Tuesday, February 7, 2023
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Iran: Der Protest der Bauern tritt in seinen dritten Monat ein

Aufstand im Iran – Nr. 231

Die Demonstrationen und sit-ins armer Bauern in den Städten und Dörfern östlich und westlich von Isfahan sind in ihren dritten Monat eingetreten; die Bauern protestieren dagegen, daß ihnen ihre Wasserrechte vorenthalten werden, was zur Zerstörung der Landwirtschaft führt – eine direkte Folge der Art, wie das Mullah-Regime das Land ausplündert.

Die streikenden Bauern veranstalten dem kalten Wetter zum Trotz sit-ins, indem sie ihre Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen parken und auf den Straßen und Kreuzungen der Städte und Dörfer kampieren.

Am 25. November versuchten Bauern in dem Dorf Qarnah – gelegen nahe der Stadt Ziar -, den Transport von Wasser aus ihrer in andere Gegenden zu verhindern, indem sie einige Leitungen zerstörten. Daraufhin wurden sie von Söldnern der Spezialgarde angegriffen; eine Reihe von ihnen wurde durch Tränengas verletzt. Die Bauern skandierten: „Wir haben unbedingtes Recht auf das Wasser des Kreuzes von Zayandeh!“ „Wir sterben, aber wir nehmen die Demütigung nicht hin!“ „Der Bauer ist wach, er haßt (leere) Versprechungen!“ An demselben Tage griffen die staatlichen Sicherheitskräfte die Moschee in Qamah an, in der Bauern sit-ins veranstaltet hatten, und zerbrachen ihre Fenster.

Die Streikenden schrieben auf ihre Plakate: „Wir verlangen unsere Wasserrechte!“ „Spaltet nicht unser Kreuz von Zayandah!“ „Gibt es jemanden, der uns hilft?“ „Ein Tod in Würde ist besser als ein Leben in Demütigung!“ „Wie lange noch die falschen Versprechungen?“

Die Zerstörung der Landwirtschaft in der Provinz Isfahan und die Rolle der bei diesem Desaster gegen das Volk gerichteten Politik des Regimes sind so verheerend, daß seine Funktionäre sie unweigerlich bis zu einem gewissen Grad einräumen müssen. Hasan Kamran, Mitglied des Parlaments des Regimes aus Isfahan, sagte, das Energieministerium habe 1, 592 Millionen (Was ist gemeint:

1 592 oder 1,592?) qm Wasser an die Stahl- und Rüstungsindustrie von Isfahan geliefert; er räumte ein, daß die Industrie das Wasser verbrauche, das Volk aber nur Abwasser zur Verfügung habe. „Das gesetzliche Wasserrecht geht auf das Jahr 1964 zurück; das Energieministerium hatte kein Recht, es zu ändern und das Wasser zu verkaufen.“ Mit bezug auf eine Zunahme der Wasserreserven des Kreuzes von Zayandeh um 55 Millionen qm sagte er: „Das Wasserrecht gilt nicht für Trinkwasser und Industrie.“ (Die staatlichen Medien am 21. Oktober 2018)

Schon früher hatte er gesagt: „Seit zehn Jahren wird das Wasserrecht der Bauern von Isfahan verletzt. …  Wir haben ihnen 10 Jahre lang etwas vorgelogen. …  Auf der einen Seite erwirkt die Bank einen Haftbefehl, weil er (d. i. ein Bauer) seine Schulden nicht bezahlen konnte. Auf der anderen Seite bezahlen wir seinen Weizen zu spät, wir zahlen ihm keine Entschädigung, wir stehlen das ihm rechtlich zustehende Wasser. Wer stiehlt hier wem? – das Energieministerium.“ („Radio Farhang“ am 10. April 2018)

Nasser Mousavi Largani, ebenfalls Abgeordneter des Parlaments des Regimes, sagte: „Die Bauern von Ghahderijan – ihr Land ist zu einer Wüste geworden. Sie haben kein Brot zu essen. Ebenso die Bauern von Pirbakon.“

Ali Bakhtiar, auch er ein Mitglied des Parlaments des Regimes, sagte, 50-60tausend Milchvieh hätten sich auf 30 000 oder noch weniger verringert. Der Viehbestand verschwindet. …  70-80% der Geflügelfarmen der Region werden nicht bewirtschaftet.“ (Nachrichtenagentur des Parlaments am 16. November)

Der iranische Widerstand grüßt die Bauern von Isfahan und betont: Solange das korrupte, kriminelle Regime der Velayat-e faqih an der Macht ist, haben die Arbeiter, die arbeitende Bevölkerung nichts als Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger vor sich. Er ruft alle Mitbürger, besondere die tapfere Jugend der Provinz, auf, ihre Solidarität mit den Bauern zu bekunden und ihre gerechten Forderungen zu unterstützen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

den 28. November 2018