Sunday, December 4, 2022
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Iran: Arbeiter aus Lordegan gingen auf die Strasse

Workers protest in LordeganNWRI – Arbeiter und Lieferanten gingen am Montag wegen fehlender Lohnzahlungen nun auch in der südwestlichen Stadt Lordegan in den Streik.

Alle 400 Mitarbeiter einer petrochemischen Fabrik legten die Arbeit nieder. Das Management hatte versprochen, nach einer 45 – tägigen Probezeit einen Langzeitarbeitsvertrag mit den Teilzeitarbeitern zu machen. Nun, nach mittlerweile 65 Tagen, lehnte das Management die Unterzeichnung der versprochenen Verträge ab.

Schon am Sonntag stoppten 200 Baumaschinen, die von der Firma angemietet worden waren, ihre Arbeit, weil sich das Bedienungspersonal im Streik befand.

Die Arbeiter von zwei nahe gelegenen Tochterfirmen befinden sich ebenfalls im Streik, um Solidarität mit den Arbeitern der petrochemischen Werke in Lordegan zu zeigen. Die Führungsmanager sind alle sehr gut mit der Regierung verbunden und das ist der Hauptgrund, den Forderungen der Arbeiter nicht nach zu kommen.

Es ist mittlerweile zu einer mit Regierungsduldung üblichen Praxis der Unternehmen im Industriebereich geworden, Arbeiter nicht mehr mit festen Arbeitsverhältnissen einzustellen, um Krankenversicherung und andere soziale Leistungen zu sparen.

Am 21. Oktober räumte Mohammad Jahromi, der Arbeitsminister der Mullahs, gegenüber der staatlichen Presseagentur ILNA ein:“ Mehr als 250.000 Arbeiter haben in den ersten 6 Monaten des persischen Kalenders (das Jahr startet hier am 22. März) ihre Arbeit verloren. Und wir vermuten, das die Zahl noch steigen wird.“

Die Situation hat sich verschärft, weil das Regime in der gleichen Zeit eine Million ihrer eigenen Anhänger auf den Arbeitsmarkt geschickt hat.

Fakt ist, das die aktuelle Arbeitslosenrate unter den regierenden religiösen Fanatikern viel höher ist, als es offiziell von den Regierungsstellen bekannt gegeben wird.  

So haben sich wegen Entlassungen und ausstehender Lohnzahlungen allein im letzten Jahr hunderte Fabriken und Werkstätten im Streik befunden.

Unter ihnen befanden sich zum Beispiel: die Haft-Tapeh Rohrzuckerfabrik (wir berichteten) in der südlichen Stadt Shoosh, die Kiyan Reifenfabrik in Saveh, die Tabas Minenfabrik, die Sarcheshmeh Schalenfabrik in der südlichen Stadt Kerman, die Jahad Landwirtschaftsbetriebe in der südlichen Stadt Bushehr, die Gavmishan Dammbaufabrik und die Zuckerrübenfabrik in der westlichen Stadt Kamyaran, die Siyah-Roukh Fabrik in der westlichen Stadt Divandareh, die Elektrizitätswerke in der südlichen Stadt Asaloyeh, die Aras China Fabrik in der nordwestlichen Provinz von Azerbaijan, die Pashmineh Baf Fabrik in der westlichen Stadt Qazvin, die Mehrpouya Textilfabrik in der zentral gelegenen Stadt Isfahan, die Navard Firma in der westlichen Stadt Karaj, Iran Telekommunikation und Sandouq Nasouz in Tehran, die Hamid China Fabrik und städtische Arbeiter in Sa'adabad, die Avangan Fabrik in  der zentral gelegenen Stadt Arak und die Iran Khodro Fabrik in Tehran.