ölgeld. Wie Majid Ansari, der Vizepräsident im Rechtsausschuss, sagte, ist „der Transfer von Geld immer noch ein wichtiger Punkt“. Auch der Vorsitzende des Beraterstabes des Regimes sagte, dass „die Regierung noch nicht das Budget für die bewaffneten Einheiten festlegen konnte, weil es Probleme gibt, Geld von ausländischen Banken zu bekommen.“

Die Banken sind somit noch vorsichtiger geworden, iranisches Geld zu transferieren und auch den Iran mit Geld zu versorgen.

Ein weiterer Punkt ist der Ausbau des Iran – Sanktionsgesetzes, bekannt als D’amato Law, welches, sofern beschlossen und umgesetzt, die ausländischen Investitionen in der iranischen Ölindustrie erheblich verringern wird. Auch das wird die Einnahmen in ausländischer Währung verringern und es wird dann auch das Angebot auf dem Markt verringern.

Wir sehen also, dass diese beiden Faktoren, das Angebot und die Nachfrage nach Währungen, in der Zukunft sehr unsicher zu bewerten ist.