Tuesday, December 6, 2022
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IRAN: Insassen des Zentralgefängnisses von Teheran setzen ihren Hungersteik fort

Ein am 30. Juni begonnener Hungerstreik von Gefangenen im Zentralgefängnis von Teheran (Fashafouye) aus Protest gegen den ausgeübten Druck und gegen die mittelalterlichen Bedingungen in diesem Gefängnis geht weiter. Gefangene, die vor kurzem aus dem Evin Gefängnis in Abschnitt 4 dieses Gefängnisses gebracht worden waren,

beteiligen sich auch an diesem Streik. 

Der Streik fing an, als Exekutoren in dem Gefängnis einen Gefangenen mit dem Namen Ahunabar schwer geschlagen haben, der selbst in den Hungerstreik getreten war, und seine Haare abrasiert hatten. Diese Barbarei zielte darauf, eine Atmosphäre des Schreckens in dem Gefängnis zu schaffen und andere Gefangene in Angst zu versetzen. Sie hatte einen Hungerstreik von 500 Gefangenen im Abschnitt 4 des Zentralgefängnisses von Teheran zur Folge.

Das Zentralgefängnis von Teheran, das vor kurzem an der Straße Teheran-Qom gebaut worden ist, hat mittelalterliche Bedingungen. Die Henker setzen die Gefangenen der Hitze des heißen Sommers von 9 Uhr morgens bis ein Uhr mittags aus. Die Hygiene in diesem Gefängnis ist grauenhaft und viele Gefangene haben keinen eigenen Schlafplatz und verbringen die Nächte damit, dass sie nahe den Toiletten oder in den Korridoren der Trakte schlafen. Es fehlt an medizinischer Versorgung, Gas und Wasser sind oft nicht verfügbar, es gibt keinerlei Klimatisierung. All das setzt den Gefangenen erheblich zu. Jeder Protest gegen diese harten Bedingungen wird von dem Wachpersonal des Gefängnisses mit eiserner Faust begegnet.

In diesem Gefängnis, das auch unter den Bezeichnungen Fashafouye oder Hasanabad Qom Gefängnis bekannt ist, werden die Häftlinge zu unbezahlter Arbeit gezwungen. Etwa 600 Gefangene arbeiten in Schichten in einem Lager, das „Kultivierung und Fleiß“ heißt, und in Hilfseinrichtungen dafür. Weitere 450 Gefangene arbeiten ohne Bezahlung  in Werkstätten der Gefängnisorganisation, die vollkommen unter der Kontrolle der Revolutionsgarden (IRGC) und des Ministeriums für Nachrichtendienste stehen.

Der rasche Transport von Gefangenen an diesen Ort mit unzureichender Infrastruktur entspricht dem Plan des Regimes, das Evin Gefängnis zu zerstören und die Gefangenen an einen heruntergekommenen Ort zu bringen.  Der Oberhenker Sohrab Soleimani, Generaldirektor der Gefängnisse in Teheran, hatte zuvor erklärt, dass bis zum 20. März 2016 3500 Gefangene  aus Evin, Gohardasht (Rajai Shahr) und Ghezel Hessar  in das Zentralgefängnis von Teheran gebracht würden. (So die Nachrichtenagentur Tasnim, die mit der terroristischen Qods Armee in Verbindung steht am 13. Juli 2015).

Die Befrager und Folterer haben widersetzlichen Gefangenen oftmals gedroht, dass sie durch den Transport in das Zentralgefängnis abgeschlachtet würden, ohne dass jemand davon Notiz nimmt.

Mit der Zerstörung des Evin Gefängnisses und dem Transport der Gefangenen in die Wüste vor den Toren von Teheran verfolgt das Regime der Kleriker den Plan, die Angehörigen der Gefangenen zu isolieren, die sich vor den Gefängnissen versammeln aus Protest gegen die Unterdrückung und Tyrannei des Regimes, so dass ihre Rufe nach Gerechtigkeit im Nichts verhallen. Außerdem müssen die Angehörigen und Verwandten mehr Strapazen und Kosten dadurch auf sich nehmen, dass sie zu diesem verlassenen Ort fahren und das wird wiederum die Gefangenen noch mehr isolieren und ihnen zusetzen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran

3. August 2015