Wednesday, December 7, 2022
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Hochwasser in Indien, Afghanistan und Pakistan

Hunderttausende Menschen in Pakistan, Indien und Afghanistan kämpften am Donnerstag gegen die Folgen schwerer Unwetter in der Region. Allein in Pakistan waren nach Behördenangaben mehr als 800.000 Menschen von Hochwasser betroffen, etwa 200.000 Häuser wurden Schätzungen zufolge zerstört.

Zahllose Bewohner der Küstenregion Baluchistan sitzen seit vergangenem Wochenende auf Bäumen und Hausdächern fest, mindestens 245 kamen ums Leben. In Afghanistan starben nach NATO-Angaben mindestens vier Menschen in den Fluten, in Indien kosteten die Stürme mehr als 120 Menschen das Leben.

In der pakistanischen Stadt Turbat waren teilweise nur die Spitzen der Palmen zu sehen, während sich in anderen Stadtteilen bei Temperaturen von 43 Grad Celsius Menschen, Kühe und Ziegen auf den Dächern drängten. Eine 20-Jährige ertrank am Donnerstag, nachdem sie zwei Tage lang alleine in ihrem überschwemmten Haus ausgeharrt hatte, wie ein Behördenmitarbeiter berichtete. Auch von 50 Gästen einer Hochzeitsfeier, überwiegend Frauen und Kinder, fehlte demnach jede Spur.

Schätzungsweise 100.000 Menschen seien in Turbat und der Umgebung vom Wasser eingeschlossen, sagte der Bürgermeister Abdul Rauf Riand. "Wir brauchen Zelte, Nahrung, Medizin. Alle Reserven, die wir hatten, sind bereits erschöpft", betonte er. Nach schweren Unwettern am vergangenen Samstag hatte am Dienstag der Zyklon "Yemyin" die Lage weiter verschärft.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte tiefes Bedauern über die Opfer der Stürme und betonte, die Vereinten Nationen seien bereit, das Land bei Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. In Pakistan verteilten die Streitkräfte mit 14 Hubschraubern und Transportflugzeugen Hilfsgüter für Gestrandete.