Thursday, December 8, 2022
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Diplomaten: Iran füllt atomare Bunker mit Zentrifugen

Von Fredrik Dahl
WIEN (Agenturen) – Der Iran scheint das Installieren von Zentrifugen in einer unterirdischen Atomanlage fast abgeschlossen zu haben, das sagen westliche Diplomaten. Das könnte seiner Kapazität zu waffenfähigem Uran einen Schub geben, wenn sie dieses herstellen wollen.

Der Iran hat bisher nur die Existenz der Anlage in Fordow zugegeben, doch soll 2009 nach westlichen Spionageaktivitäten und aus Schutz vor Luftschlägen eine weitere Anlage in den Bergen gebaut haben.

Die USA und seine Alliierten sind vor allem über Fordow besorgt, weil der Iran dort Uran auf 20 Prozent anreichert. Der Iran behauptet, dies sei für einen medizinischen Reaktor notwendig.

Die Diplomaten sagen, es gäbe Indikatoren, dass der Iran mindestens 640 Uranzentrifugen hat. Geplant seien in der Anlage 2800 Zentrifugen, doch sie seien noch nicht in Betrieb.

„Ich habe es so verstanden, dass sie die Zentrifugen bereits dort installiert haben“, sagte ein Botschafter.

Ein weiterer Diplomat sagte, er glaube, dass die Zentrifugen bereits positioniert sind, doch Versorgungsanlagen und andere Vorbereitungen für die Inbetriebnahme seien noch nicht fertig gestellt.

Die Anreicherung von 20 Prozent ist nur einen kleinen Schritt entfernt von einer Anreicherung auf waffenfähige Bereiche und sie sind das zentrale Problem des Westens und seiner Sorgen. Die Aussagen einer friedlichen Nutzung sieht der Westen als Deckmantel für die Vorbereitung von waffenfähigem Uran.

Wenn der Iran eine weitere Anreicherung zugibt, dann sind vor allem die USA und Israel alarmiert. Sie überlegen seit langem den Einsatz militärischer Mittel, um den Iran am Bau von Atombomben zu hindern und sie versuchen komplizierte diplomatische und nicht diplomatische Maßnahmen, um den Konflikt zu lösen.

Zu den Aussagen der Diplomaten gab es bisher keine Stellungnahme vom Iran oder der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der Aufsichtsbehörde der UN in Wien. Sie wird den nächsten Bericht über das Atomprogramm von Teheran voraussichtlich im November veröffentlichen.

KRIEGSÄNGSTE

Diplomatische Bemühungen und wirtschaftliche Sanktionen sind bisher gescheitert Israels militärischen Aktionen gegen seinen Erzfeind sowie ein neuer Krieg im Mittleren Osten könnten die fragile Weltwirtschaft nachhaltig stören.

Der Iran hat bereits genug niedrig angereichertes Uran, um daraus mehrere Bomben herstellen zu können, wenn man es höher anreichert, doch bisher ist der Iran noch einige Jahre von dem Bau einer Rakete entfernt, so Annalisten.

Die IAEA schrieb in ihrem letzten Bericht im August, dass der Iran die Zahl der Zentrifugen in Fordow in den letzten drei Monaten auf 2140 verdoppelt habe.

Doch Diplomaten gehen davon aus, dass nur knapp 700 von ihnen in Betrieb sind. Diese Zahl soll sich seit Beginn des Jahres nicht verändert haben.

„Die letzte Information, die ich habe, ist, dass die neu installierten Zentrifugen nicht einsatzbereit sind“, sagte einer der Diplomaten.

Bisher war nicht klar, ob der Iran die Technik wegen politischer oder technischer Gründe zurück hielt. Es ist auch nicht bekannt, ob die Zentrifugen, die nicht bereit sind, für eine Anreicherung von 5 oder 20 oder für beide Dinge eingesetzt werden.

Der Iran könnte in der Lage sein, vier „signifikante Mengen“ von waffenfähigem Uran herzustellen. Jede von ihn könnte für eine Bombe reichen. Ein Nuklearexperte des Belfer Zentrums der Harvard Universität und Simon Henderson vom Washington Institut meinen, dies seit innerhalb neun Monaten zu produzieren.

„Die Zeit wird immer enger, je mehr 20 prozentiges Uran produziert wird. Ein möglicher Durchbruch ist dann in Wochen möglich.“, heißt es weiter.

Andere Nuklearexperten sagen, dass jedes Land in der Lage ist, Atomwaffen zu bauen und dass es in der Lage ist, einige Bomben zu bauen.