Monday, November 28, 2022
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Iran: 4.400 Bekleidungsgeschäfte wurden geschlossen, weil sie die Standards für den zwangsweisen Dresscode verletzt haben sollen

Hossein Sajedi-Nia, Befehlshaber der staatlichen Sicherheitskräfte hat bekanntgegeben, dass „mehr als 4.400 Bekleidungsgeschäfte“ im vergangenen Jahr „geschlossen worden seien, weil sie indezente Kleidung angeboten haben, die die öffentliche Moral verletzen“.

In einer Rede bei einem Treffen über „Tugend und Schleier“ räumte er ein, dass die repressiven Maßnahmen des Regimes gegen die Frauen fehlgeschlagen seien und fügte hinzu, dass „der derzeitige Status des Hidschab und der Tugend nicht mit der islamischen Gesellschaft im Einklang stehen. Die Überwachung der Verschleierung der Frauen in den letzten 15 Jahren deutet darauf hin, dass sich die Situation allmählich verschlechtert hat“.
Bei dem Treffen am 12. August ging es darum, Wege für neue Arten der Unterdrückung von Frauen zu finden. Der Teheraner Ankläger Abbas Jafari-Dolatabadi gestand auch zu, dass das Regime bei seinen repressiven Kampagnen nicht erfolgreich gewesen sei. Nach seinen Worten sind auf dem Gebiet der Keuschheit und der öffentlichen Moral „24 Abteilungen verantwortlich… Obwohl in Teheran Sondergerichte aufgestellt worden sind, um diesen Arten der Gesetzesverletzungen  zu begegnen, hat ein Mangel an Koordination zwischen den zuständigen Abteilungen einen Fortschritt verhindert“.
Laut Jafari-Dolatabadi ist die Anwesenheit von Menschen, die sich den repressiven Regeln des Regimes nicht unterwerfen, „in öffentlichen Plätzen wie in Parks, Restaurants usw. vorherrschend und es ist notwendig, diese Situation zu überwinden, indem Lösungen gefunden werden“.
Mit Hinweis auf Khameneis Anordnungen in Bezug auf die Verschleierungen der Frauen, hat auch der Generalankläger des Regimes für Teheran die Regimevertreter aufgerufen, sich mit den „Verstößen gegen die öffentliche Keuschheit und Moral“ zu befassen. (Die staatliche Nachrichtenagentur ISNA am 12. August  2016). Am 20. Juli 2016 erklärte Khamenei: „Jede Diskussion über die freiwillige oder verpflichtende Natur des Hidschab (Schleier der Frauen) ist abwegig und hat keinen Platz in der Islamischen Republik… Wenn sich herausstellt, dass etwas ungesetzlich (haram) ist, so ist die Islamische Republik an die Verpflichtung gebunden, sich gegen ein solches haram zu stellen“.
Der Frauenausschuss des Nationalen Widerstandsrats Iran verurteilt die rückwärtsgewandten und repressiven Positionen des iranischen Regimes gegen die Frauen. Es gibt keinen Zweifel, dass das frauenfeindliche Regime aus Angst vor dem iranischen Volk und vor den wachsenden Protesten der Frauen ein Heilmittel in einer weiteren Eskalation der Unterdrückung der Frauen sucht. Sie wissen jedoch, dass das den Zorn des iranischen Volkes gegen das Regime nur anheizen wird, der sich in verschiedenen Schichten der Gesellschaft manifestiert.
Frauenausschuss des Nationalen Widerstandsrats Iran
17. August 2016