Wednesday, February 8, 2023
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Die Vereinten Nationen verurteilen die Zunahme der Hinrichtungen im Iran

Sonntag, den 10. Mai 2015, 17. 58 Uhr

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen verurteilen die neueste Zunahme der Hinrichtungen im Iran; die meisten dieser Hinrichtungen werden nicht bekanntgegeben. Am 8. Mai 2015 trafen aus Genf Berichte der Besonderen Berichterstatter der Vereinten Nationen – über die Menschenrechtslage im Iran von Ahmed Shaheed und über außergerichtliche Hinrichtungen von Christof Heyns – ein; sie verurteilen die dramatische Zunahme der Hinrichtungen in den vergangenen Wochen. In vielen Fällen waren die Hinrichtungen von offiziellen Stellen nicht bekanntgegeben worden;

auch die Namen der Hingerichteten wurden dem Publikum nicht enthüllt. „Wenn die iranische Regierung sich sogar weigert, das volle Ausmaß der Hinrichtungen, die stattgefunden haben, bekannt zu geben, dann zeigt sich eine kaltschnäuzige Mißachtung der menschlichen Würde und der internationalen Menschenrechte,“ betonte Herr Shaheed.

Zwischen dem 9. und dem 26. April wurde von nicht weniger als 98 hingerichteten Häftlingen berichtet – durchschnittlich sechs am Tage. Dieser letzte Schwall von Hinrichtungen läßt die Zahl der seit dem 1. Januar Hingerichteten auf 340 ansteigen – darunter mindestens sechs politische Gefangene und sieben Frauen. 

„Uns beunruhigt diese Zunahme der Hinrichtungen; sie fand statt trotz ernsthafter Fragen nach fairen Verfahren,“ sagte Herr Heyns. „Vielen von den in dieser Zeit hingerichteten Häftlingen waren Drogendelikte zur Last gelegt worden; dabei handelt es sich nicht um vorsätzliche Tötung, und mithin nicht um die ‚allerernstesten Verbrechen’. 

Diese unabhängigen Fachleute haben sich besonders auf die kontinuierlich vorgelegten Berichte von öffentlich durchgeführten Hinrichtungen konzentriert; im Jahre 2015 wurden davon bereits 15 durchgeführt. „Hinrichtungen in der Öffentlichkeit wirken sowohl auf die Opfer als auch auf die Zeugen der Hinrichtung entmenschlichend; sie verstärken die grausame, unmenschliche und erniedrigende Natur der Todesstrafe,“ sagten sie. 

Diese Besonderen Berichterstatter haben gemeinsam an die iranische Regierung appelliert, die zunehmend deutlich von der Menschenrechtsabteilung der Vereinten Nationen geäußerte Forderung zu beachten, Hinrichtungen gänzlich aufzugeben und mit diesem Ziel ein Moratorium einzuführen.