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Iran: Mindestens 900 Menschen wurden verhaftet oder ausgepeitscht dafür, dass sie im Ramadan nicht gefastet haben

Freitag, den 3. Juli 2015 um 19:21 Uhr

Archivfoto 

Die Unterdrückungskräfte des iranischen Regimes haben mindestens 900 Menschen allein in den Städten Shiraz, Täbris, Hamadan und Ilam verhaftet und ausgepeitscht, so steht es in Berichten, die in staatlichen Medien des Iran veröffentlicht worden sind.

 

Der stellvertretende Hauptstaatsanwalt in der Stadt Shiraz Ali Keshavarz hat bestätigt, dass in Shiraz 500 Personen verhaftet worden sind, weil sie gegen das Fastengebot verstoßen hätten. Bei diesen 500 wurden in 480 Fällen innerhalb von 24 Stunden Urteile gefällt. Die meisten davon ergingen auf Auspeitschen und sie wurden von Henkern der „Einheit zur Umsetzung von Urteilssprüchen“ vollstreckt. Viele der Urteile, vor allem gegen Jugendliche wurden öffentlich vollstreckt. Außerdem bekamen 3000 Personen „mündliche oder schriftliche Verwarnungen“ und wurden auf den Straßen befragt oder einbestellt von den unterdrückerischen Basidsch Kräften.

Nach der Aussage dieses Beamten sind allein in Shiraz „20 Regierungs- oder Nichtregierungsorgane“ und 248 Patrouillenteams mit der Ausführung dieser schikanösen Regelung beschäftigt unter dem Vorwand „Kampf gegen das Missachten der Fastengebote“.

Ferner wurden laut dem Kommandeur der Sicherheitskräfte von Hamadan Rassoul Moradi 100 Leute von den Basidsch verhaftet, weil sie nicht gefastet haben. Sein Vertreter erklärte, dass 700 Gruppen der Basidsch oder anderer Unterdrückungskräfte des Regimes „in Hamadan gebildet worden sind, um die Tugend zu fördern und das Laster zu verhindern und um gegen diejenigen zu kämpfen, die sich öffentlich nicht an das Fastengebot halten“.

 Am 22. Juni wurden 92 Jungen und Mädchen im Internationalen Hotel Shahriar in Täbriz wegen ähnlicher Vorwürfe  festgesetzt. Viele der Verhafteten waren Reisende, für die nach den islamischen Regelungen die Voraussetzungen zum Fasten nicht gegeben sind. In der ersten Woche des Ramadan wurden allein in Ilam 200 Personen eingesperrt und es ergingen innerhalb eines Tages barbarische Anordnungen zum Auspeitschen.

Der Staatsanwalt von Qazvin Esmail Sardeqi Niaraki hat am 23. Juni erklärt: „Alle, die sich nicht an das Fastengebot halten, bekommen nicht nur am Tag ihrer Festnahme ihr Urteil, sondern es werden ebenso rasch die Urteile vollstreckt. Mögen diese Maßnahmen … dem Obersten Führer gefallen”,

 Die beispiellose Zunahme der Unterdrückung in der Gesellschaft unter dem Vorwand, es werde nicht gefastet, zeigt die Furcht des religiösen Faschismus, der im Iran herrscht, vor Aufständen in einem Volk, dessen große Mehrheit nicht imstande ist, die rudimentärsten Bedürfnisse ihres Lebensunterhalts und den ihrer Familien zu erfüllen, vor allem da verschiedene interne und externe Krisen, besonders die Sackgasse der Atomgespräche, mehr und mehr die Schlinge um den Hals des Regimes zusammenziehen. 

 

Mullah Sediqi, der Khamenei nahesteht, hat in einer Freitagsgebetsshow vom 26. Juli in Bezug auf das Ergebnis der Atomgespräche  seine Besorgnis geäußert und dazu gesagt: „Das Schicksal des Landes hängt daran. Dies ist ein gefährlicher und entscheidender Wendepunkt in der Geschichte“.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran

2. Juli 2015