Monday, December 5, 2022
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Iran: Politische Gefangene im Hungerstreik in kritischem Zustand

NWRI – Die Aktivistin für Menschenrechte Atena Daemi, die derzeit im Evin Gefängnis festgehalten wird, soll in einem kritischen Zustand sein. Sie leidet wegen ihres fortgesetzten Hungerstreiks unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen.

Atena Daemi befand sich am Montag, dem 24. April, im Frauentrakt des Evin Gefängnisses im 17. Tag im Hungerstreik. Atenas Mutter, die sie am Sonntag, dem 23. April, besucht hat, hat jetzt ausgesagt: „Die Revolutionsgarden, die Justiz und der Generalstaatsanwalt sind für Atenas Leben verantwortlich“.
„Heute, am Sonntag, dem 23. April, habe ich Atena besucht“, erzählte Masoumeh Nemati, Atenas Mutter, über ihr Treffen mit Atena. „Sie hat sich überhaupt nicht gut gefühlt. Sie hat 10 kg an Gewicht  verloren und hat Nierenprobleme, Übelkeit und Benommenheit. Der Doktor in der Krankenstation des Gefängnisses meinte, ihr Blut könne angesteckt sein. Ihre Zunge ist gelb geworden und ihre Nägel sind blau“.
Atena Daemi erklärte, sie sei wegen der Inhaftierung ihrer beiden Schwestern Ensieh und Hanieh  in den Hungerstreik getreten, und beschuldigte das iranische Regime, ihre Angehörigen von politischen Gefangenen als Geiseln festzuhalten.
Hanieh und Ensieh wurden  vom Strafgericht in Teheran zu zwei Monaten und einem Tag auf Bewährung verurteilt für die ‚Beleidigung von Offizieren‘ während der Haftzeit von Atena. Diese selbst hat gefordert, dass das Urteil aufgehoben wird.
Die Mutter von Atena hat angegeben, dass „Atena jetzt vor dem Büro des Wachpersonals sitzt und einen trockenen Hungerstreik beginnen will, wenn sie keine Antwort bekommt“.
Atena Daemi wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt für unwesentliche Anklagen der ‚Versammlung, der Verabredung und Propaganda gegen das Regime‘, ‚der Blasphemie und Beleidigung von Khamenei‘ sowie ‚Verbergen von Beweisgegenständen für Verbrechen‘.
Organisationen und Gruppen für Menschenrechte geben jedoch an, dass die Gründe für die Inhaftierung von Atena in ihren Veröffentlichungen in Facebook und in Graffitis, in denen die Todesstrafe kritisiert wird, im Besuch von Gräbern der bei den Protesten nach der Präsidentenwahl von 2009 Getöteten und in ihren Berichten über die Situation politischer Gefangener liegen.