Saturday, December 3, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteIran: Menschenrechtsgruppen in Sorge über die Bestätigung der Todesstrafe für fünf Dissidenten

Iran: Menschenrechtsgruppen in Sorge über die Bestätigung der Todesstrafe für fünf Dissidenten

Iran: Rights group concerned over reaffirmation of death sentence for five dissidentsNWRI – Am 1. August äußerte sich Amnesty International besorgt über die Bestätigung der Todesstrafe für fünf Personen, die an den Unruhen in der Provinz Khuzestan im Vergangenen Monat beteiligt waren. Aus der Erklärung von Amnesty International geht folgendes hervor:
Ende Juli bestätigte der Oberste Gerichtshof die Todesurteile gegen Nazem Bureihi, Mohammad Ali Sawari, Yahia Nasseri, Abdulzahra Helichi und Abdul-Imam Za’eri. Amnesty International ist in Sorge, dass ihre unmittelbare Hinrichtung bevorsteht.

Die Männer wurden Berichten zufolge Anfang Juni vom Revolutionären Gericht in Ahvaz in der Provinz Khuzestan zum Tode verurteilt. Ihnen wurde zur Last gelegt, die nationale Sicherheit bedroht zu haben. Außerdem werden ihnen Gotteslästerung ("Mohareb") und Bombenattentate in der Zeit zwischen Juni und Oktober 2005 zur Last gelegt. Es ist weder bekannt, wann diese Bombenattentate statt gefunden haben sollen noch der genaue Tag ihrer Hinrichtung.

Amnesty International liegen keine näheren Informationen über Yahia Nasseri, Abdulzahra Helichi und Abdul-Imam Za’eri vor. Mahammad Ali Sawari wurde wahrscheinlich um den 4. November 2005 herum gefangen genommen. Nazem Bureihi ist vermutlich seit 2000 wegen "Auflehnung" in Gewahrsam. Am 1. März 2006 wurde er im Fernsehen der Provinz Khuzestan gezeigt, als einer von neun Männern, die in das Bombenattentat von 2005 verwickelt gewesen sein sollen, obwohl er seit 2000 eine 35jährige Haftstrafe absitzen muss.

Aufgrund der Tatsache, dass die Verfahren im Iran nicht öffentlich sind, ist das gerichtliche Vorgehen gegen die anderen Männer für ai unklar.

Hintergrundinformationen:
Viele arabische Gemeinschaften im Iran leben in der Provinz Khuzestan an der Grenze zum Irak. Strategisch gesehen ist diese Region von großer Bedeutung, weil sich dort große Ölreserven des Irans befinden. Die arabische Bevölkerung ist der Auffassung, dass sie ebenso, wie die persische Bevölkerung an den Einkünften aus dem Öl teilhaben könne. Historisch gesehen wurde die arabische Bevölkerung immer wieder an den Rand gedrängt und diskriminiert. Der Druck auf die arabische Bevölkerung wurde seit April 2005 besonders stark erhöht, nachdem die Regierung angeblich plante, die arabische Bevölkerung des Landes auseinanderzutreiben oder sie zu zwingen, ihre arabische Identiät aufzugeben. Hunderte wurden verhaftet, und es wurde von Folterungen berichtet.

Nach den Bombenexplosionen in Ahvaz im Juni und im Oktober 2005, bei denen mindestens 14 Menschen getِötet wurden, und nach den Explosionen auf den Ölfeldern im September und im Oktober, nahm die Gewaltspirale zu. Hunderte sind vermutlich verhaftet worden. Mehdi Nawaseri und Ali Awdeh Afrawi wurden am 2. März öffentlich hingerichtet, nachdem sie für die Verwicklung in die Bombenattentate im Oktober verurteilt worden waren. Der Hinrichtung waren ungerechte Gerichtsverfahren vor dem Revolutionsgericht  voraus gegangen. Sie erhielten wahrscheinlich keine Rechtsanwälte und ihre religiöse Zugehörigkeit wurde mit der von sieben anderen Männern  zusammen, im Fernsehen bekannt gemacht.