Wednesday, November 30, 2022
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Die Internet-Dämonen des Iran können mit dem Volk nicht konkurrieren

 

NWRI – Das iranische Regime gehört zu den vielen Staaten, die sich aggressiv des Cyberspace bedienen; es verwendet Internet-‚Dämonen’ und Falschinformationen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Seine Armee von ‚Dämonen’ wird finanziell weniger ausgestattet und ist daher weniger wirksam als die anderer Länder, z. B. Rußlands; aber ihr Einfluß nimmt beständig zu. 

 

Die Cyberspace-Armee des Iran kann in drei Gruppen zerlegt werden: 

 

– Die Internet-Patrioten: Sie bedienen sich privater Netzwerke (virtual private networks: VPN’s), um die vom Regime bewirkten Blockierungen des Internet zu umgehen, die Propaganda des Regimes zu verbreiten und Kritiker anzugreifen. Sie werden vermutlich nicht entlohnt; es ist aber anzunehmen, daß das Regime sie mit anderen Gratifikationen versorgt und sie bedroht, wenn sie nicht agieren.

– Die von der Regierung gestützten ‚Dämonen’: Sie werden vom Regime darüber instruiert, was sie sagen sollen – und wem. Sie werden auch bezahlt. Sie haben zwei Arten von Täuschungs-Websites geschaffen: Das eine dient zur Ausspähung von Feinden des Regimes und zum Stehlen von Informationen; das andere hat lediglich die Aufgabe, auf englisch und in den Sprachen der Nachbarländern (arabisch, türkisch, aserbeidschanisch etc.) falsche Nachrichten zu verbreiten. Auch sind sie verantwortlich für die Schaffung von Schein-Personen online; sie werden zur Spionage eingesetzt, indem einer von ihnen einen Virus auf einem Arbeits-Computer öffnet (für jene, die im Geheimdienst oder im Energie-Sektor arbeiten), oder sie werden eingesetzt zur Enthüllung von Informationen (wenn es sich um Dissidenten handelt). 

– Elite-‚Dämonen’: Diese ‚Dämonen’ sind hoch gebildet; ungefähr 80% von ihnen sprechen englisch. Sie werden zu Angriffen auf besondere Personen eingesetzt (iranische Dissidenten, für die Menschenrechte engagierte Personen, leitende Politiker anderer Länder). Manchmal werden sie als in den westlichen Medien arbeitende Iran-Experten ausgegeben, um die Auffassung des Regimes zu verbreiten; sie schreiben lange Traktate, die sich nett lesen und dabei voll sind von Lügen.

 

 

Hand in Hand

 

Es ist ferner bemerkenswert, daß die Länder, die solchen Krieg im Cyberspace betreiben, dieselben sind, die ihrer eigenen Bevölkerung die Zensur auferlegen. Der Iran verfährt seit Jahren so; doch während der jüngsten Proteste hat er die Zensur dramatisch verschärft, um die Demonstranten an der Kommunikation untereinander und mit der Welt zu hindern.

Doch viele Iraner konnten durch Gebrauch von VPN’s (s. o.) wie Facebook, Twitter und Telegram (die Führer des Regimes benutzen sie ja selbst, um seine Agenda straflos zu verbreiten) die Zensur umgehen. Die VPN’s sind im Iran legal, aber viele Personen wurden wegen ihrer Beförderung und des Verkaufs ihrer Inhalte verhaftet.

Vor den Demonstrationen war die verschlüsselte App Telegram im Iran nicht blockiert; doch das Regime versuchte, die Firma zur Speicherung der Daten seiner iranischen Benutzer zu zwingen – ein klarer Verstoß gegen das Ethos von Telegram, eingesetzt, um die Iraner zu überwachen. 

Das iranische Regime hat außerdem zu Beginn der Proteste alle seine Schein-Personen dazu eingesetzt, die Iraner umfassender auszuspionieren und einzuschüchtern.

Doch es ist ein weites Feld; die Dämonen des Regimes können über das Volk nicht siegen.

Der politiche Analytiker Ali Hajizade schrieb in „Al Arabiya“: „Unser analytischer Bericht zeigt, daß die Dämonen des Regimes nicht mithalten können; in den meisten Fällen können sie nicht alle Posts beantworten. Daran zeigt sich die Verletzlichkeit der staatlichen Maschinerie von Dämone