Friday, December 9, 2022
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Iran: Familienangehörige protestieren

Evin prison entranceFamilienangehörige von Gefangenen, die aus politischen Gründen oder als Teilnehmer der Aufstände inhaftiert wurden, protestieren vor dem Evin Gefängnis, dem "Revolutionären Gericht" und dem "Büro des Staatsanwalts" des Mullahregimes

NWRI – Die Proteste von Familienangehörigen von Gefangenen, die aus politischen Gründen oder als Teilnehmer der Aufstände inhaftiert wurden, und gegen den Druck, dem sie durch Mitarbeiter des klerikalen Regimes ausgesetzt sind, gehen unvermindert weiter.

Am Montag Morgen (18. Januar 2010) versammelten sich mehr als 100 Familien vor dem "Revolutionären Gericht" in der Moallem-Straße zu Protesten gegen die Inhaftierung ihrer Angehörigen, die an den Aufständen an den heiligen Tasoua- und Ashura-Tagen (26. und 27. Dezember) teilgenommen hatten. Zur gleichen Zeit trafen sich mehr als 200 Familienangehörige von denen, die nach den Aufständen festgenommen wurden vor dem Büro des Mullahstaatsanwalt im Teheraner Basargebiet. Andere zeigten sich solidarisch mit den Familien und den Gefangenen und nahmen ebenfalls an den Protesten teil. Die Machtorgane des Regimes versuchten das Anwachsen der Proteste zu verhindern und ein Atmosphäre der Angst zu schaffen, in dem sie die Familien umkreisten und Aufnahmen machten. Eine junge Frau, die bei der Kundgebung fotografierte, wurde von der Staatssicherheit des klerikalen Regimes angegriffen und verhaftet.

Am Sonntag abend trafen sich ebenfalls Hunderte Familien von politischen Gefangenen und Inhaftierten der Aufstände vor dem berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran. Unter den Demonstranten waren Eltern im höheren Alter, die ihre Proteste trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit und der extremen Kälte fortsetzten. Sie wurden von den Machtorganen des Regimes eingkreist, blieben aber für Stunden vor Ort.

Monate nach den landesweiten Protesten gibt das klerikale Regime noch immer keine Antworten auf Anfragen über den Gesundheitszustand vieler der Inhaftierten und weigert sich, ihren  Aufenthaltsort bekannt zu geben. Während glaubwürdige Berichte darauf hindeuten, dass einige der Gefangenen im Block 209 des Evin Gefängnisses untergebracht sind, weigert sich die Staatssicherheit, Informationen über den Verbleib dieser Gefangenen zu geben. Die Staatssicherheit des klerikalen Regimes nimmt auch keine Medikamente für die kranken Inhaftierten an. Die Mullah-Justiz, die selbst einige dieser Jugendlichen verhaften ließ, dementiert, dass es Fälle im "Revolutionäen Gericht" gibt und die Rechtsanwälte für die Inhaftierten nicht zugelassen werden, dadurch wird jede Art von Verfahren und die Untersuchung einer gerichtlichen Klage verhindert.

Der iranische Widerstand appelliert an alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, vor allem an die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und die Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen sowie den Sonderberichterstatter für Folter, dringend Maßnahmen zur Unterstützung der Forderung dieser Familien zu ergreifen und sicher zu stellen, dass die politischen Gefangenen und die bei den Aufständen Verhafteten sofort frei gelassen werden.

Das Sekretariat des Nationalen Widerstandsrat Iran
19. Januar 2010